Befreiungsschlag: 1 . FC Köln holt gegen VfL Wolfsburg den ersten Dreier der Saison

Am letzten Hinrunden-Spieltag der Bundesliga gelingt dem 1. FC Köln der erste Sieg der Saison. Vor heimischem Publikum besiegte die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck den VfL Wolfsburg verdient mit 1:0 (0:0). Christian Clemens (67.) verwandelte die Vorlage von Miloš Jojić, die ursprünglich für Lukas Klünter gedacht war. Über weite Strecken blieben die Wolfsburger zu passiv.

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So lief das Spiel:

Während Martin Schmidt mit Daniel Didavi, Yunus Malli, Mario Gomez und Divock Origi die gesamte Offensivpower auf den Rasen schicken konnte, die die Wölfe zuletzt so stark hatte aussehen lassen, fielen bei den Kölnern mit Claudio Pizarro, Sehrou Guirassy, Simon Zoller, Jhon Córdoba und Yuya Osako gleich fünf Stürmer aus.
So bot Stefan Ruthebeck fast zwangsläufig auch im Angriff mit Lukas Klünter und Birk Risa zwei Youngster auf. Vor allem Klünter machte enorm auf sich aufmerksam und war immer wieder ein Unruheherd. Jeweils einmal über rechts (34.) und links (38.) gelang dem gelernten Rechtsverteidiger der Durchbruch, fand dann im Zentrum aber keinen Abnehmer.
Von Wolfsburg war hingegen gar nichts zu sehen. Origi wirkte auf rechts vollkommen verloren und Gomez Ballannahmen erinnerten eher an die Kugeln in Flipperautomaten, so unkontrolliert sprang das Spielgerät dem Nationalspieler zumeist vom Fuß.
So ging es torlos in die Halbzeit. Direkt nach Wiederbeginn zog Miloš Jojić herrlich vom rechten Strafraumeck nach innen und schlenzte den Ball mit links exakt an das linke Kreuzeck. Verantwortlich dafür war Koen Casteels, der die Kugel noch ganz leicht aber entscheidend mit den Fingerspitzen berührte.
Und auch in den Folgeminuten spielten nur die Kölner. Die Belohnung folgte schließlich in der 67. Minute als Jojić von rechts den Ball in den Strafraum legte. Klünter verpasste, doch der eingelaufene Christian Clemens war zur Stelle und lupfte das Spielgerät zum 1:0 ins Netz.
Wolfsburg wachte erst eine Viertelstunde vor Schluss auf. Durch Origi und Malli (82.) kamen dann auch noch Chancen zustande, doch Timo Horn war da und parierte stark. In der Nachspielzeit hatte dann auch noch Gomez seinen Auftritt, spielte sich in eine gute Position und zog aus 16 Metern ab. Horn bekam den Ball durch die Beine, lenkte ihn dabei aber gerade noch am Pfosten vorbei.
Der Rest war nur noch großer Jubel über den ersten Saisonsieg des FC, der nun zumindest die Kölner mit einem Hoffnungsschimmer in die Winterpause schicken dürfte.

Die Stimmen:

Marco Höger (1. FC Köln): "Es ist schön, dass wir das letzte Spiel gewinnen und den Fans so etwas zurückgeben konnten. Dass Wolfsburg dann noch einmal kommt, war klar. Die sind ja keine Blindentruppe."
Lukas Klünter (1. FC Köln): "Vielleicht muss ich in der ersten Halbzeit in die Mitte spielen. Der Trainer hatte die Idee, dass ich nach vorne gehe und ich kann mir gut vorstellen, dass ich das auch weiterhin mache."
Robin Knoche (VfL Wolfsburg): "Wir haben gerade in der ersten Halbzeit zu wenig Bewegung in unserem Spiel gehabt. Am Ende müssen wir noch eine Chance rein machen, doch so stehen wir wieder mit leeren Händen da. Ich denke aber nicht, dass es bei uns an der Grundeinstellung liegt."
Stefan Ruthenbeck (Interimstrainer 1. FC Köln): "Wir haben aufgrund der Zweikampfqualität im Mittelfeld und auf den Außen gewonnen. Wir haben nicht viel zugelassen, und wir wussten, dass der Gegner die Räume sucht - wir haben es geschafft, ihnen diese Räume zu nehmen. Der Sieg ist hochverdient, trotzdem ist es erst der erste Dreier. Jetzt nicht durchdrehen! Die Mannschaft hat sich belohnt für die Arbeit - nicht mehr und nicht weniger."
Martin Schmidt (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir wollten das Spiel gewinnen und über Ballbesitz dominant auftreten. Wir waren zu ungenau, da hat vieles nicht gepasst. Wir haben Köln zu Kontern eingeladen und den Gegner damit aufgebaut. Es wäre nicht verdient gewesen, einen Punkt mitzunehmen. Wir müssen an der Konstanz arbeiten. Das wird die Hausaufgabe in der Winterpause sein. Ich gratuliere Köln zum verdienten Sieg."

Tweet zum Spiel:

Zur allgemeinen Verwunderung stand auf der Anzeigetafel während der ersten Halbzeit die Partie Köln gegen Freiburg. Ob das ein taktischer Kniff in Sachen Motivation der Gastgeber war, da der FC dort zwischenzeitlich 3:0 führte, ist nicht überliefert.

Das fiel auf: Jugend forscht beim FC

Mit 23 Jahren und 155 Tagen schickte Stefan Ruthenbeck die jüngste Kölner Startelf seit über 50 Jahren auf den Platz. Diese machte es über weite Strecken sehr ordentlich und zeigte auf, wie es in der Rückrunde gehen könnte.

Die Statistik: 5

Da alle fünf etatmäßigen Stürmer der Kölner ausfielen, mussten mit Lukas Klünter und Birk Risa zwei gelernte Außenverteidiger in vorderster Linie ran.
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