Brisanter Konkurrenzkampf beim FC Bayern mit Boateng, Martínez, Süle und Hummels
Publiziert 06/09/2017 um 12:29 GMT+2 Uhr
Mit Jérôme Boateng, Javí Martínez, Niklas Süle und Mats Hummels sind erstmals in dieser Saison alle Innenverteidiger des FC Bayern München fit und einsatzbereit. Und schon hat Bayern-Trainer Carlo Ancelotti das nächste (Luxus-)Problem. Denn eine brisante Frage aus der letzten Saison ist noch nicht endgültig beantwortet.
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Am Abend des 26. April 2017 war der ganze FC Bayern enttäuscht. Doch ein Spieler war regelrecht sauer: Jérôme Boateng. Er fühlte sich nicht ausreichend wertgeschätzt, ungerecht behandelt, weil Trainer Carlo Ancelotti ihm ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel seinen Konkurrenten Javi Martínez vor die Nase gesetzt hatte.
Ein Einzelschicksal im Mannschaftssport, wie es jede Woche vorkommt - aber freilich nicht ohne Brisanz.
Eurosport.de hat Kenntnis von einer von tiefem Frust geprägten Textnachricht, die Boateng engsten Freunden kurz nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund, dem Aus im Pokal-Halbfinale (2:3), schrieb. Dass im Sommer erste Gerüchte um einen Wechsel zum FC Chelsea aufkamen, mag Zufall gewesen sein. Oder auch nicht.
Erste heiße Phase steht an
Der Stachel saß jedenfalls tief. Ob der Schmerz bei einem Gespräch zwischen Ancelotti und Boateng, das nach der Saison stattfand, gelindert werden konnte, ist nicht bekannt.
Klar ist, dass Boateng beim FC Bayern blieb, seine Oberschenkelverletzung, die ihn zuletzt außer Gefecht setzte, auskuriert hat und nun mit reichlich Schaum vor dem Mund den Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung aufnehmen dürfte.
Gleiches gilt natürlich für Martínez, nach seinem Muskelfaserriss ebenfalls wieder genesen, sowie für Mats Hummels und Niklas Süle, die ihre Aufgaben als Duo im Abwehrzentrum bislang sehr gut erledigten.
Was sich im Training und generell in der Innenverteidigung nun im Zuge dieses knallharten Konkurrenzkampfes abspielen wird, ist eines der spannendsten Themen der kommenden Wochen. Belastungstechnisch haben sie es immerhin in sich.
Es ist die erste heiße Phase der Saison: Hoffenheim, Anderlecht, Mainz, Schalke, Wolfsburg, PSG, Hertha - Ancelotti wird bei sieben Partien in 23 Tagen viel rotieren können, jedem seine Spielzeit geben, damit keine erneute Unzufriedenheit aufkeimen kann.
Nur Hummels ist unantastbar
Hummels ist der Innenverteidiger, der in wichtigen Partien in jedem Fall gesetzt sein dürfte. Der 28-Jährige ist momentan in bestechender Form, strahlt Ruhe aus und weist eine geringe Fehlerquote auf. Süle hat gute Akzente gesetzt, muss seinen Status innerhalb des Teams aber erst noch festigen.
Viel läuft erneut auf die für Ancelotti die brisante Wahl zwischen Martínez und Boateng hinaus, wenn es um den idealen Nebenmann für Hummels geht.
Dass Martínez - wie im Triple-Jahr 2012/13 neben Bastian Schweinsteiger - im Mittelfeld aufläuft, kann mittlerweile so gut wie ausgeschlossen werden. "Ich weiß, dass Javi im Mittelfeld spielen kann. Meine Idee ist aber, ihn als einen zentralen Abwehrspieler aufzustellen", hatte Ancelotti vor dieser Saison bekräftigt.
Alle haben auch die WM 2018 im Blick
Martínez sieht es zweckmäßig. Im "kicker" wird er wie folgt zitiert:
Für alle Verteidiger ist dieses Jahr enorm wichtig, die WM 2018 in Russland hat das Quartett fest im Blick. Vor allem Martínez, der in der Vergangenheit oft von Verletzungen zurückgeworfen wurde und mit seinen 29 Jahren lediglich auf 17 A-Länderspiele kommt, brennt auf seine vielleicht letzte Chance auf ein großes Turnier.
Für Ancelotti wird es keine leichte Aufgabe, seine Stars bei Laune zu halten. Andererseits ist es die Qual der Wahl ein Segen für jeden Trainer. Die ganz normalen, aber deshalb nicht minder spektakulären (Luxus-)Probleme also...
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