Diskussion um Video-Beweis nach Foul von Ascacíbar gegen Brandt wieder voll entbrannt
Publiziert 09/12/2017 um 00:20 GMT+1 Uhr
Zum Start in den 15. Bundesliga-Spieltag beim Duell zwischen dem VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen (0:2) hat ein Foul von Santiago Ascacíbar an Julian Brandt und die Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin danach die Gemüter erhitzt und hitzige Diskussionen entfacht. Im Zentrum der Kritik: schon wieder der Video-Schiedsrichter...
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Die Diskussionen um den Video-Schiedsrichter nehmen auch am 15. Spieltag nicht ab. Im Gegenteil. Nach dem Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen (0:2) sind sie am späten Freitagabend wieder voll entbrannt.
Eurosport-Experte Matthias Sammer nahm Begriffe wie "Versagen" und "Wahnsinn" in den Mund, Stefan Effenberg nannte die Situation im "Der kicker.TV Talk" eine "Vollkatastrophe".
Ascacíbar "kopiert" Wendell
Grund für die heftigen Reaktionen war eine Szene aus der 70. Minute: VfB-Abräumer Santiago Ascacíbar rauscht in Leverkusens Julian Brandt hinein, trifft dessen Sprunggelenk mit voller Wucht.
Sofort entstehen Tumulte auf dem Rasen, es gibt eine Rudelbildung. Schiedsrichter Deniz Aytekin unterbricht die Partie, verständigt sich allen Anschein nach mit dem Video-Schiedsrichter in Köln und zeigt Ascacíbar danach nur die Gelbe Karte.
Nahezu paradox, weil es erst nur einen Spieltag zuvor eine mehr oder weniger identische Szene gegeben hatte. Leverkusens Wendell hatte da BVB-Akteur Gonzalo Castro gefoult, nach Video-Beweis Rot gesehen und drei Spiele Sperre aufgebrummt bekommen.
Sammer kritisiert zweierlei Maß
Sammer, der bewusst davon Abstand nahm, Rot für Ascacíbar zu fordern, sprach in seiner Analyse das aus, was viele dachten:
Effenberg legte im Eurosport-Studio in ebenso emotionaler Manier nach:
Zu viele offene Fragen
Fehlende Transparenz bleibt indes der größte Vorwurf. Hat Aytekin die Szene überhaupt richtig gesehen und von sich aus bewertet? Wenn ja, warum gab er dann nur Gelb? Welche Empfehlung hat ihm der Video-Schiedsrichter Benjamin Brand gegeben? Wurde dieser überhaupt um eine Einschätzung gebeten und wenn ja, hatte ihm Aytekin seine eigene Ansicht - möglicherweise Gelb - vorher mitgeteilt und Brand konnte daran keine "klare Fehlentscheidung" erkennen, überstimmte deshalb nicht?
Vieles bleibt unklar, zum Nachsehen der Fans. Aytekin äußerte sich am Freitagabend nicht mehr.
Ein wahrscheinlich nur wegen des Sieges seiner Mannschaft besonnener Bayer-Sportdirektor Völler stellte schließlich die Frage aller Fragen: "Wo war der Video-Assistent?"
Immerhin: Brandt geht es gut
Noch vor wenigen Tagen hatte DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich den Video-Beweis nach den Problemen zu Beginn auf einem guten Weg gewähnt und ein positives Fazit gezogen. Als Beleg hatte er unter anderem das Foulspiel von Wendell erwähnt. Nun drehen sich die Diskussionen wieder ins Negative.
"Wenn man den Vergleich zu Wendell zieht, hätte man auch Rot geben können", konstatierte auch Bayer-Trainer Heiko Herrlich, der immerhin klarstellte, dass es Julian Brandt "soweit gut gehe".
Es war neben der fortschreitenden guten Entwicklung seiner Mannschaft, die nun seit zehn Spielen ungeschlagen ist, generell, die vorerst einzige positive Erkenntnis an diesem Freitagabend.
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