FC Bayern gewinnt gegen VfB Stuttgart - Ulreich hält Elfmeter, Joker Thomas Müller mit Tor des Tages

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Der FC Bayern hat am 17. Spieltag den nächsten Schritt zur Titelverteidigung gemacht. Der Tabellenführer gewann eine zähe Partie gegen den VfB Stuttgart mit 1:0 (0:0). Es war bereits der dritte 1:0-Erfolg der Münchner in Serie. Dem eingewechselten Thomas Müller gelang in der 79. Minute das Tor des Tages. Der ehemalige Stuttgarter Sven Ulreich hielt in der Nachspielzeit einen Elfmeter von Akolo.

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So lief das Spiel:

Der VfB Stuttgart zeigte von Anfang an, dass er sich vor heimischen Publikum keineswegs verstecken wollte. Nachdem die Mannschaft von Hannes Wolf eine erste Schrecksekunde gleich zu Beginn der Partie überstanden hatte, als Lewandowski aus der Drehung nur das Außennetz traf (1.), kam der Aufsteiger immer besser in die Partie. Die Schwaben störten den Rekordmeister früh und hielt den FC Bayern so vom eigenen Strafraum fern. Nach einer gelungenen Kombination zwang Chadrac Akolo den Ex-Stuttgarter Sven Ulreich im Tor der Münchner zu einer ersten Parade (7.).
Weitere Großchancen waren selten im ersten Durchgang, was für die starke Leistung der Stuttgarter sprach. Der einzige Fehler im Spielaufbau der Schwaben wurde allerdings beinahe bestraft, Corentin Tolisso scheiterte jedoch aus 16 Metern an Ron-Robert Zieler, der mit seinem rechten Fuß glänzend parierte (36.).
Auch im zweiten Durchgang war der FC Bayern zwar feldüberlegen, musste aber bis zur 59. Minute auf seine erste Möglichkeit warten: Tolisso bediente Kingsley Coman, der aus spitzem Winkel an Zieler scheiterte. Der Stuttgarter Schlussmann parierte anschließend auch stark gegen einen wuchtigen Distanz-Versuch von Jerome Boateng (66.). Der Herbstmeister tat sich gegen aufopferungsvoll kämpfende Stuttgarter weiterhin schwer, wurde aber schließlich vom eingewechselten Thomas Müller erlöst. Coman bediente den Nationalspieler, der halblinks im Strafraum zu viel Platz hatte und mit links flach ins kurze Eck zur Führung traf (79.). Der Treffer fiel zu diesem Zeitpunkt nahezu aus dem Nichts – es entwickelte sich allerdings eine Schlussphase, die es in sich hatte.
Zunächst scheiterte der VfB in Person von Takuma Asano (88.) und Holger Badstuber (89.) nach Eckbällen, ehe auf der anderen Seite James und Lewandowski nach einem Konter alleinstehend vor Zieler die Entscheidung vergaben (90.+2). Der VfB verdiente sich in der letzten Minute dann doch noch die Möglichkeit zum Ausgleich. Nach einem Foul von Niklas Süle an Santiago Ascacibar entschied Schiedsrichter Patrick Ittrich mithilfe des Video-Assistenten auf Elfmeter (90.+4). Akolo wollte sich zum Stuttgarter Helden aufschwingen und trat gegen Sven Ulreich an – vergab aber kläglich gegen den Ex-Stuttgarter (90.+5).

Die Stimmen:

Sven Ulreich (FC Bayern München): "Auf der einen Seite ist es Freude, weil man den Elfmeter gehalten hat. Aber es ist auch klar, dass es vor dem früheren Publikum auch etwas besonderes ist. Den Film könnte man besser nicht schreiben. Ich hatte ein gutes Gefühl beim Elfmeter, ich bin froh, dass ich der Mannschaft so helfen konnte. Natürlich freut man sich, wenn man hier herkommt und zeigen kann, dass man dazu gelernt hat, es war nicht so einfach die letzten Jahre hier, aber das ist für mich abgehakt."
Holger Badstuber (VfB Stuttgart): "Das Spiel ist ein Synonym der letzten Wochen, wir verteidigen gut, wir ackern und hängen uns rein. Wir haben sogar ein paar Chancen und da machen wir die Dinger nicht. In der letzten Minute einen Elfmeter zu bekommen und den dann nicht reinzumachen ist schade."
Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart): "Wir haben genug Qualität. Ich hoffe, dass sich alle jetzt über Weihnachten ein wenig regenerieren und dann greifen wir in der Rückrunde wieder an."
Hannes Wolf (Trainer VfB Stuttgart): "Das Spiel war hintenraus ein Spiegelbild der letzten Wochen. Wir sind immer nah dran, haben aber wenig geholt. Kein Vorwurf an Chadrac Akolo, wenn man Verantwortung übernimmt, kann das passieren. Wir haben insgesamt ein fantastisches Jahr 2017 gehabt und gehen nun mit einer schwierigen Situation in die Rückrunde. Dem stellen wir uns aber ab dem 13. Januar."
Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): "Das Spiel hatte alle Zutaten, es war hoch interessant, intensiv und dramatisch. Es wird immer schwieriger, das Niveau zu halten. Beide Mannschaften haben klasse gespielt, man kann nicht verstehen, dass dieser VfB nicht mehr Punkte hat. Sven Ulreich ist für uns Gold wert. Die Spieler müssen sich erholen und die Köpfe freibekommen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir gegen Borussia Dortmund nochmal zulegen können."

Der Tweet zum Spiel:

Während Sven Ulreich auf Bayern-Seite eine Stuttgarter Vergangenheit hat, war die Wiedersehensfreude auf Seiten Holger Badstubers sicherlich genauso groß. Der hat schließlich 15 Jahre in München für den FC Bayern gespielt.

Das fiel auf: Ausgerechnet Ulreich

17 Jahre spielte Sven Ulreich für den VfB Stuttgart, ehe er im Sommer 2015 zum großen FC Bayern wechselte. Dass viele Stuttgarter Anhänger ihm diese Entscheidung nicht verziehen haben, war in der Mercedes Benz Arena wieder deutlich zu hören – bei jeder Ballberührung wurde der Ex-Fan-Liebling ausgepfiffen. Doch wie zeigt man es seinen Kritikern besser, als in der letzten Minute einen Elfmeter zu halten?

Die Statistik: 3

Der Rekordmeister gewann in der Bundesliga bereits zum dritten Mal infolge mit 1:0. Zuletzt gelang das im Jahr 1983.
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