FC Bayern mit Debakel gegen Stuttgart beim letztem Heimspiel von Jupp Heynckes

Der FC Bayern hat Jupp Heynckes bei seinem letzten Heimspiel kein Geschenk gemacht. Der Meister kassierte gegen den VfB Stuttgart eine deutliche 1:4 (1:2)-Pleite. Daniel Ginczek per Doppelpack, Anastasios Donis (42.) und Chadrac Akolo (52.) trafen für den VfB, der sich mit dem Sieg Platz sieben, der für die Europa-League-Qualifikation berechtigt, sicherte. Corentin Tolisso traf für Bayern.

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Fotocredit: Eurosport

So lief das Spiel:

Frühsommerliches Bundesligafinale in München. In den ersten fünf Minuten war der VfB kaum einmal am Ball - trotzdem erwischte kurz darauf ein Konter die Bayern kalt: Anastasios Donis stibitzte den Ball auf rechts und legte für Daniel Ginczek auf, der zur überraschenden Gästeführung einschob (1:0, 6.).
Der Rekordmeister reagierte mit kontrollierter Gegenoffensive. Allerdings standen die Schwaben sehr kompakt im eigenen Strafraum und die flanken für Robert Lewandowski in der Mitte verfehlten meist knapp ihr Ziel.
Doch der Meister spielte weiter und kam in der 21. Minute zum hochverdienten Ausgleich: Lewandowski ließ die halbe VfB-Hintermannschaft alt aussehen, Corentin Tolisso verwandelte den anschließenden Abstauber zum 1:1. Der FCB nahm danach etwas Tempo raus, ging nicht mit vollem Einsatz auf die Führung. Stuttgart konnte sich nach rund einer halben Stunde eigenen Ballbesitz erspielen und brachte seinerseits etwas Ruhe in die Partie.
Es sah ganz nach einem Unentschieden aus, aber kurz vor der Pause klaute Donis in der eigenen Hälfte den Ball und verwandelte nach einem Wahnsinnssolo zur Gästeführung (1:2, 42.).
Nach der Pause schien der FCB noch nicht wieder richtig auf dem Platz, da führte Stuttgart schon mit 3:1. Wunderbare Flanke von Emiliano Insúa, in der Mitte köpfte Chadrac Akolo ein (52.). Die Bayern-Fans hatten sich noch nicht vom Schock erholt, da holte der VfB zum nächsten Tiefschlag aus. Wieder eine Flanke der Schwaben, wieder ein Kopfball. Sven Ulreich konnte nur nach vorne abwehren und Daniel Ginczek staubte zum 4:1 ab. Die Schwaben jubelten, der FC Bayern verstand die Welt nicht mehr.
Obwohl die Roten spielten und spielten, hätten vermutlich auch 120 Minuten nicht gereicht: Das Tor der Gäste schien vernagelt, der Ball wollte einfach rein. Robert Lewandowskis Geichtsausdruck sprach Bände - der Pole war der Verzweiflung nah.
Und so endete das letzte Saisonspiel der Bayern zuhause mit einem 1:4 gegen den VfB Stuttgart.

Die Stimmen zum Spiel:

Thomas Müller (FC Bayern München): "Es war enttäuschend, dass wir als Mannschaft nach dem Rückstand nicht die Leistung zeigen konnten, die wir uns gewünscht hatten. Das müssen wir abschütteln und uns für den kommenden Samstag gut vorbereiten."
Sven Ulreich (FC Bayern München): "Es ist ein schönes Gefühl, sich für diese lange Saison mit der Meisterschaft zu belohnen. Natürlich ist die Niederlage bitter, das müssen wir abstellen und nächste Woche besser machen."
Niklas Süle (FC Bayern München): "Ich kann es mir nicht ganz erklären, wir haben zu Anfang zwei Riesenchancen und machen sie nicht rein... Wir haben heute alle scheiße gespielt, ich auch! Trotzdem ist die erste Meisterschaft was ganz Besonderes."

Der Tweet zum Spiel:

Der FC Bayern verabschiedete sich am Samstag offiziell von Holger Badstuber. Der Allgäuer war insgesamt 15 Jahre beim Rekordmeister, bevor er nach langer Verletzungsmisere zu Beginn der aktuellen Saison zu den Schwaben wechselte.

Das fiel auf: Chancenauswertung

Während der FC Bayern mit fast 80 Prozent Ballbesitz agierte, jedoch viele Großchancen ausließ, reichten dem VfB vier Möglichkeiten zu vier Toren in München.

Die Statistik zum Spiel: Rekordhalter

Robert Lewandowski wurde als erster ausländischer Spieler zum dritten Mal Bundesliga-Torschützenkönig. Allerdings blieb der Pole am Samstag ohne Tor, somit konnte er nicht zum dritten Mal in Folge die 30-Tore-Marke knacken, was bisher nur Gerd Müller gelungen war (1972-74).
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