Getty Images

FC Bayern siegt beim 1. FC Köln, Robert Lewandowski beendet Tor-Krise

Bayern siegt in Köln, Lewandowski beendet Tor-Krise

05/05/2018 um 17:18Aktualisiert 06/05/2018 um 14:03

Der FC Bayern München hat sich am 33. Bundesliga-Spieltag trotz erheblicher Anlaufschwierigkeiten mit 3:1 (0:1) beim 1. FC Köln durchgesetzt. Ein Eigentor von Niklas Süle brachte die Domstädter verdient in Führung (30. Minute), nach der Pause drehte der Meister auf und durch James Rodríguez (59.) bzw. Robert Lewandowski (61.) die Partie. Corentin Tolisso setzte den Schusspunkt (78.).

So lief das Spiel:

Letzter gegen Erster, die Ausgangsbasis hätte nicht klarer sein können, als der FC Bayern München am 33. Bundesliga-Spieltag beim 1. FC Köln gastierte. Völlig konträr dazu verhielt sich die Anfangsphase mit vier guten Effzeh-Chancen, die besten vergaben Simon Zoller (11.) und Marcel Risse (22.).

Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte sein Team in einer formidablen Formation aufs Feld geschickt, es ging und geht ja ums Hochhalten der Spannung vor dem DFB-Pokalfinale. Der 17-jährige Franck Evina ergänzte ein Meister-Ensemble, das sich zwischenzeitlich fing; Robert Lewandowski scheiterte an Keeper Timo Horn (25.).

Just in einer Phase, als Bayern etwas stärker wurde, fabrizierte Niklas Süle via Schienbein ein Eigentor (30.). Kurz vor der Pause ließ Lewandowski den nächsten Hochkaräter liegen, Horn parierte seinen Flugkopfball spektakulär (43.).

Köln - Bayern

Köln - BayernGetty Images

Nach dem Seitenwechsel wurden die Münchner aktiver, Lewandowski verlor das dritte Privatduell mit Horn (56.), dann drehte Bayern auf und die Partie binnen zwei Minuten: Erst bugsierte James Rodríguez die Kugel ins Netz (59.), dann beendete Lewandowski seine Krise (61.).

Köln forderte Elfmeter nach Süle-Einsatz gegen Terodde (71.), allerdings lag im Gegensatz zu Dominic Maroh versus Thomas Müller auf Bayern-Seite (56.) kein Foul vor. Der eingewechselte Ex-Bayer Claudio Pizarro hätte sich beinahe mit einem Treffer aus Köln verabschiedet, Pech (84.) und ein hervorragender Sven Ulreich (87.) verhinderten dies.

So ließen die Münchner eine Partie, die sie lange verschliefen und dann kontrollierten, routiniert auslaufen, Corentin Tolisso setzte den Schlusspunkt (78.). Mit 24 Punkten Vorsprung auf Schalke 04 ist ein Überbieten des Rekordvorsprungs (25 Zähler auf Borussia Dortmund, 2013) weiter möglich.

Die Stimmen:

Simon Terodde (1. FC Köln)

- zum Spiel: "In der ersten Halbzeit waren wir dem zweiten Tor näher als die Bayern dem Ausgleich. Am Ende muss man zugeben, dass das 3:1 verdient ist."

- zu den Fans: "Du hast das Gefühl, dass wir die Deutsche Meisterschaft geholt haben. Das ist einmalig im deutschen Fußball, vielleicht sogar europa- und weltweit. Die Fans haben honoriert, dass wir nochmal alles gegeben haben. Ich bin sicher, dass wir nächstes Jahr wieder hier stehen und den Aufstieg feiern werden."

Timo Horn (1. FC Köln)

- zum Spiel: "Heute war mehr drin, wie so oft in dieser Saison."

- zu den Fans: "Das kann man gar nicht in Worte fassen. Claudio Pizarro sagte mir eben, dass er sowas noch nie erlebt hat – und der Mann hat schon einiges erlebt."

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Wir haben anfangs ein gutes Fußballspiel meiner Mannschaft gesehen. Mit starker Abwehr, Pressing und Kontern, aber auch mit einigen wichtigen Ballbesitzpassagen. Es hört sich komisch an, aber wir hätten zur Halbzeit höher führen können oder fast müssen. Aber in der zweiten Halbzeit waren die Bayern übermächtig. Sie haben wahnsinnig viel Druck ausgeübt und viele Flanken geschlagen. Sie haben eine brutale Abschlussqualität, und wir konnten dem Druck nicht ganz standhalten."

Köln - Bayern

Köln - BayernGetty Images

Joshua Kimmich (FC Bayern): "Da sieht man, dass wir auch keine Maschinen sind. Natürlich merkt man das körperlich, vor allem aber ist es mental extrem bitter. Wie wir da ausgeschieden sind (im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid, d.Red.), das steckst du nicht einfach so in drei, vier Tagen weg. Die erste Halbzeit ist natürlich nicht unser Anspruch, aber es war auch nicht ganz so einfach. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht. "

Mats Hummels (FC Bayern): "Mit Köln verliert die Bundesliga sehr viel. Wir alle hoffen, dass es nur ein Jahr dauert, bis wir wieder herkommen. Für mich gehört Köln zu 100 Prozent in die Bundesliga. Wir mussten noch ein bisschen etwas abschütteln vom Dienstag, wir wollten zwar, aber es war nicht so leicht, wir mussten uns erst reinkämpfen, haben es auch zu kompliziert gemacht und dadurch gute Konter für Köln ermöglicht. Das haben wir in der zweiten Halbzeit deutlich besser in den Griff gekriegt."

Jupp Heynckes (Trainer FC Bayern): "Nach dem intensiven Spiel am Dienstag war es nicht leicht, wieder in den Bundesligamodus zu wechseln. Köln hat es gut gemacht und uns das Leben schwer gemacht. Wir hatten keine zwingenden Torchancen. Aber in der zweiten Halbzeit sind wir ganz anders aufgetreten. Wir haben das Geschehen diktiert, Torchancen erspielt und verwertet. Es war wichtig, dass wir das Spiel gewinnen und unsere Serie ausbauen. Wir haben noch ein wichtiges Ziel, und das ist das Pokalfinale."

Der Tweet zum Spiel:

Müller schaffte seine Torvorlagen numero 13 und 14, damit überbot er den persönlichen Bestwert aus der Vorsaison (12).

Das fiel auf: Thiago oder nix

Schon klar, der Spruch ist ausgelutschter als jedes Kaugummi von Sir Alex Ferguson, aber hier passt er nun mal. Als der Spanier zur Pause für den überforderten Evina kam, erhielt das Bayern-Spiel prompt Struktur, die zuvor komplett fehlte. Hauptverantwortlicher für die Wende.

Die Statistik: 3

Süle unterlief bereits sein drittes Eigentor dieser Saison (zuvor gegen Bremen und Augsburg). Sowas "gelang" zuvor nur HSV-Legende Manfred Kaltz 1977/78.

0
0