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Arjen Robben und Franck Ribéry beim FC Bayern: Ein letztes lautes Hurra

Robbery bei Bayern: Ein letztes lautes Hurra - oder?

11/08/2018 um 14:53Aktualisiert 11/08/2018 um 18:53

Arjen Robben und Franck Ribéry prägen seit einem knappen Jahrzehnt den FC Bayern wie kaum jemand anderes. Dass die zusammen 69-jährige Flügelzange in diesem Jahr noch einmal mit geballter Kraft angreift, ist bemerkenswert - und dennoch aller Voraussicht nach das letzte Hurra zweier großer Spieler. Denn: Der Umbruch beim FC Bayern München lässt sich nicht länger hinauszögern.

Zwei Wochen vor Bundesligastart ist beim FC Bayern München alles wie immer. Der Kader ist gespickt internationalen Superstars, die in der Vorbereitung um die Gunst des Trainers kämpfen. Im Umfeld steigt die Vorfreude der Fans, die in den vergangenen Jahren von ihrem Verein so verwöhnten wurden.

Die siebte Meisterschaft in Folge ist möglich, sie ist sogar wahrscheinlich - und ja: Franck Ribéry und Arjen Robben sind auch noch dabei.

Robbery "wie junge Götter"

Robbery, wie das Flügelduo auch genannt wird, prägt den deutschen Rekordmeister seit fast einer Dekade und präsentiert sich pünktlich zum Saisonstart wieder topfit.

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Keine einfache Situation für Trainer Niko Kovac, der nach der Ära Heynckes in München langsam aber sicher den unausweichlichen Umbruch einleiten sollte. Doch wie soll man umbrechen, wenn sich die 69-jährige Flügelzange in Topform präsentiert?

"Es wird nicht immer einfach für Niko Kovac", prophezeit auch Eurosport-Experte Matthias Sammer mit Blick auf die Oldies.

"Der Ehrgeiz von Robben und Ribéry ist zu groß."

Mit 35 (Ribéry) und 34 Jahren (Robben) sind die Weltstars eigentlich in dem Alter angekommen, in dem sich Profifußballer normalerweise langsam mit dem Karriereende beschäftigen. Doch der Niederländer und der Franzose pfeifen auf biologische Gesetzmäßigkeiten und greifen stattdessen frech wie eh und je an.

"Es ist nicht wichtig, wie alt man ist. Du musst zeigen, dass du fit bist", weiß Robben und hat in Sammer einen Fürsprecher:

"Wenn sie nicht entsprechend ihres Alters spielen, sondern wie junge Götter, dann gibt es trotz der jungen Kingsley Coman (22) und Serge Gnabry (23) immer noch das Leistungsprinzip."

FC Bayern: Konkurrenzkampf wird härter

Diesem Prinzip müssen sich alle Spieler im Kader unterwerfen - und der Konkurrenzkampf ist hoch. Gnabry, der nach seinem Lehrjahr in Hoffenheim endlich in München angekommen ist, zeigte in der Vorbereitung deutlich, dass er für einen Stammplatz beim Rekordmeister bereit ist.

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Nach dem Vorbereitungs-Spiel gegen Manchester United, in dem der deutsche Nationalspieler überzeugte, erntete Gnabry Lob von Sportdirektor Hasan Salihamidzic:

"Er macht das sehr gut. Er hat sich sehr gut eingefügt hier. Es ist so, als ob er schon einige Zeit da ist."

Neben Gnabry scharrt auch Kingsley Coman mit den Hufen. Schon in der letzten Saison gehörte der Franzose zu den Leistungsträgern. Zudem stößt im Winter Toptalent Alphonso Davies (17) zum Kader. Der Umbruch wird früher oder später kommen, das ist klar. Über den Zeitpunkt entscheidet einzig und allein der Fitnesszustand und die Leistungskurve von Robben und Ribéry.

Vorteil Robbery - aber nicht mehr lange

Zum Saisonstart spricht laut Sammer einiges für den Niederländer und den Franzosen:

"Sie verfügen über viel Erfahrung und sind nicht mehr bei ihren Nationalmannschaften dabei. Sie haben einen Vorteil, weil sie früh mit dem Training beginnen konnten."

Zwar würden sie in ihrem Alter nicht mehr "alle drei Tage" spielen, so Sammer weiter, "aber das können jüngere Spieler fast auch nicht". In der Tat. Der FC Bayern tanzt jedes Jahr auf drei Hochzeiten, oftmals bis ganz zum Schluss. Es macht also durchaus Sinn, einen großen Kader beisammenzuhaben. Allerdings sieht der Eurosport-Experte aufgrund des Ehrgeizes der beiden Superstars "leichte Probleme" auf Kovac zukommen.

Klar, ein fitter Robben oder Ribéry sitzt nicht gerne auf der Bank und ist, am absoluten Leistungsmaximum gemessen, immer noch wertvoller als die jüngere Konkurrenz. Lange kann und wird das allerdings nicht mehr der Fall sein. Das wissen die Protagonisten ebenso gut wie die Männer in der Chefetage. Die Zeit wird kommen, in der die Bayern ihre Flügel auch dauerhaft mit der jüngeren Garde bestücken.

Robben und Ribéry: Ein letztes Hurra

Es ist davon auszugehen, dass dies spätestens am Ende der Saison der Fall sein wird. Die 2019 auslaufenden Verträge der Vereinslegenden werden aller Voraussicht nicht noch einmal verlängert. Schon vor der Verlängerung im Früjahr dieses Jahres hielten Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Salihamidzic die beiden lange hin, ehe sie jeweils um noch ein weiteres Jahr verlängerten.

Es wird das letzte sein, in dem beide das Trikot des deutschen Rekordmeisters tragen, und es ist Stand jetzt wahrscheinlich, dass sie das auch auf dem Rasen und in altbewährter Qualität tun. Auf ein letztes großes Hurra zweier außergewöhnlicher Fußballer.

Oder?

Video - Sammer sieht "leichte Probleme" bei Robben und Ribéry

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