So lief das Spiel:

Im frisch aufgetauten München begann der FC Bayern am Sonntagnachmittag wie der junge Frühling: erste Chance nach fünf Minuten, Joshua Kimmich spielte einen sensationellen Pass auf Kingsley Coman, der in die Mitte ablegte. Nach einigen Umwegen verwandelte Thiago überlegt ins Tor. Die frühe Führung für die Bayern, der Worstcase für die Schwaben.

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Das Spiel verlief zunächst weiter wie die Anfangsminuten: Bayern fast immer im Ballbesitz, teilweise aber auch mit schnellem Konterfußball. Der VfB kam selten in die Nähe des Münchner Strafraums und konnte allerhöchstens bei Standards Gefahr ausstrahlen.

Nach rund 20 Minuten schien sich die Partie zunächst auf diesem Niveau einzupendeln: Der Rekordmeister musste nicht, die Schwaben konnten nicht. Doch dann startete der VfB eine Vorpressing-Offensive und schaffte es tatsächlich, zarten Druck auf die Hintermannschaft der Münchner auszuüben. Konkrete Torchancen fehlten aber weiterhin.

Doch dann kam die 26. Minute und der lange Ball von Christian Gentner auf Anastasios Donis. Die Hintermannschaft der Münchner versank in Kollektivschlaf, nicht angegriffen holte der Grieche zu einem Traumtor aus und schweißte den Ball aus 20 Metern ins rechte Kreuzeck. Der völlig überraschende Ausgleich.

Der FC Bayern machte in der Folge weiter das Spiel, ließ aber zündende Ideen und erst recht den tödlichen Pass vermissen. Die Gäste kämpften vom Ausgleich beflügelt tapfer weiter und brachten das 1:1 in die Pause.

Bayerncoach Kovac reagierte auf die Offensivschwäche seines Teams und brachte nach der pause Serge Gnabry für den defensiveren Javi Martínez aufs Feld – und bewies damit den richtigen Riecher: Schon zehn Minuten nach Wiederanpfiff fiel der Ball dem Eingewechselten vor die Füße, Gnabry zog satt mit rechts ab und traf von Christian Gentner abgefälscht zur 2:1-Führung (55.). Später wurde der Treffer offiziell als Eigentor von Gentner gewertet. Die Bayern schienen wieder in der Spur.

Aber nur weitere zehn Minuten später verschoss Robert Lewandowski einen unstrittigen Foulelfmeter. Marc-Oliver Kempf hatte den Mittelstürmer im Strafraum zu Fall gebracht. Doch was dem Titelverteidiger in der ersten Hälfte noch entglitten war, hielt er jetzt beisammen: Mit einem zielgenauen Kopfball gegen die Laufrichtung srogte Leon Goretzka nach einer Ecke für die Vorentscheidung (71.) – schon das fünfte Saisontor des Neuzugangs.

Der VfB spielte weiter mutig, konnte dem Zweitorevorsprung des FCB in der Schlussviertelstunde aber nichts mehr entgegensetzen. Nach schöner Vorarbeit von Kimmich legte Lewandowski das 4:1 (85.) und machte endgültig den Deckel auf diese Partie.

Stuttgart bleibt auf dem Relegationsplatz, die Bayern verkürzen den Abstand zum BVB wieder auf sechs Punkte.

Die Stimmen:

Christian Gentner (Mittelfeldspieler VfB Stuttgart): "Wenn du in München was mitnehmen willst, muss alles passen. Das war heute leider nicht so. Deshalb ist die Niederlage verdient. Von unserer Moral her ist alles in Ordnung, wir müssen eine gute Leistung auch mal über die Zeit bringen."

Leon Goretzka (Mittelfeldspieler FC Bayern): "Wir sind nicht hundertprozentig zufriefden. Wir haben gut angefangen aber dann unnötig nachgelassen, haben unsere Chancen in der ersten Hälfte nicht genutzt. In der Hinrunde hätten wir so ein Spiel womöglich unentschieden gespielt, jetzt sind wir stabiler."

Der Tweet zum Spiel:

Javi Martínez machte am Sonntag sein 200. Spiel im Trikot des FC Bayern.

Das fiel auf: Bayern flügellahm

Ohne Robbery scheint's doch nicht allzu rund zu laufen. Der Rekordmeister wirkte am Sonntag über weite Strecken ideenlos in der Offensive. Links konnte Coman beizeiten Akzente setzen, über rechtsaußen ging ohne Gnabry und James, die beide auf der Bank saßen, gar nichts. Ob Niko Kovac wirklich schon seine Top-Elf für den CL-Knaller gegen Liverpool gefunden hat?

Die Statistik zum Spiel: Serie

Das Spiel am Sonntag war Markus Weinzierls neunte Niederlage in insgesamt zwölf Spielen als VfB-Coach.

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