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Heidel verlässt Schalke: "Wenn ich das Problem bin, muss ich reagieren"

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Bundesliga, Schalke, Heidel

Fotocredit: Getty Images

VonSID
23/02/2019 Am 21:47 | Update 23/02/2019 Am 21:50

Unmittelbar nach dem 0:3 von Schalke 04 beim FSV Mainz 05 kündigte Sportvorstand Christian Heidel seinen Rücktritt an. Der 55-Jährige gesteht ein, der "Grund" für die Unruhe bei den Königsblauen zu sein. Heidel war in den vergangenen Wochen wegen seiner Transferpolitik immer stärker in die Kritik geraten. Zunächst will er beratend in den Hintergrund rücken, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Christian Heidel wirkte gefasst, aufgeräumt, bei so mancher Umarmung mit alten Freunden an früherer Wirkungsstätte sogar gelöst. Über 20 Minuten lang erklärte der Sportvorstand von Schalke 04 nach dem desolaten 0:3 (0:1) beim FSV Mainz 05 seine Rücktrittsankündigung. "Ich bin der Grund, warum Unruhe auf Schalke ist", sagte der 55-Jährige, der sein Amt spätestens zum Saisonende niederlegen wird. Wahrscheinlich viel früher.

Schalke 04 mit der schlechtesten Zwischenbilanz seit 36 Jahren

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"Ich glaube, dass dieser Verein nur erfolgreich sein kann, wenn in Ruhe gearbeitet werden kann", sagte der frühere Mainzer Manager, der seinen Trainer Domenico Tedesco bereits am Freitag über seine Entscheidung unterrichtet hatte:

Ich habe mir nicht vorstellen können, dass sich das in den nächsten Wochen und Monaten verändert. Wenn ich das Problem bin, muss ich reagieren.

Heidel war in den vergangenen Wochen vor allem wegen seiner Transferpolitik immer stärker in die Kritik geraten, die der Sportvorstand aber immer wieder zurückwies. "Wenn Kritik in den Bereich der Verunglimpfung geht, dann habe ich da einfach keine Lust zu", sagte er: "Fairness und, das betone ich, Anstand gehören für mich dazu." Zuletzt seien "Grenzen" überschritten worden.

Zunächst will Heidel, der seinen Vertrag selbst auflöst und deshalb keine Abfindung kassieren wird, "nur" beratend in den Hintergrund rücken, bis ein Nachfolger gefunden sei. Ob das rechtzeitig geschieht, ist fraglich. Der Vizemeister spielt bislang eine katastrophale Bundesliga-Saison, die 23 Punkte aus 23 Spielen bedeuten die schlechteste Zwischenbilanz des Klubs seit 36 Jahren. Damals stieg Schalke ab.

Dunkelster Moment in Tedescos Trainerkarriere

Er selbst, sagte Heidel, habe seinen Entschluss in der Winterpause gefasst. "Das war ein Prozess, der lange in mir gereift ist", erklärte der 55-Jährige, der am Montag Aufsichtsratschef Clemens Tönnies informiert hatte:

Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer konsequent bin und von mir das Gleiche verlange, was ich von anderen verlange. Wenn ich in guten Zeiten die Gesamtverantwortung trage, dann auch in schlechten. Ich stelle mich dieser Verantwortung.

Tedesco sprach nach dem fünften Ligaspiel ohne Sieg in Folge mit aschfahlem Gesicht von einem der dunkelsten Momente in seiner noch jungen Trainerkarriere. "Wir haben 0:3 verloren, und unser Manager hat mitgeteilt, dass er nicht mehr da ist. Soll ich jetzt freudestrahlend reinkommen!?", fragte der 33-Jährige, der bei weiteren herben Rückschlägen ebenfalls ins Zentrum der Kritik rücken wird. Die Schalker Fans, so schien es, haben sich am Samstag endgültig abgewendet.

Schon nach dem zwischenzeitlichen 0:2 durch Jean-Philippe Mateta (73.) stellte der mitgereiste Anhang aus Gelsenkirchen die Unterstützung komplett ein, zu Tausenden schrien sie: "Wir haben die Schnauze voll!" Beim Abgang in den Kabinentrakt wurden die niedergeschlagenen Schalker Profis wüst beschimpft. Karim Onisiwo (18. und 84.) hatte die weiteren Mainzer Tore erzielt.

"Wir haben einige schwierige Momente gehabt, aber heute fühlt es sich schon extrem an", sagte Tedesco: "Großartige Erklärungen fallen mir nach so einem Spiel schwer. Das müssen wir sacken lassen. Das war in allen Bereichen zu wenig. Ich kann die Reaktion der Fans zu 100 Prozent nachvollziehen."

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