Nur Knurrer Stevens trübt die Schalke-Party

Während gefühlt der ganze FC Schalke 04 im siebten Himmel schwebte nach dem fulminanten Derbysieg gegen Borussia Dortmund am 31. Bundeslia-Spieltag, blieb Trainer Huub Stevens sympathisch auf dem Teppich. Er hat seine Mission Klassenerhalt so gut wie erfüllt - und bohrt dennoch den Finger schmerzend in die Wunde.

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Dem Kuss von Clemens Tönnies konnte Huub Stevens nicht entfliehen.
Im Jubel-Überschwang nach dem 4:2-Sieg des FC Schalke 04 im Derby gegen Borussia Dortmund schnappte sich der S04-Boss den Retter, umarmte ihn und drückte ihm seine Lippen auf die Wange. Stevens goutierte es mit einem Lächeln. Nicht mehr, nicht weniger.

Ein "Riesenschritt" für Schalke

Für Tönnies war es "ein Riesenschritt". "Mit diesem Spiel sind viele Sachen vergessen", sagte Kapitän Benjamin Stambouli.
Für Fans und Spieler war der Triumph wie eine Befreiung, die vieles Schlechte in dieser Saison in den Hintergrund drängte. Vergessen war der Krampf-Fußball unter Domenico Tedesco, der den Vize-Meister der vergangenen Saison gefährlich nahe an die Abstiegsränge stürzen ließ. Jetzt hat Königsblau drei Spieltage vor Saisonende sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang und spielt zuletzt gegen den Tabellen-16. VfB Stuttgart. Das sollte doch reichen.
"Derbysieger! Derbysieger!", stimmten die Spieler am Samstagabend im Vereinslokal "Bosch" an der Glückaufkampfbahn an, wo der Sieg ausgiebig gefeiert wurde, an. Stevens schaute sich die Szenen - sitzend und lächelnd im Hintergrund - mit einem Bier in der Hand an. Der "Knurrer von Kerkrade" versprühte am wenigsten Partystimmung.
Zum "Sau-raus-lassen" war ihm wohl auch nicht zumute. Er hatte zuvor mahnend den Zeigefinger gehoben und betont: "Das macht die Saison nicht gut. Einem Klub wie Schalke darf es nicht passieren, dass er da unten reinrutscht. Wenn du so eine Leistung bringen kannst, dann musst du die auch in den nächsten Spielen bringen können."

Noch viel "Maloche" bis zur großen Feier

Stevens ist zu erfahren und sachlich, um sich von der Euphorie einfach mitreißen zu lassen. Sein Verein liegt ihm am Herzen. Erst wenn dieser komplett genesen ist, kann wohl auch Stevens wieder richtig feiern. Doch bis dahin scheint es trotz des süßen Sieges in Dortmund noch ein großes Stück "Maloche" zu sein.
Einer, auf den es dabei ankommt, ist Sportvorstand Jochen Schneider. Der fand ähnliche Worte wie Stevens: "Bei aller Freude – die berechtigt ist – sind 30 Punkte aus 31 Spielen ein Desaster und eine Katastrophe. Die Leidenschaft und den Kampf, den man heute gesehen hat, muss man in allen Bundesliga-Spielen sehen. Da müssen wir uns fragen, warum das nicht so war."
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