Der FC Bayern fährt einen klaren Sieg gegen den VfB Stuttgart ein und bleibt sechs Punkte hinter dem BVB. Dennoch ist der Rekordmeister unzufrieden - allen voran Niko Kovac.

Zwar erfüllten die Münchner ihre Pflichtaufgabe, aber die Art und Weise passte dem Bayern-Coach überhaupt nicht. Nach der frühen 1:0-Führung durch Thiago (5.) schaltete Bayern zwei Gänge herunter.

Bundesliga
Elfer-Fehlschuss ohne Folgen: Bayern schlägt Stuttgart klar
27/01/2019 AM 16:21

Je länger die erste Halbzeit dauerte, umso passiver im Angriff und anfälliger in der Defensive wurde der FC Bayern. Anstatt weiter das Spiel nach der Führung zu machen, zog sich die Mannschaft zurück.

Hinzu kamen acht Foulspiele des FC Bayern in Hälfte eins, so viele wie noch nie in dieser Saison - bei nur sieben abgegebenen Torschüssen in den ersten 45 Minuten.

Keine Erklärung für die Schwächephase

"Das darf uns nicht passieren", erklärte Joshua Kimmich. "Wir müssen in der ersten Halbzeit schon den Sack zumachen. So kommen wir wieder ins Zittern. Da sind wir einfach noch nicht souverän genug."

Eine richtige Erklärung hatten die Münchner aber nicht, warum es zu diesem Leistungsabfall kam. Bereits beim 3:1 gegen Hoffenheim in der vergangenen Woche hatte der FC Bayern den Gegner wieder rankommen lassen.

Kimmich weiter:

Die erste Halbzeit war nicht gut. Wir haben nach unserem Tor den Faden verloren und waren zu passiv. Das kann ich gerade nicht erklären.

Thiago trifft für den FC Bayern

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Bayerns Schwächephase nutzte Anastasios Donis eiskalt aus, als der Angreifer für die Schwaben den 1:1-Ausgleichstreffer (26.) erzielte. Aus Stuttgarter Sicht ging es mit einem leistungsgerechten Remis in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich Bayern und ging wieder in Führung. Dabei profitierten die Münchner von Christian Gentners Eigentor (55.). Den Rest besorgten Leon Goretzka (71.) und Robert Lewandowski (84.).

Kovac: "In der Bundesliga geht gar nichts mit links"

Zwar dürfte Kovac gefallen haben, dass seine Mannschaft nach der Pause eine Gegenreaktion zeigte. Aber der Frust über die schwache erste Halbzeit wog schwerer.

Der Bayern-Trainer polterte:

Wir kommen gut ins Spiel, haben dann aber 35 Minuten überhaupt nicht stattgefunden. In der ersten Halbzeit waren, wenn überhaupt, zehn bis 15 Minuten in Ordnung. Alles andere war total langsam, das müssen wir besser machen.

FC Bayern gegen VfB Stuttgart

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Kovac weiter:

Jeder dachte nach unserem 1:0 in der fünften Minute: ‚Das geht mit links.’ Aber in der Bundesliga geht gar nichts mit links. Wir wollen Meister werden. Da muss man sich über 90 Minuten gut präsentieren. Und nicht immer nur über 60 Minuten.

Nach der 1:0-Führung baute der FC Bayern durch seine nachlässige Spielweise die bis dahin harmlosen Stuttgarter auf. Lewandowski setzte in den ersten 45 Minuten keinen einzigen Schuss aufs gegnerische Tor.

Aber Kovac reagierte in der Pause goldrichtig und brachte Serge Gnabry - und damit eine Menge frischen Wind - für den leicht überforderten Javi Martinez ins Spiel.

Warnschuss zur rechten Zeit

Der Nationalspieler zog zehn Minuten nach seiner Einwechslung einfach mal von halbrechts ab, sodass Gentner den Ball unhaltbar für VfB-Keeper Ron-Robert Zieler ins eigene Tor lenkte.

Bayern-Coach Kovac meinte:

In der zweiten Halbzeit lief es sehr viel besser. Wir haben schneller und vertikaler gespielt und es geschafft, unsere individuelle Klasse ins Spiel zu bringen. Wir kamen mehr hinter die Kette des Gegners und haben dann auch mit der Vielzahl der Chancen verdient gewonnen. Es heißt abhaken. Spiel gewonnen, drangeblieben und weiter geht’s.

Obwohl der Bayern-Sieg gegen Stuttgart ein paar Kratzer hatte, sagte Leon Goretzka:

Was man positiv festhalten muss, ist, dass wir das Spiel noch deutlich gewonnen haben. Ich glaube, in der Hinrunde hätten wir so ein Spiel vielleicht unentschieden gespielt. Da sieht man die Entwicklung. In der zweiten Halbzeit haben wir die richtige Reaktion gezeigt und das ist ein Schritt nach vorn im Vergleich zum ersten halben Jahr.

Vielleicht kam der Warnschuss gegen Stuttgart in der ersten Halbzeit gerade recht, denn am Samstag spielt Bayern bei Bayer Leverkusen. Danach geht's gegen Schalke und Augsburg.

Am 19. Februar kommt es im Champions-League-Achtelfinale zum Kracher gegen den von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool. In diesem Spiel kann sich Bayern solche Schwächen nicht mehr leisten.

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