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FC Bayern | Die Gewinner unter Trainer Niko Kovac: Hummels, Müller, Lewandowski, Sanches
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Publiziert 24/09/2018 um 22:32 GMT+2 Uhr
Niko Kovac erntet für den Saisonstart des FC Bayern auch ganz persönlich viel Lob. Der neue Trainer führt das Team mit viel Fingerspitzengefühl von Sieg zu Sieg. Vier Erfolge in der Bundesliga, einen jeweils in Pokal und Champions League hat Kovac eingefahren. Dazu der Titel im Supercup. Welche Spieler stehen beim Trainer besonders hoch im Kurs? Eurosport.de ordnet ein.
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Eigentlich scheint alles beim Alten zu sein. Der FC Bayern eilt von Sieg zu Sieg.
Und auch personell scheint sich beim Rekordmeister nicht allzu viel geändert zu haben. Erstellt man eine Bayern-Elf anhand der meisten Einsatzzeiten in den bisherigen Pflichtspielen, kommt folgende Aufstellung heraus: Neuer - Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba - Martínez - Robben, Müller, Thiago, Ribéry - Lewandowski.
Das klingt vertraut.
Kovac' Machtübernahme an der Säbener Straße geht also äußerst konservativ vonstatten. Auch wenn anzumerken ist, dass einige Altstars (Robben, Ribéry) nur deshalb viel Einsatzzeit bekommen, weil Jungstars (Coman) verletzt sind.
Man kann dennoch schon jetzt erkennen, auf wen der neue Trainer besonders setzt ("Gewinner") und wer auch angesichts der vor der Saison skizzierten Erwartungen noch Verbesserungspotenzial hat ("Da geht noch mehr"). Wirkliche Verlierer gibt es zu diesem frühen Saisonzeitpunkt beim FC Bayern nicht.
Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte nach dem Sieg auf Schalke:
Die Gewinner: Hummels, Lewandowski, Müller & Sanches
Hinter den deutschen Nationalspielern lag eine verkorkste Weltmeisterschaft, als sie ihre Saisonvorbereitung beim FC Bayern antraten. Das blamable Vorrunden-Aus hatte auch mit den individuell erstaunlich schwachen Leistungen einiger FCB-Stars zu tun. Mats Hummels und Thomas Müller gehörten ohne Zweifel dazu.
Nun haben sich beide beachtenswert schnell gefangen.
Hummels straft unter anderem Sky-Experte Dietmar Hamann Lügen, der orakelt hatte, der ehemalige Borusse sei "höchstens noch die Nummer drei" in der internen Rangliste. Kovac baut auf Hummels.
Der 29-Jährige spielte die wichtigen Auswärtspartien in Stuttgart, auf Schalke sowie in Lissabon durch und fehlerfrei. Die Nummer drei ist er auf keinen Fall.
"Jeder sitzt einmal auf der Bank, in jedem Mannschaftsteil. Es wäre sehr überheblich den anderen beiden gegenüber, wenn ich es nicht akzeptieren würde, einmal nicht zu spielen. Denn Jérôme und Niki sind einfach sensationelle Innenverteidiger", sagt Hummels.
Auch Müller macht seinem Trainer wieder Freude. "So einen Spielertypen hatte ich noch nie", schwärmt Kovac. "Er ist immer dort, wo es gefährlich wird. Das macht ihn stark."
Schon immer war dies die Stärke des Urbayern. Allerdings ließ er die bekannte Unbekümmertheit zuletzt vermissen. In der neuen Saison ist Müller wieder Müller. Zwei Assists und zwei Tore stehen in der Bundesliga schon wieder zu Buche.
"Nach der WM wurde ja jeder Stein umgedreht, umso wichtiger war es für mich, gut beim FC Bayern in die Saison zu starten“, sagt der Nationalspieler:
Das gilt auch für Robert Lewandowski.
Nachdem der Pole vor Wochen und Monaten noch täglich mit Abwanderungsgedanken spielte, lässt er nun wieder Leistungen auf dem Platz sprechen. Acht Treffer in sieben Pflichtspielen - "Lewy" ist wie gewohnt auf der Jagd nach Toren.
Gegen Frankfurt knipste er dreifach, im DFB-Pokal erzielte er das goldene Tor zum Weiterkommen und auch gegen Hoffenheim, Stuttgart und Schalke war er in der Bundesliga erfolgreich. Trotz aller Unruhe im Vorfeld, sportlich ist der 30-Jährige unangreifbar.
Renato Sanches ist davon weit entfernt. Trotzdem zählt der Portugiese zu den Gewinnern. Nach zwei Jahren zum Vergessen, ist er zurück im weiteren Kreis der Bayern-Startelf. "Ich bin vorbereitet, um dieses Jahr hier zu spielen", hatte Sanches vor der Saison gesagt.
Kovac nahm ihn beim Wort - in Lissabon stand Sanches in der Startelf und lieferte. Der Trainer lobte später:
Thiago endlich in der Führungsrolle
Ebenfalls ein Gewinner ist Thiago. Um den Spanier rankten sich im vergangenen Sommer Wechselgerüchte. Eigentlich war er schon so gut wie weg. Nun zieht Thiago die Fäden im Offensivspiel der Münchner, als wäre nichts gewesen.
Doch auch defensiv hat Thiago zugelegt. Kovac setzt ihn als alleinigen Sechser vor der Viererkette ein. Der dankt es dem Trainer mit Spitzenleistungen. In sechs der sieben Pflichtspiele kam er über 90 Minuten zum Einsatz (nur in Lissabon war er nicht dabei).
Der 27-Jährige bestritt beim FC Bayern die meisten Zweikämpfe, gewann für einen Mittelfeldspieler ganz starke 63 Prozent seiner Duelle und war ligaweit am häufigsten am Ball (467-mal). Thiago scheint endlich die Führungsrolle einzunehmen, die beim FC Bayern seit seiner Verpflichtung für ihn vorgesehen war.
Da geht noch mehr: Wagner, Süle
Wo Gewinner sind, da sind natürlich auch Spieler, bei denen es noch nicht wie erwartet läuft.
Stürmer Sandro Wagner beispielsweise stand bislang erst 29 Minuten auf dem Platz. Der 30-Jährige, vor der Rückrunde der vergangenen Saison von der TSG Hoffenheim zu Bayern gekommen und mit stolzen neun Toren in 18 Pflichtspiel-Einsätzen unter Trainer Jupp Heynckes, durfte in dieser Spielzeit bislang nur 18 Minuten im Supercup und elf Minuten auf Schalke ran.
Am bislang überzeugenden Lewandowski kommt der Ex-Nationalspieler nicht vorbei.
"Lewy ist ein Vollblutstürmer, der es aktuell richtig gut macht", so Kovac: "Ich muss aber auch Sandro loben. Ich habe ihn ja nur als Gegenspieler kennengelernt, das war immer schwierig. Als Typ ist er ein ganz feiner Kerl, ein toller Mensch und guter Fußballer, der sich tagtäglich reinschmeißt. Er macht es sehr gut."
Kovac sucht nach Spielzeit für seinen 1b-Stürmer. Das Spiel gegen Augsburg am kommenden Dienstag bietet sich an.
Ob Niklas Süle dann ebenfalls spielen wird, ist unklar. Kovac pflegt eine ausgeprägte Verteidiger-Rotation. Deswegen - und auch weil Boateng im Sommer nicht Richtung Paris abwanderte - hat Süle den erwarteten Schritt zum Abwehrchef noch nicht vollzogen.
Ex-Trainer Jupp Heynckes adelte den Nationalspieler im Endspurt der vergangenen Saison. "Wenn ich Niklas Süle sehe, der wird ein super Spieler, Weltklasse und in ein paar Jahren der begehrteste Innenverteidiger im europäischen Fußball."
Noch ist etwas Geduld gefragt. Einen "Kovac-Verlierer" würden wir Süle deshalb allerdings nicht nennen. Wenn, dann auf allerhöchstem Niveau.
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