FC Bayern München besiegt Werder Bremen, Serge Gnabry trifft doppelt

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Dank Doppelpacker Serge Gnabry hat der FC Bayern München am 13. Bundesliga-Spieltag den nächsten Schritt in die Erfolgsspur gemacht. Bei Werder Bremen erzielte der Nationalspieler beide Tore (20./50.) zum knappen, aber hochverdienten 2:1 (1:1) der Bayern, Yuya Osako glich zwischenzeitlich für Werder aus (33.), Manuel Neuer machte keine gute Figur. Bremens Niklas Moisander sah Gelb-Rot (90.+2).

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Fotocredit: Eurosport

So lief das Spiel:

Bayern München startete nur mit einer Veränderung zum 5:1-Erfolg unter der Woche in der Champions League gegen Benfica Lissabon. Arjen Robben konnte angeschlagen nicht mitwirken, für ihn rückte Serge Gnabry nach überstandenen Adduktorenproblemen in die Startelf.
Der Rekordmeister nahm mit Anpfiff die Zügel in die Hand, dominierte und kontrollierte die Begegnung und erspielte sich mit variantenreichen, vertikalen und schnellen Vorstößen reihenweise gute Torchancen. In der 7. Minute rettete Torhüter Jiri Pavlenka mit einer guten Parade am kurzen Pfosten gegen Robert Lewandowski, in der 12. Minute verfehlte ein Schlenzer von Joshua Kimmich knapp den Torerfolg.
Die überfällige Führung erzielte schließlich in der 20. Minute Gnabry, der im Sechzehner klasse in Szene gesetzt wurde und Schlussmann Pavlenka im zweiten Versuch überwand. Die Gäste blieben am Drücker, Thomas Müller verpasste per Kopf einen weiteren Treffer (26.).
Nach fahriger Anfangsphase ohne Zugriff fing sich Werder jedoch nach einer halben Stunde. Das Team von Florian Kohfeld agiert mutiger, hielt den Ball besser und kam zu Abschlüssen. Eine Doppelchance durch Theodor Gebre Selassie und Nuri Sahin (29.) leitete die beste Phase der Gastgeber ein, die im 1:1-Ausgleich durch Yuya Osako (33.) mündete.
Nach Flanke von Max Kruse setzte sich der kleine Japaner im Zentrum per Kopf gegen Jérôme Boateng durch, auch Manuel Neuer sah in der Szene unglücklich aus. Kurz vor der Pause vergab Lewandowski die Möglichkeit zur erneuten Führung (44.). Gute Leistung, aber kein gutes Ergebnis - so das Halbzeitfazit für den Rekordmeister.
Mit Wiederanpfiff fiel die erneute Führung der Münchner. Müller bereitete mit einem guten Antritt zur Grundlinie vor, Gnabry vollende im Zentrum aus kurzer Distanz (50.). Das Team von Trainer Niko Kovac beherrschte nun Spiel und Gegner - die nächste gute Chance ergab sich für Kingsley Coman (57.), der in der ersten Hälfte für den angeschlagenen Franck Ribery gekommen war.
Nach rund einer Stunde verflachte die Partie, Bayern ließ den Gegner besser ins Spiel kommen, ließ Werder mit guter Ordnung aber kaum konstruktiv ins Angriffsdrittel kommen. Bayern blieb konzentriert und hielt die Partie unter Kontrolle, doch auch Werder kam noch zu seinen Möglichkeiten.
Für die Schlussphase wechselte Kohfeld offensiv, brachte Claudio Pizarro, der die beste Chance durch Kruse vorbereitete - der Kapitän legte den Ball aus spitzem Winkel knapp am Pfosten vorbei (77.). Die ganz große Schlussoffensive der Bremer blieb jedoch aus.
In der Nachspielzeit flog Niklas Moisander zudem mit Gelb-Rot vom Platz. Bayern brachte einen knappen, aber hochverdienten Erfolg über die Zeit.

Die Stimmen:

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir sind sauer und unzufrieden. Wir waren mutig, hatten Momente, in denen es hätte kippen können, doch haben wir diese nicht genutzt. Aber wir waren heute am Limit unserer Möglichkeiten, das muss man auch realistisch sagen. Man muss anerkennen, dass die Bayern als Mannschaft sehr gut funktioniert haben. So gesehen haben wir gegen einen sehr guten Gegner verloren. Es war möglicherweise nicht der beste Moment, um gegen dieses Topteam zu spielen."
Frank Baumann (Manager Werder Bremen): "Ich glaube, man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben alles versucht, am Ende hat uns auch ein bisschen das Glück gefehlt."
Ludwig Augustinsson (Werder Bremen): "Du brauchst gegen Bayern eine Top-Performance. wir haben es Ihnen ein bisschen zu leicht gemacht."
Max Kruse (Werder Bremen): "Wir haben ungünstige Gegentore bekommen. Das darf uns einfach nicht passieren. Das ist zu einfach. Dann verliert man solche Spiele."
Niko Kovac (Trainer Bayern München): "Mir hat viel an unserer Leistung gefallen, bemängeln muss ich nur die Chancenverwertung. Ich habe noch sechs, sieben weitere glasklare Chancen gezählt, die wir zu Treffern ummünzen müssen. In den zehn Minuten nach unserem Führungstor haben wir zu passiv verteidigt, ansonsten wurde gut gearbeitet. Es war ein außerordentlich gutes Spiel meiner Mannschaft. Wir haben das Spiel technisch, taktisch, aber auch zum Schluss kämpferisch dominiert. Wir haben es richtig gut gemacht: defensiv alle zusammen, gemeinsam gegen den Ball, schnelle Umschaltsituationen. Nach vorne hat man gesehen, dass, wenn wir Räume haben, unsere Qualitäten ausspielen können. Dafür möchte ich der Mannschaft gratulieren. Es ist gut, dass wir jetzt eine Woche Zeit zur Vorbereitung auf das nächste Spiel haben."
Serge Gnabry (FC Bayern München): "Dieser Sieg bringt sehr viel Erleichterung und schafft gute Stimmung und Selbstbewusstsein. Gerade heute haben wir nicht viel zugelassen. Am Ende haben wir den Sieg über die Zeit gebracht. Natürlich wissen wir um die Lage in der Tabelle, daher sind drei Punkte immer wichtig. Ich bin natürlich überglücklich über meine beiden Tore heute und dass ich der Mannschaft helfen konnte. Wir sind gut besetzt und brauchen alle Spieler. Es ist gut, dass die Konkurrenz wieder gesund wird.“
Manuel Neuer (FC Bayern München): "Das Gegentor? Man sollte die Situation immer für sich beurteilen. Ich gehe raus, um mich anköpfen zu lassen. Wenn ich auf der Linie bleibe, dann steht Osako direkt vor mir, da habe ich es schwerer. Ich dachte, das wäre die richtige Option."

Das fiel auf: Schlüsselspieler Kimmich

Gegen Benfica versetzte Trainer Niko Kovac Joshua Kimmich von der rechten Verteidigerposition ins zentrale Mittelfeld. Ein Schachzug, der sich auszahlte. Und auch gegen Bremen zeigte sich, dass Kimmich in seiner neuen Position ein Schlüsselfaktor für das Spiel der Münchner sein kann.
Neben einer verbesserten defensiven Ordnung belebte er vor allem als zentraler Aufbauspieler die Offensive: Statt Flügelfokus gab es vermehrt Angriffe durch das Zentrum. Kimmich agierte mit viel Übersicht, gutem Gespür für Räume und Tempo und setzte unter anderem Gnabry vor dem 1:0 in Szene. Vier weitere Torschussvorlagen gingen auf sein Konto. Ein guter Auftritt des 23-Jähriger. Einzig beim 1:1-Ausgleich sah er nicht gut, konnte die Flanke von Kruse über rechts nicht verhindern.

Der Tweet zum Spiel:

Für Gnabry war es der erste Doppelpack im Trikot des FC Bayern - an drei der vergangenen vier Treffern war er direkt beteiligt.

Die Statistik: 16

Ein Gegner zur richtigen Zeit für die kriselnden Bayern: Das 2:1 war der 16. Bundesligasieg am Stück gegen die Grün-Weißen - die längste Serie eines Klubs gegen ein anderes Team in der Geschichte der Bundesliga.
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