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Bayern wackelt auch in Augsburg: "Verdienter Arbeitssieg - mehr nicht"

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Augsburg - FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

VonTim Wehinger
15/02/2019 Am 21:58 | Update 16/02/2019 Am 00:27

Der FC Bayern hat zum Auftakt des 22. Bundesliga-Spieltags trotz zweimaligen Rückstands mit 3:2 (2:2) beim FC Augsburg gewonnen und den Rückstand zu Borussia Dortmund vorübergehend auf zwei Punkte reduziert. Kingsley Coman (17./45.+2) und David Alaba (53.) trafen für die Münchner, Leon Goretzka mit dem schnellsten Eigentor der Liga-Geschichte nach 13 Sekunden sowie Dong-Won Ji (23.) für Augsburg.

So lief das Spiel:

Der FC Augsburg ging mit einem enorm dezimierten Kader ins bayerische Derby. Alle drei Kapitäne fehlten gegen den FC Bayern.

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Im Vergleich zum vergangenen Spieltag waren Kevin Danso und Sergio Córdova (für Daniel Baier und Alfred Finnbogason) neu in der Startelf. Auf Seiten der Münchener durfte Niklas Süle (für Jérôme Boateng) wieder seinen Platz in der Innenverteidigung einnehmen - und Manuel Neuer (für Sven Ulreich) kehrte ins Tor zurück.

Der Kapitän erlebte einen bitteren Beginn. Bereits nach 13 Sekunden zappelte der Ball in seinem Tor. Nach einer Hereingabe von Philipp Max hatte Leon Goretzka das Spielgerät von hinten an den Unterschenkel bekommen und dadurch ein Eigentor verursacht.

Der FCA lief die Bayern früh an, legte ein hohes Tempo an den Tag und hinderte die Gäste an ihrem Aufbauspiel. Deren Antwort ließ bis zur 17. Minute auf sich warten.

Mit einer traumhaften Flanke bereitete Joshua Kimmich vor. Kingsley Coman war zur Stelle und schob das Spielgerät ins rechte lange Eck unter der Hand von Gregor Kobel durch. Manuel Baum reagierte mit einer taktischen Umstellung und ließ einen Zettel mit Anweisungen durch die Augsburger Mannschaft gehen.

Von da ab formierte sich die Defensive in einer Viererkette und spielte eher im 4-5-1-System. Daraufhin ging Augsburg zum zweiten Mal in Führung. Max flankte nach innen, Süle fälschte leicht ab, und über den Umweg Michael Gregoritsch landet das Spielgerät vor Dong-won Ji, der keine Sekunde zögerte und den Ball aus zentraler Position unter die Latte zimmerte (23.).

Infolge der Umstellung wurden die Räume deutlich enger, und die Münchener taten sich schwer, in die gefährlichen Räume vorzudringen. Nach einer guten halben Stunde hatten die Gäste lediglich einen Aluminiumtreffer vorzuweisen. Nach Ecke von Kimmich war Robert Lewandowski zum Kopfball hochgestiegen.

Erst in letzter Sekunde vor der Pause war es erneut Coman, der für den Ausgleich sorgte, weil Kobel die Beine nicht mehr schnell genug zusammenbekam (45. +3).

Nach der Pause ging es ohne Wechsel weiter. Es waren keine zehn Minuten gespielt, als der FCB erstmals in Führung ging. Diesmal bereitete Coman vor, indem er an der linken Strafraumgrenze zu David Alaba schob. Der Österreicher nahm den Ball gut mit und versenkte ihn rechts im langen Eck (53.).

Von den Augsburgern kam in der zweiten Halbzeit zu wenig, die Gäste übernahmen somit die volle Kontrolle. Lewandowski hatte als letzter Mann vor Kobel (60.) die Chance, seinen 14. Saisontreffer perfekt zu machen und verzog in der Nachspielzeit aus halblinker Position. Coman sorgte per Kopf noch für den zweiten Lattentreffer der Partie. Nach einer Ecke, die Kimmich kurz ausführte, hatte Müller auf den Franzosen verlängert (71.).

Baum versuchte zwar immer wieder, seine Mannschaft nach vorne zu treiben und brachte einen zweiten Taktik-Zettel auf den Platz, woraufhin sein Team auf 3-5-2 umstellte, aber Augsburg konnte sich in den letzten Minuten nicht mehr mit einem Punkt belohnen.

Die Stimmen:

Manuel Baum (Trainer FC Augsburg): "Am Ende des Tage stehen wir leider mit leeren Händen da. Die zentrale Botschaft ist, ist dass da elf Spieler auf dem Platz stehen, die Vollgas geben und alles versuchen. Hut ab vor der Leistung von den Jungs. Am Schluss hat man das Gefühl gehabt, dass wir ganz knapp am dritten Tor dran waren."

Michael Gregoritsch (FC Augsburg): "Es gibt hier einen Spruch, der heißt 'Augsburg hält zusammen‘, und das spürt man gerade in diesen Tagen extrem. In Augsburg ist es wichtig zu kämpfen, zu ackern und nie aufzugeben. Das ist gegen eine sehr gute Mannschaft gelungen. Schade, dass wir am Ende mit einer Niederlage dastehen. Es war eine ganz wichtige Reaktion auf das Spiel in Bremen."

Niko Kovac (Trainer FC Bayern München): "Ich muss sagen: Wir sind so schlecht ins Spiel gekommen, ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich irgendwann mal ein Tor nach zehn Sekunden kassiert habe. Das ist sehr ärgerlich. Aber wir haben gezeigt, dass wir den Kampf dann auch annehmen können - gerade in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit war es dann eindeutiger. Unter dem Strich war es ein verdienter Arbeitssieg - mehr nicht. Vielleicht war schon der eine oder andere mit den Gedanken in Liverpool, das kann man nicht immer ausschließen. Wenn es so gewesen ist, dann war es nicht gut, aber es wäre menschlich."

  • Stimmen zum Spiel: "Da dreht man nicht nur als Keeper durch"

Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern): "Mit dem Spielaufbau war alles super. Auch in der ersten Halbzeit. Die Gegentore waren der Wahnsinn. Erst das Eigentor, und dann wieder über die gleiche Seite. Der Ball geht raus zum Sechzehner, und er (Dong-won Ji, Anm. d. Red.) nimmt ihn direkt. Da kann man nicht viel machen als Torwart. Wir haben uns vorgenommen, gut zu verteidigen, und wollten endlich wieder zu Null spielen. Das haben wir leider nicht geschafft. Das Gute daran war, dass wir noch genug Zeit hatten.“

Das fiel auf: Stark angefangen und stark nachgelassen

Mit dem schnellen Führungstreffer überrumpelte Augsburg den FC Bayern. Die taktische Einstellung von Baum, hoch zu pressen, war von Erfolg gekrönt und brachte den Meister zunächst aus dem Konzept. Als er sich wieder gefangen hatte, bewies der FCA-Coach erneut ein gutes Händchen. Indem er die Gäste in Zweikämpfe zwang, nahm er den Münchenern etwas den Wind aus den Segeln.

Das Bild änderte sich allerdings nach dem Seitenwechsel. Wo zu erwarten gewesen wäre, dass Baum seine Mannschaft wieder gut ein- oder eventuell noch einmal umstellt, verhielten sich die Hausherren deutlich zu defensiv und konnten sich vom Druck nicht mehr befreien. Mit schwindenden Kräften blieben dann auch Offensiv-Akzente aus.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 2 x 2

Coman schnürte nach knapp zwei Jahren seinen zweiten Doppelpack in der Bundesliga. Bitter für den Franzosen: Kurz vor Ende der Partie zog er sich eine Verletzung am linken Bein zu.

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