FC Bayern München: Kingsley Coman ist Bayerns Spieler der Saison
Publiziert 30/05/2019 um 11:33 GMT+2 Uhr
Kingsley Coman hat mit dem FC Bayern München eine bärenstarke Saison gespielt. Die Meisterschaft und der Pokal waren seine Titel Nummer 14 und 15. Und der Franzose ist erst 22 Jahre alt! 2018/19 trat er vollends aus dem Schatten von Franck Ribéry und Arjen Robben. Mehr noch: Er explodierte förmlich. Bleibt er dauerhaft fit, gehört ihm die Zukunft auf den Flügeln.
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Das Tor von Kingsley Coman gegen RB Leipzig im DFB-Pokalfinale für seinen FC Bayern München stand sinnbildlich für das, was den französischen Fußballer so besonders macht. Ein abgefälschter Ball kam hoch in seine Richtung: Dann folgte ein sensationeller erster Kontakt, eine Finte, der raketenhafte Antritt, der Blick aufs Tor, der Abschluss mit links, der Tor-Jubel.
Coman ist zu einem Unterschiedspieler avanciert, der Partien durch Überraschungsmomente und immense individuelle Qualität alleine entscheiden kann. Es ist das entscheidende Kriterium für einen erfolgreichen Flügelspieler beim deutschen Rekordmeister.
In 30 Pflichtspieleinsätzen erzielte der "King", wie er von einigen Kollegen gerufen wird, ansehnliche zehn Tore, lieferte dazu sieben Assists. Schon die Statistiken belegen: "Rocketman" Coman ist explodiert, aus dem Schatten von Franck Ribéry und Arjen Robben geschossen und eine Waffe auf dem Flügel. Wie weit es noch empor geht? Noch nicht abzusehen.
Es scheint jedoch, als sei er bei den stets ambitionierten Bayern an der richtigen Adresse. "Als Flügelstürmer muss ich noch mehr Tore schießen", sagte Coman zuletzt im "kicker" und fügte an:
Anders als Shaqiri und Co.: Coman gibt nicht auf
Die Vorzeichen, diesen Status zu erreichen, stehen zumindest gut. Anders als beispielsweise Douglas Costa oder Xherdan Shaqiri, die irgendwann aufgaben und den Verein frustriert wieder verließen, entwickelte sich Coman zu einer Zeit, in der die Institution "Robbery" langsam wirklich in die Jahre kam.
Nun sind Ribéry und Robben gänzlich verschwunden und deshalb ist es kein Wunder, wenn Coman betont:
Sein aktueller Vertrag läuft bei den Bayern bis 2023.
Auch wenn Trainer Niko Kovac bei vielen Spielern nicht immer unumstritten gewesen zu sein scheint, Coman hat ihm viel zu verdanken. Und umgekehrt. Kovac hat ihn immer gestützt und ist auch nicht eingeknickt, als Robben in der vergangenen Woche bei Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge Druck wegen eines Startelf-Einsatzes gegen Eintracht Frankfurt am 34. Spieltag hatte. Kovac brachte Coman, Coman erzielte in der vierten Minute die Führung. Boom.
Der Umbruch auf den Flügeln, der zwangsläufig mit weniger Spielzeit für die beiden Platzhirsche Robben und Ribéry einhergehen musste, war das sensibelste Thema an der Säbener Straße in dieser Saison.
Coman: Sorgen um die Verletzungsanfälligkeit
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und Ex-Bayern-Kapitän zollte Kovac ein Lob dafür, dass er diesen "endgültig vollzogen" habe. Coman und Serge Gnabry seien in "die riesengroßen Fußstapfen" der Altstars getreten, schrieb Matthäus vor etwas längerer Zeit schon in seiner "Sky"-Kolumne und hob darin hervor:
Allerdings ist und bleibt der Fußball schnelllebig. Und Sorgen hat auch Coman, denn so dynamisch er auf dem Weg zum Tor ist, so anfällig ist er auch für Verletzungen. In den letzten vier Jahren war er satte 373 Tage verletzt, verpasste insgesamt 65 Bayern-Spiele. Bitter war auch, dass er deshalb auf die WM in Russland verzichten musste. Die Reha hängt ihm zum Hals raus.
Und nicht nur ihm. Die Saison hat Bayern eindrucksvoll gezeigt, wie sehr Coman gebraucht wird. Nur eine Partie ging mit dem Flügelflitzer in der Startelf verloren, ohne ihn kassierten die Münchner vier Niederlagen.
"King" ist jetzt einer, der mit einer einzigen Aktion auftrumpfen kann. Das hatte er schon bei seiner Ankunft vor fast vier Jahren angekündigt: "Ich bin der Spieler, der den Unterschied macht - und zwar in jeder Minute des Spiels." Er hat Recht behalten. Und dürfte noch besser werden.
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