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FC Schalke 04 | Domenico Tedesco zählt Franco di Santo nach öffentlichem Streit auf der Bank an

Nach Zoff vor laufender Kamera: Tedesco zählt di Santo an

23/09/2018 um 10:59

Franco di Santo und Domenico Tedesco streiten sich beim 0:2 des FC Schalke 04 gegen den FC Bayern München während des Spiels vor laufender Kamera. Während Manager Christian Heidel keinen weiteren Brandherd aufkommen lassen will, äußert sich der Trainer enttäuscht vom Verhalten des Spielers und will über ein Strafmaß nachdenken. Kapitän Ralf Fährmann sagt derweil klar: "Das geht nicht."

Mit seiner Auswechslung in Minute 64 scheint der Argentinier gar nicht klar zu kommen, motzt den Trainer an, gestikuliert wild in Tedescos Richtung, ehe er mit der "Mund zu"-Geste den Disput selbst abwürgen will.

Di Santo war offenbar nicht damit einverstanden, das Spielfeld verlassen zu müssen. Im Streit scheint di Santo zudem die Nummer sieben zu zeigen - möglich, dass er meinte, Kollege Mark Uth (trägt bei Schalke die Rückennummer sieben) hätte die Auswechslung eher verdient gehabt.

Fährmann rügt di Santo

Mit der Szene konfrontiert, meinte Kapitän Ralf Fährmann bei "Sky": "Das geht nicht, das ist ein absolutes Unding von Franco. Das darf nicht sein."

Trainer Tedesco versuchte derweil, ein bisschen besonnener zu reagieren, machte aus seiner Enttäuschung über di Santo aber keinen Hehl. "Es war sehr emotional, Franco war mit der Auswechslung nicht einverstanden - ich schon. Dann kommt so was zustande", erklärte der 33-Jährige die Szene. Und fügte an:

"Das ist logisch, dass ich enttäuscht bin von jemanden, den wir schon seit geraumer Zeit pushen. Wir wissen, dass Franco hier keinen leichten Stand hat, aber wir sehen was in ihm und versuchen es immer wieder, reden ihn stark. Dann ist es natürlich enttäuschend. Ein bisschen gute Erziehung wäre da nicht verkehrt."

Heidel und Tedesco denken über Strafe für di Santo nach

Ob für di Santo eine Strafe folgt, hatte sich der Trainer noch nicht überlegt: "Das klären wir intern."

Angesichts des schlechten Starts mit vier Niederlagen in der Liga wollte auch Manager Christian Heidel nicht noch einen Brandherd aufmachen. "Es war ein kleiner Disput. Domenico hat ihm die richtige Antwort gegeben. Wenn er sich nicht richtig benommen hat, wird er dafür intern bestraft - Thema erledigt", sagte er, meinte aber auch in Richtung des Spielers:

"Er sollte sich ein Beispiel nehmen an Lewandowski, wie der die Auswechslung akzeptiert hat. Das würde dem Franco auch gut zu Gesicht stehen."

Robert Lewandowski war 14 Minuten später auf Seiten der Bayern ausgewechselt worden und hatte beim Verlassen des Platzes in Richtung der eigenen Fans applaudiert.

Eine Bestrafung für di Santo schloss auch Heidel nicht aus. Zitat: "Das werde ich mit Domenico besprechen, aber daraus muss man keinen Staatsakt machen."

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