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Lukebakio-Wahnsinn! Fortuna Düsseldorf holt Punkt beim FC Bayern München

"Perplex, bitter enttäuscht": Bayern blamiert sich gegen Düsseldorf

24/11/2018 um 19:25Aktualisiert 25/11/2018 um 12:53

Der FC Bayern München hat am zwölften Bundesliga-Spieltag nur ein 3:3 (2:1) gegen Fortuna Düsseldorf erreicht. Nach Toren von Niklas Süle (17.) und Thomas Müller (20., 78.) standen eigentlich alle Zeichen auf Sieg. Doch Nachlässigkeiten und Treffer von Dodi Lukebakio (44., 77.) hielten den Aufsteiger bis zuletzt im Spiel. Lukebakio war es auch, der den sensationellen Ausgleich markierte (90.+3).

So lief das Spiel:

Aufsteiger und Kellerkind Fortuna Düsseldorf präsentierte sich in der Anfangsphase angriffslustig und prüfte Bayern-Torwart Manuel Neuer in den ersten Minuten durch Distanzschüsse von Dodi Lukebakio (1.) und Ex-Bayer Takashi Usami (3.). Weil beim FC Bayern zu Beginn aus dem Spiel nur wenig funktionierte, bedurfte es nach 17 Minuten eines Eckballs zur Münchener Führung. Nachdem die Fortuna den Ball nicht geklärt bekam, reagierte Niklas Süle am schnellsten und staubte aus elf Metern trocken zum 1:0 ab.

Der Rekordmeister nutzte die kurzzeitige Verunsicherung der Gäste drei Minuten später zu Tor Nummer zwei. Einen brillanten Pass von Jérôme Boateng über die Abwehr nahm der eingelaufene Thomas Müller elegant aus der Luft und stocherte das Leder in Müller-Manier an Fortuna-Schlussmann Michael Rensing vorbei ins Netz (20.).

In der Folge stellten die Hausherren mit der vermeintlich sicheren Führung im Rücken den Spielbetrieb weitestgehend ein und kassierten Augenblicke vor der Pause die Quittung für passives Abwehrverhalten. Auf Zuspiel von Jean Zimmer war Dodi Lukebakio einen Schritt schneller als Süle und vollendete aus kurzer Distanz zum Anschluss (44.).

Es dauerte im zweiten Durchgang keine Viertelstunde, ehe Müller mit seinem zweiten Treffer des Tages den alten Abstand wieder herstellte. Eine feine Ablage von Robert Lewandowski mit der Sohle nutzte Müller für einen platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 3:1 (58.).

In der Folge gaben sich die Bayern erneut mit dem Zwei-Tore-Vorsprung zufrieden und mussten nach 78 Minuten den neuerlichen Anschluss hinnehmen. Und wieder war es der pfeilschnelle Lukebakio, der nach bei einem langen Ball Süle enteilte und frei vor Neuer auf 2:3 verkürzte. Als sich alle in der Allianz Arena schon auf den Münchener Arbeitssieg eingestellt hatten, durfte Lukebakio Sekunden Abpfiff einmal mehr frei aufs Bayern-Tor zulaufen und stürzte den Rekordmeister per Tunnel gegen Neuer tiefer in die sportliche Krise (90.+3).

Die Stimmen:

Niko Kovac (Trainer FC Bayern): "Ich bin alles andere als glücklich. Wir haben in der Abwehr zu viele Fehler gemacht. So darf man in der Bundesliga nicht verteidigen."

Thomas Müller (FC Bayern): "Es sah heute lange zeit nicht unentschieden aus. Aber wenn man drei Tore gegen Düsseldorf kassiert, muss man sich an die eigene Nase fassen. Ich bin momentan ein bisschen perplex, wir haben schon wieder eine späten Gegentor bekommen. So wird es mit einer Aufholjagd natürlich schwierig. Vielleicht fehlt der Mannschaft die hundertprozentige Schärfe beim Verteidigen."

Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern): "Da fehlen einem fast die Worte. Das darf uns nicht passieren. Wir sind bitter enttäuscht von uns selbst. Damit müssen wir jetzt leben, das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir müssen uns immer hinterfragen, der Trainer hinterfragt natürlich auch alles. Er gibt auch sein Bestes."

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Wenn man hier einen Punkt holt, fühlt sich das wie ein Sieg an. WIr haben taktisch sehr gut gespielt und immer wieder auf Konter gegangen. Das ist hundertprozentig aufgegangen!"

Michael Rensing (Fortuna Düsseldorf): "Einen Punkt in München zu holen fühlt sich fast wie ein Sieg an. Etwas schöneres gibt es für uns und unsere mitgereisten Fans einfach nicht."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayerns Führungs-Fluch

Der FC Bayern schafft es momentan nicht, selbst vermeintlich sichere Führungen ins Ziel zu bringen. Schon gegen Freiburg und den BVB gab der Rekordmeister Führungen aus der Hand, gegen die Fortuna reichten selbst zwei Treffer Vorsprung nicht zum Sieg. Statt beim Stand von 2:0 und 3:1 auf den dann vorentscheidenden nächsten Treffer zu gehen, stellte die Kovac-Elf das Spielen unerklärlicherweise fast komplett ein und brachte die Gäste eigenhändig zurück ins Spiel.

Statt vertikal und mutig zu agieren, versuchten die Münchener mit Querpässen und viel Ballbesitz das Spiel über die Zeit zu bringen - in der aktuellen Phase der Verunsicherung nicht die beste Idee. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Robert Lewandowski beim Stand von 3:1 aus sechs Metern das leere Tor nicht traf. Wenn´s nicht läuft, dann läuft´s nicht.

Die Statistik: 85

Der FC Bayern verlor noch keines seiner 85 Bundesligaspiele, in denen Thomas Müller ein Tor erzielt hat.

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