Schalkes Niederlage gegen Hertha bringt Tedesco unter Druck

Domenico Tedesco trieb sein Team mit wilden Gesten an, raufte sich die Haare - doch den Fehlstart für Schalke 04 konnte er nicht mehr verhindern. Der Trainer-Überflieger ist spätestens mit dem 0:2 (0:1) gegen Hertha BSC auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mit einem Taktik-Fehler hatte Tedesco die erste Heimpleite gegen den bisherigen Lieblingsgegner seit 14 Jahren eingeleitet.

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Und plötzlich findet sich der Vizemeister mit zwei Niederlagen in den ersten zwei Spielen auf dem 15. Tabellenplatz wieder.
"Wir gehen zur Zeit nicht in Führung und bekommen seltsame Gegentore", sagte Tedesco bei Sky: "Es fehlt die letzte Konsequenz, defensiv wie offensiv. Wir ruhen uns aber sicher nicht auf der vergangenen Saison aus, kein einziger unserer Spieler tut das."
Ondrej Duda sicherte den Gästen mit seinen Toren in der 15. Minute und in der Nachspielzeit (90.+6) den ersten Sieg auf Schalke seit dem 13. November 2004. Der erste Treffer des Slowaken war Ergebnis eines misslungenen Experiments Tedescos: Wegen akuten Innenverteidigermangels hatte der Trainer Allrounder Weston McKennie in die Abwehr zurückgezogen, um bei seiner bevorzugten Dreierkette bleiben zu können.

Berlin nun Tabellen-Dritter

Und der Amerikaner leistete sich vor dem Gegentreffer einen entscheidenden Stellungsfehler - wenig später stellte Tedesco dann doch auf Viererkette um, weil McKennie in der Innenverteidigung ein Risiko war.
Die Berliner, die zuletzt zehnmal in Folge in Gelsenkirchen verloren hatten, sprangen auf den dritten Rang - mit der Maximalausbeute von sechs Punkten. In der Schlussphase sah zudem Jewhen Konopljanka (90.+5) Rot wegen einer Notbremse, den folgenden Freistoß nutzte Duda zum Endstand.
Dabei hatte der Videobeweis hatte den Königsblauen, die zum Auftakt 1:2 in Wolfsburg verloren hatten, noch die Chance zur frühen Führung auf dem Silbertablett serviert. Auf Hinweis des Videoassistenten Tobias Welz in Köln entschied Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Handspiel von Marko Grujic, Daniel Caligiuri verschoss aber den Elfmeter (13.) - zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Duda schloss den nächsten Angriff der Berliner mit dem 0:1 ab, dem erst zweiten Tor der Hertha in Gelsenkirchen in den vergangenen 14 Jahren.

Rudy bleibt noch blass

Königstransfer Sebastian Rudy war bei Schalke noch nicht die erhoffte Verstärkung. Der Nationalspieler leistete sich viele Fehlpässe, das Spiel lief meist an ihm vorbei, kurz nach der Pause war bereits Schluss für den 28-Jährigen. "Ich bin erst knapp eine Woche da und brauche wohl noch ein bisschen Eingewöhnungszeit", sagte Rudy.
Nach dem frühen Rückstand brauchten die Gastgeber Zeit, es dauerte fast eine halbe Stunde, bis Breel Embolo mit einem Kopfball die Chance zum Ausgleich hatte (28.). Salomon Kalou hätte die Berliner noch vor der Pause mit 2:0 in Führung bringen können: Nach einem Missverständnis der Schalker Salif Sane und Abdul Rahman Baba steuerte der Ivorer allein aufs Tor zu, verfehlte aber knapp das lange Eck (34.).
Mit Suat Serdar und Guido Burgstaller wollte Tedesco nach der Halbzeit den Offensivdruck der Schalker erhöhen. Doch im Spiel nach vorne hakte es weiter, Hertha hatte bei Kontern sogar die besseren Chancen. Erst in der Nachspielzeit kamen Burgstaller und Mark Uth zu hervorragenden Möglichkeiten, scheiterten aber an Rune Jarstein. So konnte Duda den Schlusspunkt setzen.
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