Imago

Serge Gnabry beim FC Bayern München: Erste Duftmarke ist schon gesetzt

Gnabry setzt erste Duftmarken: "Solche Spieler braucht der Fußball"

10/08/2018 um 18:58Aktualisiert 11/08/2018 um 14:30

Serge Gnabry hat in seinem ersten Monat beim FC Bayern München vollends überzeugt. Mit seinem selbstbewussten, reifen Auftreten hat der 23-Jährige schon jetzt angedeutet, dass er dem Team von Trainer Niko Kovac weiterhelfen und den Umbruch beim deutschen Rekordmeister vorantreiben kann. Gnabry ist Bayerns Versprechen für die (nicht mehr ganz so weit entfernte) Zukunft.

"Ich mache es kurz: So viele Titel wie möglich gewinnen." Serge Gnabry hat beim FC Bayern ein klares Ziel. Und artikulierte das bei seiner Vorstellung Anfang Juli durchaus forsch und selbstbewusst.

Zu selbstbewusst? Nach gut einem Monat in München ist diese Frage mit einem klaren Nein zu beantworten. Der 23-Jährige ist einer der Gewinner der Vorbereitung unter Niko Kovac, überzeugte in den Testspielen durch engagierte Auftritte.

Vor allem gegen Manchester United am vergangenen Sonntag (1:0) stach Gnabry heraus, hatte die ein oder andere Abschlussaktion und unterhielt die Allianz Arena mit seinen Tempodribblings.

Kovac: Gnabry kann den Unterschied ausmachen

Die FCB-Verantwortlichen sind zufrieden mit ihrem Neuen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic meinte nach dem United-Spiel:

"Er macht das sehr gut. Er hat sich sehr gut eingefügt hier. Es ist so, als ob er schon einige Zeit da ist. "

Video - Sammer sieht "leichte Probleme" bei Robben und Ribéry

04:36

Schon zuvor hatte er Gnabry in den höchsten Tönen gelobt:

"Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmacht. Er ist schnell, geradlinig und dribbelstark, solche Spieler braucht der Fußball heutzutage. "

Der Fußball - und der FC Bayern, dessen etablierte Tempodribbler Arjen Robben und Franck Ribery wohl eher früher als später die Schuhe an den Nagel hängen werden. Gnabry soll ihr Erbe sein, und bisher ist Bayerns Versprechen für die (gar nicht mehr ganz so weit entfernte) Zukunft auf dem besten Weg dahin.

Dabei war nicht unbedingt abzusehen, dass sich der zweimalige deutsche Nationalspieler gleich so gut zurechtfindet, auch wenn er nach eigener Aussage "easy im Umgang" ist. Gnabry zog sich zum Ende der vergangenen Saison einen Muskelbündelriss zu und trainiert erst seit ein paar Wochen wieder mit Ball.

Gnabry mit Lehrjahr in Hoffenheim

Nach einer Verletzung als Neuzugang zu den Bayern zu kommen, ist angesichts der großen Konkurrenz keine dankbare Aufgabe, gerade für einen jungen Spieler. Dass er trotzdem so einschlug, ist seinem "Lehrjahr" bei 1899 Hoffenheim zu verdanken, an die er in der vergangenen Spielzeit von den Münchnern ausgeliehen war.

Video - Neuer heiß auf nächste Meisterschaft: "Wie, ist mir egal"

01:08

Das sieht zumindest Gnabry selbst so:

"Die viele Spielzeit in Hoffenheim hat mich unheimlich weitergebracht. Ich muss auf dem Platz stehen, um mich zu verbessern. Deswegen war das zusätzliche Jahr bei Hoffenheim auch Gold wert. "

Bei der TSG reifte der Offensivspieler, kam er endgültig in der Bundesliga an. Das zeigen auch die Zahlen: Für das Nagelsmann-Team erzielte Gnabry zehn Tore und bereitete sieben vor. Damit war er der siebtbeste Scorer der gesamten Liga - bei nur 22 Einsätzen.

Gnabry: Ein Versprechen für die Zukunft

Von seiner Zeit bei 1899 profitieren nun sowohl Gnabry als auch der FC Bayern, der im Flügelstürmer nicht nur einen schnellen, geradlinigen und dribbelstarken Profi erhalten hat, sondern auch einen enorm vielseitigen.

Video - Sammer zur Bundesliga: "Problem ist nicht Bayern München"

02:23

Kovac bot Gnabry gegen United im Sturmzentrum auf, während der USA-Reise spielte er sogar Außenverteidiger - eine Rolle, die ihm schon Nagelsmann anvertraute: "Ich glaube, dass er es kann. Ich sehe da sehr großes Potential für seine Zukunft."

Ganz egal, wo ihn Kovac aufstellte, Gnabry überzeugte. Durch Robustheit, Umtriebigkeit, körperliche und gedankliche Schnelligkeit. Deswegen müssen Robert Lewandowski und/oder Joshua Kimmich zwar nicht gleich um ihren Stammplatz zittern; doch Bayerns Versprechen für die Zukunft hat in nur wenigen Wochen angedeutet, dass er auf vielen Positionen weiterhelfen und den Umbruch vorantreiben kann.

Vor dem Supercup gegen Eintracht Frankfurt (am Sonntag ab 20:30 Uhr live im Eurosport Player) sagt Gnabry:

"Wenn es einen Umbruch gibt, will ich ein Teil davon sein. Es ist mein Traum, eine Karriere wie Robben oder Ribery hinzulegen. Daran arbeite ich jeden Tag hart."

Noch so eine forsche und selbstbewusste Aussage. Seine Anfänge in München zeigen: Zu selbstbewusst ist sie nicht.

Video - Sammer Time - der Vodcast: Kovac wird Kritiker "eines Besseren belehren"

23:05
0
0