SID

Hoeneß legt nach gegen Boateng und verrät: "Sein Manager sucht Vereine"

Hoeneß legt nach gegen Boateng und verrät: "Sein Manager sucht Vereine"
Von Eurosport

28/05/2019 um 12:03Aktualisiert 28/05/2019 um 12:36

Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern München hat Ex-Weltmeister Jérôme Boateng erneut einen Wechsel nahegelegt. "Er ist kein Spieler für die Bank. Er ist kein Spieler, der das verträgt, das hat man jetzt die letzten Wochen gesehen. Und dann ist es besser für ihn zu gehen", sagte Hoeneß in der Halbzeitpause des "Retterspiels" beim 1. FC Kaiserslautern (1:1) gegenüber "Sport1".

Es habe überhaupt nichts damit zu tun, dass er irgendetwas gegen Boateng habe. "Den Frust, den er derzeit hat, wird er nächstes Jahr noch mehr haben, wenn er da bleibt. Deswegen habe ich ihm geraten, den Verein zu wechseln", sagte Hoeneß:

"Er hat einen super Job gemacht bei Bayern. Aber wir kriegen Hernandez dazu, wir kriegen Pavard dazu, haben den Mats Hummels, den Niklas Süle."

Boateng, betonte Hoeneß, sei "kein besonders guter Ersatzspieler". Das hätten die vergangenen Wochen überdeutlich gezeigt, als der 30-Jährige sich in den Schmollwinkel zurückzog wie ein Kind, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat.

Boatengs Vertrag läuft noch bis 2021, die Bayern würden den bereits im vergangenen Sommer wechselwilligen Ex-Nationalspieler aber bei einem entsprechenden Angebot ziehen lassen. In der Defensive haben die Münchner für die kommende Saison bereits die beiden französischen Weltmeister Benjamin Pavard (vom VfB Stuttgart) und Lucas Hernandez (von Atletico Madrid) verpflichtet.

Video - Sané-Poker: Das spricht für einen Bayern-Wechsel

10:44

Boateng spricht von keiner "optimalen Saison"

Boateng spielt seit 2011 für die Bayern und hat neben der Champions League (2013) siebenmal die Meisterschaft sowie viermal den Pokal gewonnen.

"Bei Bayern München, meine Situation, wie sehe ich die?", hatte Boateng in den Tagen vor dem DFB-Pokal-Endspiel gegen RB Leipzig (3:0) gefragt - und sich die ehrliche Antwort selbst gegeben:

"Es ist glaube ich für beide Seiten nicht die optimale Saison gewesen."

Bayern und Boateng - das war nie eine Liebesbeziehung. Doch der einstige Abwehrboss und "Fußballer des Jahres" 2016 genoss in München lange Zeit größten Respekt. Und nicht nur dort: Als Musterbeispiel gelungener Integration war Boateng gern gesehener Gast im Kanzleramt und "Lieblingsnachbar" der Deutschen. Doch das Bild des lockeren und sympathischen Weltmeisters kippte im Herbst 2016, als ihm Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge empfahl, "back to earth" zu kommen.

Boateng wehrte sich zuletzt gegen sein Bling-Bling-Image. Sein Interesse für Brillen, Mode oder sein eigenes Magazin ("Boa") werde "falsch aufgenommen", sagte er, "die Leute denken, ich interessiere mich nicht mehr für Fußball. Das stimmt nicht."

"Sein Manager sucht Vereine"

Doch der Wunsch nach Trennung geht nicht nur vom FC Bayern aus. "Es laufen schon ewig Gespräche, sein Manager sucht Vereine, das wissen wir, und wir haben das schon lange akzeptiert", sagte Hoeneß. Boateng wird vom ehemaligen Münchner Sportchef Christian Nerlinger beraten, der ihn im vergangenen Sommer gerne bei Paris St. Germain untergebracht hätte. Der Wechsel scheiterte an der Ablöseforderung der Bayern und daran, dass Trainer Niko Kovac Boateng behalten wollte.

Inzwischen scheint er verzichtbar. Das liegt auch daran, dass der einstige Abwehrchef zuletzt immer häufiger verletzt war. In keiner der vergangenen vier Spielzeiten kam er auf mehr als 20 Liga-Einsätze. Rummenigge ist "überzeugt", dass beide Seiten "eine seriöse und faire Lösung" finden werden. Angeblich stellen sich die Bayern eine Ablöse von rund 20 Millionen Euro vor.

Ein Kontakt zu Inter Mailand soll schon bestehen, auch Juventus Turin scheint zu überlegen, sogar Gerüchte über ein Interesse von Borussia Dortmund machen die Runde. In Kaiserslautern, das fand Hoeneß schließlich noch heraus, fehlte Boateng, der im Team wie ein Fremdkörper wirkt, "aus privaten Gründen".

(SID)

Video - Poker um de Ligt: Raiola provoziert Barcelona

01:10
0
0