Eurosport
Bundesliga: Borussia Mönchengladbach siegt deutlich gegen Union Berlin
Von
Publiziert 31/05/2020 um 17:25 GMT+2 Uhr
Borussia Mönchengladbach hält weiter Kurs auf die Champions League. Das Team von Trainer Marco Rose besiegte Union Berlin souverän mit 4:1 (2:0) und verbesserte sich damit zumindest für einen Tag auf Platz drei der Bundesliga. Florian Neuhaus (17.), Marcus Thuram (41., 59.) und Alassane Plea (81.) erzielten die Treffer des fünfmaligen deutschen Meisters. Sebastian Andersson (50.) traf für Union.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Nach zuletzt nur einem Punkt aus den vergangenen beiden Bundesligaspielen veränderte Gladbach-Trainer Marco Rose seine Startelf auf drei Positionen und stellte seine Mannschaft mit den Hereinnahmen von Ramy Bensebaini, Jonas Hofmann und Patrick Hermann deutlich offensiver auf als noch gegen Leverkusen und Bremen. Bei Union Berlin ersetzte Grischa Prömel den gesperrten Robert Andrich mit Mittelfeldzentrum.
Die Borussia übernahm sofort die Kontrolle über die Partie, tat sich mit dem erwartet unangenehmen Gast aus Berlin in der Anfangsviertelstunde aber noch schwer. Schließlich war es nach 17 Minuten Florian Neuhaus, der mit einer Energieleistung den Bann für die Borussia brach. Bedrängt von Unions Marvin Friedrich ließ sich der Gladbacher Mittelfeldmann einfach nicht vom Ball trennen und traf aus zehn Metern über den linken Innenpfosten zur Führung (17.).
Union konnte zwar mit Kontern vereinzelt Nadelstiche setzen, kam im letzten Drittel aber kaum einmal in Abschlusssituationen. Gladbachs Yann Sommer erlebte eine ruhige ersten Hälfte und musste keinen einzigen Schuss auf sein Tor abwehren.
Vielmehr erhöhten die Hausherren kurz vor der Pause auf 2:0. Nach einem blitzsauber vorgetragenen Angriff fand Alassane Pléa mit seiner Flanke vom linken Strafraumeck Landsmann Marcus Thuram am langen Pfosten. Der Franzose löste sich im Rücken von Subotic und traf mit einer platzierten Kopfball in die rechte Ecke (41.).
Danach sank Thuram wie der frühere NFL-Star-Quarterback Colin Kaepernick auf ein Knie. Kaepernick war zur Symbolfigur der Proteste gegen Polizeigewalt vor allem gegenüber dunkelhäutigen US-Bürgern geworden. Thuram folgte damit dem Schalker Weston McKennie. "Justice for George" hatte der US-Nationalspieler am Samstag im Spiel gegen Werder Bremen (0:1) auf einen Trauerflor an seinem Arm geschrieben, Gerechtigkeit für den durch Polizeigewalt gestorbenen Afroamerikaner George Floyd.
Union erwischte einen Start nach Maß in die zweite Hälfte und stellte in der 50. Minuten mit einem Standard den Anschluss her. Christopher Trimmels Freistoßflanke legte Marcus Ingvartsen eher unfreiwillig mit dem Knie auf Sebastian Andersson quer, der aus kurzer Distanz zum 1:2 einnickte (50.).
Die passende Antwort der Borussia ließ jedoch keine zehn Minuten auf sich warten. Nach Hofmanns Ballgewinn gegen Prömel übernahm Pléa rechts am Strafraum und bediente wie schon beim ersten Tor Nebenmann Thuram am langen Pfosten. Der hatte aus wenigen Metern keine Mühe mehr und beruhigte die Gladbacher Nerven wieder (59.).
Union schüttelte sich nach dem erneuten Rückschlag kurz und agierte in der Schlussphase wieder deutlich mutiger im eigenen Offensivspiel. Die beste Gästechance auf den neuerlichen Anschlusstreffer verpasste der eingewechselte Joshua Mees mit einem Schlenzer aus 18 Metern (76.).
In der 81. Minute war die Angelegenheit aber endgültig durch: Bensebainis Flanke versenkte Pléa am Elfmeterpunkt mit einer technisch anspruchsvollen Direktabnahme unhaltbar im rechten Eck - ein starker Abschluss eines souveränen und kaum gefährdeten Gladbacher Erfolgs (81.).
Eine erfreuliche Kunde gab es kurz vor Schluss noch für die Borussia: Mamadou Doucouré feierte nach über drei Jahren und fünf Verletzungen sein lange ersehntes Bundesligadebüt für die Elf vom Niederrhein.
Gladbach springt in der Tabelle auf Platz drei und mischt damit im Rennen um die Champions-League-Plätze weiter voll mit. Union wartet nun seit sechs Spielen auf einen Sieg und hat in der Tabelle nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang.
Die Stimmen:
Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach): "Wir haben verdient gewonnen, auch weil wir in der ersten Halbzeit sehr griffig gespielt haben. Wir haben uns jetzt oben festgebissen und spielen momentan ein sehr gute Rolle."
Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben uns viel vorgenommen und davon viel auf den Platz gebracht. Wr wollten mehr Präsenz nach vorne zeigen und mit mehr Wucht nach vorne spielen. Der Sieg war wichtig im Kampf um die Champions League."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Ryersons bitterer Kurzauftritt
Unions Julian Ryerson erlebte gegen Gladbach einen ebenso bitteren wie kurzen Arbeitstag. Der Norweger kam in der 60. Minute für Christopher Lenz ins Spiel und verletzte sich bei der ersten Aktion nach seiner Einwechslung direkt wieder.
Nach einem Foul von Neuhaus blieb Ryerson mit sichtbaren Schmerzen am Knie liegen. Zwar probierte es der Berliner nochmal kurz, hielt jedoch nicht lange durch. Fünf Minuten nach seiner Hereinnahme musste der Mittelfeldspieler humpelnd das Feld verlassen.
Die Statistik: 14
Borussia Mönchengladbach hat in jedem der vergangenen Bundesliga-Heimspiele getroffen. Eine solche Torserie war den Fohlen zu Hause innerhalb einer Bundesliga-Saison letztmals von August 2012 bis April 2013 gelungen (damals 15 Heimspiele).
Das könnte Dich auch interessieren: Hansi der bessere Pep? Das fehlt Flick noch zu Guardiola
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung