FC Schalke | Chance und Risiko: Alexander Nübel auf den Spuren von Manuel Neuer
Alexander Nübel ist ein Mann, der seine Chancen nutzt. Das bewies der Torhüter beim FC Schalke 04 genauso wie in der U21-Nationalmannschaft. Nun steht Nübel vor einer Entscheidung, die seine Karriere maßgeblich beeinflussen wird. Der FC Bayern München soll planen, den 23-Jährigen langfristig zum Nachfolger von Manuel Neuer aufzubauen. Traumhafte Aussichten, die aber nicht ohne Risiko sind.
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Es gibt da diesen schönen Begriff, "Torwartland Deutschland". An überragenden Männern zwischen den Pfosten hat es dem deutschen Fußball tatsächlich selten gemangelt. Die aktuelle Situation in der Nationalmannschaft ist aber auch für deutsche Verhältnisse extrem. Extrem luxuriös, wohlgemerkt.
Der viermalige Welttorhüter Manuel Neuer soll der DFB-Auswahl auch bei der EM 2020 den Rücken freihalten, dahinter ist Barça-Stammkeeper Marc-André ter Stegen die Nummer zwei.
Mit Bernd Leno vom FC Arsenal und Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt stehen zwei weitere Meister ihres Fachs bereit. Und das größte Lob? Das heimst derzeit ein ganz anderer ein: Alexander Nübel.
Köpke staunt: "Das ging von Null auf Hundert"
Der 23-Jährige vom FC Schalke 04 wird jetzt schon als Nachfolger von Neuer gehandelt - und zwar in der Nationalelf und beim FC Bayern München. "Die Zeichen stehen gut für ihn", sagt Neuer.
"Es ist schon sehr, sehr stark, wie er gefühlt aus dem Nichts gekommen ist. Das ging von Null auf Hundert", staunt Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.
In der Tat ist die Entwicklung des Torhüters erstaunlich. Als sich Ralf Fährmann in der vergangenen Saison verletzte, musste Nübel ran - und nutzte sein Chance. Mit starken Reflexen und einer guten Spieleröffnung etablierte er sich bei den Königsblauen.
Nübel schon Kapitän beim FC Schalke 04
Das war ihm 2017 auch in der deutschen U21 gelungen - obwohl er bis dato in keiner Junioren-Auswahl des DFB Berücksichtigung gefunden hatte. Auch da nutzte er seine Chance, avancierte im Juni 2019 sogar zum Vize-Europameister.
Eine besondere Ehre wurde Nübel im Sommer zuteil, als ihn David Wagner zum Kapitän ernannte. Aus sportlichen Gründen, aber nicht nur, wie der Schalke-Coach betonte:
Vertrag läuft im Sommer aus
Schlau und intelligent muss Nübel auch sein, denn sein kometenhafter Aufstieg wird - natürlich - von allerlei Transfergerüchten und Spekulationen begleitet. Zumal der Vertrag des Youngsters auf Schalke im kommenden Sommer ausläuft.
Nachdem ein illustrer Kreis aus Vereinen wie Paris Saint-Germain, Atlético Madrid, RB Leipzig, FC Chelsea, Manchester United oder Borussia Dortmund als Interessenten galten, scheint sich nun ein Wechsel zum FC Bayern München anzubahnen.
Als Bayern-Präsident Uli Hoeneß schon im April auf die Personalie Nübel angesprochen wurde, ließ er wissen, dass dies eine Sache für Sportdirektor Hasan Salihamidzic sei, "weil das eine Investition unter 25 Millionen Euro wäre".
Die Aussage ließ Spielraum für Interpretationen und fachte die Spekulationen erst richtig an.
Nübel gibt zu: "Keine leichte Entscheidung"
Ob aktuell was dran ist am Bayern-Thema oder nicht, Nübel muss dieser Tage genau darauf achten, was er sagt und was nicht. Er bekomme mit, was da in den Medien über ihn geschrieben werde, "aber ich lese mir das gar nicht durch", so der Jungstar. Generell brauche er Zeit, dass sei "keine leichte Entscheidung".
Schalke will das Toptalent indes halten, laut "Sport Bild" soll der Verein Nübel einen Vertrag bis 2024 angeboten haben. Doch der zögert.
"Alex weiß, was für Schalke spricht - sonst wäre er nicht in Gesprächen mit dem Verein", sagte Wagner der "Sport Bild":
Manuel Neuer will noch lange nicht Schluss machen
Allerdings weiß der Trainer genau, dass es schwierig sein dürfte, Nübel zu halten, wenn die Bayern locken.
In München müsste sich der Schalke-Profi allerdings erst einmal mit einem Platz auf der Bank anfreunden. Neuer ist zwar schon 33 Jahre alt, will aber "so lange spielen, wie mein Körper es mitmacht, ich Spaß habe und gebraucht werde".
Ein Wechsel zum Rekordmeister wäre für Nübel Chance und Risiko zugleich. Schafft er irgendwann den Sprung zur Nummer eins, stünde ihm auch die Tür zur Nationalmannschaft offen. Wenn nicht, bekäme die Karriere einen erheblichen Knacks.
Möglich ist aber auch ein Kauf mit sofortiger Leihe - dann könnte Nübel weiter Spielpraxis sammeln im "Torwartland Deutschland".
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