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Pflichtsieg in Berlin: Bayern stellt alten Abstand auf BVB wieder her

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Robert Lewandowski

Fotocredit: Getty Images

VonJan Niestegge
17/05/2020 Am 18:28 | Update 17/05/2020 Am 21:24

Der FC Bayern München hat sein Auswärtsspiel bei Union Berlin am 26. Spieltag mit 2:0 (1:0) gewonnen. An der Alten Försterei taten sich die Münchner spielerisch schwer, erzielten beide Tore nach Standardsituationen. In der 40. Minute brachte Robert Lewandowski den Tabellenführer vom Elfmeterpunkt in Führung, Benjamin Pavard machte in der 80. Minute nach einem Eckball den Deckel drauf.

So lief das Spiel:

Nachdem Borussia Dortmund das Revierderby eindrucksvoll für sich entschied, waren die Münchner in der Pflicht, das Auswärtsspiel gegen Union Berlin zu gewinnen, um den alten Vorsprung von vier Zählern wiederherzustellen. FCB-Trainer Hansi Flick setzte weitestgehend auf sein bewährtes Personal – Leon Goretzka startete, Kingsley Coman saß zunächst auf der Bank, in der Innenverteidigung bekam Jérôme Boateng den Vorzug vor 70 Millionen-Mann Lucas Hernández.

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Union Berlin agierte – trotz hochkarätigem Gegner – in einer gewohnt offensiven Formation mit drei Spitzen und vier Mittelfeldspielern. Gegen den Ball verteidigten die Eisernen in einem kompakten 5-4-1-System. Eine effiziente Taktik, die die Münchner in der Anfangsphase vor einige Probleme stellte. Union machte die Räume extrem eng, verteidigte bissig und erfolgreich.

Der deutsche Rekordmeister schaffte es nicht, das Flügelspiel erfolgreich zu entfachen, auch das Zentrum war zu und so dauerte es lange, bis die Münchner das erste Mal gefährlich wurden. In der 17. Minute waren sie nach einem Standard zur Stelle. Goretzka verlängerte den Ball an den zweiten Pfosten auf Serge Gnabry. Dieser legte den Ball quer auf Müller, der aus kurzer Distanz einschob. Allerdings aus Abseitsposition, wie der VAR nach Überprüfung feststellte – so blieb es beim 0:0.

Union verteidigte in der Folge weiter gut und erfolgreich, die Münchner fanden nur sehr selten Mittel, um die Berliner in Bedrängnis zu bringen. Vor allem die rechte Seite der Münchner blieb auffällig blass, im Zentrum blieben die Münchner in den Zweikämpfen zumeist nur zweiter Sieger.

Erst ein grober Fehler von Neven Subotic in der 39. Minute führte dazu, dass die Münchner aus dem Nichts in Führung gingen. Der routinierte Verteidiger wollte einen Ball im Strafraum klären, übersah Goretzka, der von hinten anlief und traf den Münchner klar am Bein. Ein eindeutiger Strafstoß für die Gäste, die in Person von Robert Lewandowski eiskalt zur 1:0-Führung verwandelten (40.).

Auch mit der Führung im Rücken schafften es die Münchner nicht, das eigene Spiel zu beschleunigen. Die Münchner verbuchten zwar erheblich mehr Ballbesitz – 71 zu 29 Prozent – setzten sich insgesamt jedoch zu selten in Szene. In der 80. Minute half den Münchnern ein Standard, um das Spiel zu entscheiden. Nach einer Ecke von der rechten Seite von Joshua Kimmich setzte sich Benjamin Pavard am Fünfmeterraum durch und köpfte ins rechte Eck ein.

Die Bayern feierten einen wichtigen Pflichtsieg, rangieren wieder mit vier Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz, doch es bleibt die Erkenntnis, dass die Münchner noch viel Luft nach oben haben. Neun Tage vor dem direkten Verfolgerduell gegen Borussia Dortmund.

Flick noch nicht zufrieden: Diese Dinge müssen wir noch verbessern

00:00:34

Die Stimmen zum Spiel

Manuel Neuer (FC Bayern München): "Natürlich sind bei einem Spiel ohne Zuschauer die Minuten sehr lang. Wir waren froh, dass wir das Spiel dominiert haben und die drei Punkte verdient mit nach Hause nehmen. Wir hätten uns spielerisch von einer besseren Seite zeigen können, das ist Fakt, dennoch haben wir das Spiel verdient gewonnen."

Thomas Müller (FC Bayern München): "Wir sind ganz klar mit dem Ziel angereist, die drei Punkte mitzunehmen - das haben wir geschafft. An der einen oder anderen Stelle haben wir sicherlich noch Luft nach oben."

Neven Subotic (1. FC Union Berlin): "Wir merken, was diesen Job so besonders macht - das sind auf jeden Fall die Fans. Aber unser Job ist es, Fußball zu leisten und diesen Wettkampf, den haben wir alle in uns drin. Das glaube ich, hat man auch gesehen. Ich hoffe, dass es für die Fans Zuhause auch ein spannendes Spiel war, denn auf dem Platz hat es sich wieder richtig gut angefühlt."

So erklärt Flick den Verzicht auf Hernández

00:00:53

Das fiel auf: Rechter Münchner Außenverteidiger

Betrachtet man einzig die Statistik von Pavard in dieser Saison, ist es nahezu unmöglich, Kritik am Außenverteidiger zu äußern. Der 24-Jährige lieferte in 24 Spielen drei Torvorlagen und traf dreimal selbst. Auch ein Vergleich der Zahlen mit seinem Konterpart auf der linken Seite – Alphonso Davies (drei Torvorlagen, ein Tor) – lässt keine kritischen Kommentare zu. Doch da Fußball nicht einzig auf Zahlen basiert – vor allem nicht bei den Top-5-Klubs der Welt – ist es legitim, den Franzosen zu analysieren und besonders kritisch zu betrachten. Auch wenn es vermeintlich gut läuft – Pavard traf zum 2:0 der Bayern.

Auffällig ist bei Pavard, dass sich sein Offensivdrang in Grenzen hält – das zeigte er nicht erst im Bundesliga-Rückspiel gegen Union Berlin. Seine Linienbewegung ist schlicht solide, nicht besonders intensiv ausgeprägt. So fällt bei weniger dominanten Auftritten der Münchner auf, dass vor allem seine, die rechte Seite nicht präferiert wird. Pavard erzeugt zu wenig Druck, hat nicht genug Tempo – wie es eben ein Davies auf dem linken Flügel hat. So ist er aufgrund dieser Faktoren nicht erste Lösungsoption auf dem Münchner Feld – und somit in der Folge eine mögliche Änderungsoption. Gesagt ist damit: Der Franzose ist keineswegs ein schlechter Part im bayrischen Puzzle, nur eben kein essenzieller – und genau darum geht es – spätestens im Kampf um die europäische Krone.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 16

Die Münchner sind durch den 2:0-Auswärtserfolg gegen Union Berlin seit 16 Pflichtspielen ungeschlagen und feierten 15 Siege und ein Unentschieden. Mit 25 Punkten sind sie zudem das beste Team in der Rückrunde der Bundesliga. Auch erzielten die Münchner das 50. Tor unter Bayern-Coach Hansi Flick.

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