Campus-Chef Jochen Sauer erklärt Transfer-Strategie des FC Bayern

Beim FC Bayern will man wieder Talente aus der eigenen Jugend in den Profikader führen, so wie vor Jahren David Alaba. Campus-Chef Jochen Sauer erklärte nun in einem Interview, wie die Bayern dieses Vorhaben umsetzen und auch von anderen Vereinen Nachwuchsspieler nach München locken wollen. Vor allem der moderne Campus und die namhaften Nachwuchstrainer seien dabei ein Argument für den FC Bayern.

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"Die Kombination aus den Top-Bedingungen am Campus und namhaften und hochqualifizierten Trainer zieht. Wenn wir einen Spieler verpflichten wollen, zeigen wir ihm einen mittelfristigen Karriereplan auf", erklärte Sauer bei "Sport1".
Man müsse den Talenten "einen klaren Weg" vorzeichnen. Der Nachwuchschef ist überzeugt: "Zeigen Trainer wie Klose oder Demichelis ihnen diesen Weg, also Ex-Profis, die selbst auf allerhöchstem Niveau gespielt haben, dann ist das für den Spieler natürlich noch glaubwürdiger."
Auch der Campus und die gute Infrastruktur sei für viele Talente äußerst interessant, meinte Sauer weiter. Zudem gebe es mit der Dritten Liga "eine weitere Entwicklungsplattform, die viele andere Vereine nicht bieten können. Für junge Spieler ist diese Profiliga sehr attraktiv."

FC Bayern sucht den nächsten Alaba

Das Ziel der Münchener sei bei allen Überlegungen weiterhin möglichst viele Spieler bis in den Herrenbereich durchzubringen, so Sauer. "Was mich persönlich antreibt: Ich will so viele Spieler wie möglich aus unserem Campus in der Bundesliga sehen, bestenfalls beim FC Bayern. Das Ziel ist und bleibt, dass Spieler von uns über den Campus und die zweite Mannschaft in den Profikader kommen", sagte der 47-Jährige.
Jedoch habe es in seiner Zeit bei den Bayern bisher noch "kein Spieler geschafft, nachhaltig bei den Profis zu spielen", weiß Sauer, der seit 2017 Leiter der Nachwuchsabteilung des Rekordmeisters ist. "Jetzt sind ein paar Jungs an der Schwelle und können sich hoffentlich weiter etablieren", meinte der Campus-Chef.
Zuletzt schaffte aus der eigenen Jugend David Alaba 2010 dauerhaft den Sprung in den Profikader des FC Bayern. Der Österreicher bestritt seither 372 Spiele für die Münchener und avancierte zu einem der besten Verteidiger der Welt.

Transferstrategie "nicht aggressiv, sondern selektiv"

Auf dem Transfermarkt halte man sich eher zurück, erklärte Sauer: "Wir gehen nicht wahnsinnig aggressiv vor, sondern eher selektiv. Wenn ein Spieler das Team besser machen kann, dann versuchen wir ihn zu verpflichten."
Und weiter: "Wenn wir einen Spieler dazu holen, muss dieser deutlich mehr Qualität haben als jemand, der schon bei uns spielt. Ein potenzieller Neuzugang muss in seinem Jahrgang zu den Top 3 bis 5 gehören."
Zudem konzentriere man sich beim FC Bayern "meistens auf den deutschen Markt", so der ehemalige Geschäftsführer von Red Bull Salzburg: "Einen Spieler wie Joshua Zirkzee kann man aus dem europäischen Ausland erst verpflichten, wenn er 16 Jahre ist. Außerhalb von Europa muss der Spieler 18 sein. (...) Wir holen durchschnittlich ein bis zwei Neuzugänge pro Team."
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