FC Bayern München: Borussia Mönchengladbachs Offensive brennt auf den Gipfel

Borussia Mönchengladbach hat sich nach dem Ausrutscher in Berlin eindrucksvoll zurückgemeldet und mit einem 4:2-Sieg gegen Freiburg die Tabellenspitze zurückerobert. Erneut stach die Offensive der Fohlen um Marcus Thuram und Breel Embolo heraus. Große Namen wie Lars Stindl und und Alassane Pléa standen nicht mal von Beginn an auf dem Platz. Der FC Bayern ist vor dem Spitzenspiel gewarnt.

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Aus Mönchengladbach berichtet Andreas Morbach
Wie zwei alte Kumpels standen Christian Streich und Patrick Herrmann am zugigen Eingang zum Spielertunnel und plauderten noch ein wenig über das hochattraktive 4:2 (1:1) der Gladbacher gegen Freiburg. Mit dem Sieg eroberte die Borussia die Tabellenführung von den Leipzigern zurück – und Streich pickte sich beim kurzen Rückblick einen aus dem starken Angriffstrio der Gastgeber heraus.
"Hä, dä Thuram", raunte der SC-Coach, eine Hand auf Herrmanns Schulter, drei anerkennende Worte über dessen Sturmpartner. Und später präzisierte Streich seine Bewunderung für die "Offensiv-Hydra" der Fohlenelf unter Einbeziehung von Breel Embolo, dem dritten im Bunde.

Geballte Offensivkraft

"Wenn du solche Stürmer hast, mit solchen Körpern, die die Bälle so festmachen können, dann isch des schwierig“, kommentierte der 54-Jährige da. Während der eher schmächtig gebaute Herrmann in sein Statement zur geballten Angriffswucht des Spitzenreiters noch Alassane Plea mit einbaute.
Der Franzose kam erst in den letzten sechs Minuten für Doppeltorschütze Embolo in die Partie. "Es klappt vorne mit allen gut. Wir verstehen uns super, gerade was die Laufwege angeht", betonte Herrmann:
Gegen Freiburg trafen alle drei Stürmer: Der schnelle, wendige Marcus Thuram schon nach drei Minuten – dank eines von Gästekeeper Mark Flekken zu kurz und nach vorne abgewehrten Balls. Unmittelbar nach Wiederbeginn legte Herrmann dem Schweizer Nationalspieler Embolo zum 2:1 auf, fünf Minuten später revanchierte sich Embolo dann mit einem Querpass auf den Torschützen Herrmann.
Zwischendurch verschoss Embolo noch einen Foulelfmeter – nach eigener Balleroberung und anschließendem Zuspiel von Florian Neuhaus gelang dem Eidgenossen aber auch das finale 4:2.

Ein Pulk an Edelreservisten

Die gute Arbeit der Gladbacher Kaderstrategen in den letzten Jahren machte ein Blick auf die Ersatzbank des Spitzenreiters deutlich: Neben Edelreservist Plea saßen da noch die Offensivkräfte Lars Stindl und Raffael, die vergeblich auf einen Einsatz warteten. Ebenso wie die Mittelfeldakteure Christoph Kramer, Fabian Johnson und Jonas Hofmann, der immerhin in der Nachspielzeit eingewechselt wurde.
Mittelstürmer Embolo spricht von einer "guten Konkurrenz" – während sein Trainer über die komfortable Lage bei der Spielerauswahl sagte: "Wir versuchen, unserem Kader gerecht zu werden. Deshalb haben wir im Vergleich zum Europacup-Spiel am Donnerstag fünf Wechsel vorgenommen. Nicht alle gehen heute zufrieden nach Hause, aber ein Sieg hilft dabei immer ein Stück weit." Und darüber hinaus berichtete Marco Rose noch:

Gladbach: Vorfreude auf die Bayern

Mit dem Ergebnis und dem Auftritt seiner Mannschaft gegen Freiburg war der gebürtige Leipziger gleichermaßen "sehr, sehr zufrieden". Dieses gute Gefühl nehmen die Niederrheinischen am kommenden Samstag nun mit in das Gipfeltreffen gegen die Bayern.
Selbst im Falle einer Heimniederlage können sie dabei vom Abonnements-Meister der letzten Jahre im Tableau nicht überholt werden. "Das interessiert mich nicht", sagt Rose dazu, umso mehr interessiert den 43-Jährigen dies:
Der Tabellenplatz sei dabei natürlich "gut für den Kopf, gut für das Umfeld, gut für die Fans“, ergänzte Embolo. Und mit Blick auf das Highlight-Spiel gegen München sagte der Sommereinkauf aus Schalke: "Wir wollen zeigen, dass wir auch gegen sie unser Spiel an den Tag legen können. Wir hoffen auf einen Glanztag, und dass wir unsere Position verteidigen können. Aber die Bayern zu ärgern – das ist eine gemeinsame Aufgabe der ganzen Bundesliga, und das läuft momentan super."
Nicht immer super fand der gebürtige Kameruner am Sonntag das Defensivverhalten der eigenen Mannschaft. "Bei den zweiten Bällen waren wir ein bisschen zu nachlässig“, monierte Embolo.
So verhinderte der starke Linksverteidiger Rami Bensebaini mit einer Rettungstat auf der Linie nach einer Stunde das mögliche 3:3 für das Streich-Ensemble. Und der Übungsleiter der Breisgauer selbst meinte mit offenem Bedauern: "Ich hätte es total interessant gefunden, wenn es nach dem 1:3 aus unserer Sicht plötzlich 3:3 gestanden hätte. Aber das ist leider nicht passiert."
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