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Das Problem mit Perisic: Warum ihn Bayern (nicht) braucht

Das Problem mit Perisic: Warum ihn Bayern (nicht) braucht

11/08/2019 um 12:44Aktualisiert 11/08/2019 um 21:57

Ivan Perisic steht laut übereinstimmenden Meldungen vor einem Transfer von Inter Mailand zum FC Bayern. Demnach soll der Kroate fünf Millionen Euro Leihgebühr kosten, anschließend könne ihn Bayern für 20 bis 25 Millionen Euro verpflichten. Das ist ein überschaubares finanzielles Wagnis für die Münchner, die zudem dringenden Bedarf haben. Allein: Perisic darf kein Ersatz für Leroy Sané sein.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

Man stelle sich vor, der FC Bayern hätte ein Jahr lang Zeit, um sich auf die Nachfolge von Franck Ribéry und Arjen Robben vorzubereiten - und präsentiert dann Ivan Perisic.

Nun ja: Das könnte passieren.

Übereinstimmenden Berichten zufolge steht die Leihe des Ex-BVB-Stars kurz bevor, was die naheliegendste aller Fragen aufwirft: Warum nur?

Meiner Meinung nach kommt Perisic beim grummelnden Grundrauschen unter Bayern-Fans ein bisschen zu schlecht weg. Der Mann ist Vize-Weltmeister und spielt bei Inter Mailand, wo er im Vorjahr immerhin neun Tore und acht Vorlagen produzierte. Bei der WM 2018, knapp ein Jahr her, überzeugte Perisic fast restlos.

Allerdings hat es ja seine Gründe, weshalb Inter befindet, dass er trotz Vertrags bis 2022 verzichtbar ist. Seinen Zenit hat der 30-Jährige überschritten, im Dribbling weist er keine besonderen Vorzüge auf, grundsätzlich vereint Perisic wenig Wow-Effekt.

Darauf kann der FC Bayern keine Rücksicht nehmen. Dringend, sehr dringend brauchen die Münchner einen Spieler, der sofort weiterhilft. Es ist schon ein Unterschied, ob bei 0:2-Rückstand in Dortmund ein Alphonso Davies - so sympathisch wie begabt, aber halt 18 - eingewechselt wird oder ein erfahrener Profi wie Perisic.

Die Crux ist Folgende: Wird er als direkter Ersatz für Leroy Sané eingeplant, hat Bayern ein Problem. Das ist Perisic nämlich nicht. Kann er nicht sein. Der 82-malige Nationalspieler (23 Tore) eignet sich als Verstärkung für die Breite des Kaders, nicht für dessen Spitze.

Insofern darf die Sinnhaftigkeit eines Perisic-Deals erst am Ende dieser Transferperiode beurteilt werden. Als dritter oder vierter Flügelspieler hinter Kingsley Coman, Serge Gnabry und Mister X kann er nützlich sein. Sonst nicht.

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