FC Bayern München | Manchester City kann sich Ruhe bei den Transfers leisten

Manchester City hat sich ähnlich wie der FC Bayern auf dem Transfermarkt bisher ruhig verhalten. Doch während die Fans und mittlerweile auch die Spieler der Bayern lautstark neue Stars verlangen, ist die Situation in Manchester tiefenentspannt - und das, obwohl man dort ebenfalls nach der Champions League giert. Ist das Bohei um die Transferpolitik des FC Bayern am Ende ungerechtfertigt?

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Zuallererst, nein, der FC Bayern sollte sich nicht zurücklehnen auf dem Transfermarkt. Und ja, die Kritik ist angebracht. Der Transfer von Lucas Hernández über 80 Millionen Euro ist der teuerste Einkauf, den der Klub jemals in die Wege geleitet hat, doch schließt er keine essentielle Leerstelle im Kader - die Baustellen der Münchner befinden sich vor allem in der Offensive.
Nach den Abgängen von Arjen Robben und Franck Ribéry klaffen Lücken auf den Flügeln. Serge Gnabry und Kingsley Coman werden sicher für Wirbel sorgen, doch der Anhängerschaft fehlt ein großer Name. Jemand, der keine Zeit braucht, um sich einzufinden, sondern einen, der gleich Leistung bringt - ein Star, auf den man sich sofort verlassen kann.
Karl-Heinz Rummenigge und seine Kollegen müssen sich auch Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen. Manuel Neuer, Josuah Kimmich und zuletzt Robert Lewandowski haben ihrem Unmut über die Situation bereits Luft gemacht. Der Pole murrte:
Die Mahnungen sind berechtigt - aber hinken die Münchner der Konkurrenz wirklich so weit hinterher? Auch Top-Klubs wie Manchester City oder der FC Liverpool haben auf dem Transfermarkt bisher zögerlich agiert.

Auch Manchester City hat Baustellen

City zum Beispiel könnte leicht ein Problem in der Abwehr bekommen. Vincent Kompany wechselte als Spieler-Trainer zum RSC Anderlecht, zudem hat Fabian Delph den Verein verlassen. Nicolás Otamendi wird seit einiger Zeit mit seinem Herzensklub FC Valencia in Verbindung gebracht, Eliaquim Mangala darf trotz Vertrags bis 2020 ablösefrei wechseln und nimmt nicht an der Asien-Tour der "Citizens" teil.
Manchester dezimiert sein Abwehrzentrum auf ein Minimum - die einzigen fixen Innenverteidiger, wenn Otamendi noch wechselt, sind John Stones und Aymeric Laporte. Dazu bleibt der verletzungsanfällige Benjamin Mendy auf links und als Back-Up Oleksandr Zinchenko.
Selbst wenn man Harry Maguire von Leicester City verpflichtet (und derzeit sieht es absolut nicht danach aus), stehen nur drei nominelle Innenverteidiger im Kader. Wenn Maguire nicht kommt und Otamendi geht, sind es sogar nur zwei. So aufgestellt kann man eigentlich nicht in eine Saison starten.

Guardiola ist sorgenfrei - zu Recht?

Pep Guardiola ist da anderer Meinung. Er ist zufrieden mit seinem Team. Gegenüber dem britischen "Guardian" sagte er:
Guardiola ist tiefenentspannt. Ganz nach dem Motto: Kein Deal ist besser als ein schlechter Deal. Außerdem scheint der Katalane fest mit Otamendis Verbleib zu rechnen. Laut "spox.com" sagte Pep:
Ein gewagtes Statement für einen Trainer, der sich als Ziel die Champions League gesetzt hat. Mit unerfahrenen Spielern in der Innenverteidigung wird's schwer gegen Europas Großkaliber. Ob Zenchenko im Falle einer Verletzung Mendys (auf Dauer) eine stabile Vertretung darstellt, ist ebenfalls fraglich.

Liverpool zurückhaltend auf Transfermarkt

Zumal City noch ein anderes Problem hat. Wie die "Sun" berichtet, muss der Klub ähnlich wie Stadtrivale United erst Spieler verkaufen, bevor wieder investiert werden kann, weil man im Luxuskader durch einen weiteren Mega-Transfer mit Mega-Gehalt die Richtlinien des Financial Fair Plays verletzen könnte.
Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Liverpool. Die "Reds" wollen in diesem Sommer kleinere Brötchen backen. Mit Sepp van den Berg (17) hat man schon einen Youngster verpflichtet, Harvey Elliott (16) könnte noch hinzukommen. Sonst stehen keine Neuzugänge fest. Liverpool hat sogar weniger Geld ausgegeben als Chelsea - und die Londoner unterliegen einer Transfersperre.
Doch auch beim Klub um Trainer Jürgen Klopp lässt sich deswegen niemand aus der Ruhe bringen.

Bayern hat Einkäufe nötiger als ManCity

Es gibt einen Grund, warum in München lautstark und von allen Seiten Neuzugänge gefordert werden und in Liverpool und Manchester nicht. Liverpool hat im Vorjahr die Champions League gewonnen, City den FA Cup, den League Cup und die Meisterschaft. Der FC Bayern holte zwar ebenfalls die deutsche Meisterschaft und den Pokal, aber die Konkurrenz in England ist um einiges größer. Dieser Qualitätsunterschied zeigte sich in der Champions League, als Bayern schon im Achtelfinale an Liverpool scheiterte.
Was das aussagt? Man konnte schlicht nicht mithalten, deswegen braucht Bayern auch dringender Verstärkungen als City und Liverpool. Ein paar Back-ups würden Guardiolas Elf sicherlich helfen, aber Bayern ist der Verein, der sich am ehesten aktiv verbessern muss, wenn er konkurrenzfähig bleiben bzw. konkurrenzfähiger werden will.
Die Aufregung der Münchner Fans und Spieler ist also gerechtfertigt. Gerade in der Offensive sind die Premier-League-Teams bestens besetzt, hier muss Bayern nachlegen. Das Umfeld lässt sich nicht ewig mit nationalen Erfolgen zufriedenstellen.
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