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Leihe bestätigt: Drei gute Gründe für Coutinho

Leihe bestätigt: Drei gute Gründe für Coutinho

17/08/2019 um 11:17Aktualisiert 17/08/2019 um 13:00

Der FC Bayern wird sich mit Philippe Coutinho vom FC Barcelona verstärken. Bayern-Verantwortliche bestätigten die bevorstehende Leihe des Brasilianers nach dem Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC (2:2). Für den Rekordmeister ist der Transfer das Ausrufezeichen, das eine bislang fragwürdige Transferperiode in eine richtig gute verwandelt. Aus Gründen

1. Coutinho: der bessere James

Mit James Rodríguez verließ den FC Bayern im Sommer ein Mittelfeldspieler mit Weltklasseformat. Die Münchner verzichteten darauf, die Kaufoption in Höhe von 42 Millionen Euro zu ziehen, weil der Kolumbianer nur phasenweise zu überzeugen wusste. Die Leistungen waren insbesondere im zweiten Jahr unter Niko Kovac zu inkonstant.

Dabei verlief James' Premieren-Saison in der Bundesliga unter Jupp Heynckes verheißungsvoll. Der Triple-Coach richtete sein Spiel auf den heute 28-Jährigen aus, setzte ihn fast ausschließlich in der Zentrale als klassischen Zehner ein - eine Rolle wie gemacht für James.

James Rodríguez im Trikot des FC Bayern

James Rodríguez im Trikot des FC BayernGetty Images

Auch unter Kovac fand er sich zumeist in zentraler Position wieder - allerdings nur selten über die kompletten 90 Minuten (nur drei Bundesligaspiele über die volle Distanz). Ob es an mangelndem Tempo gelegen hat, ist Mutmaßung. Fakt ist, dass es bei Coutinho im Geschwindigkeitsbereich nicht fehlt - für Bayerns temporeiches Spiel essentiell.

Coutinho hat ähnliche Anlagen wie James, kann auch in Bezug auf Technik, Spielverständnis und Torgefahr mithalten (54 Tore und 45 Vorlagen in 201 Spielen für Liverpool; 21 Tore und 11 Vorlagen in 76 Spielen für Barcelona). Legt man seine Nettospielzeit zugrunde, war er bei beiden Klubs alle 150 Minuten an einem Treffer beteiligt.

Coutinho ist der bessere James. Zumindest für Bayern.

2. Coutinho: ein Marketing-Coup

Dass Coutinho dem FC Bayern auf rein sportlicher Ebene weiterhelfen wird, ist klar. Ebenso wichtig sind jedoch auch die Vermarktungsmöglichkeiten. Der Barça-Star wird auf Anhieb zum Aushängeschild des deutschen Rekordmeisters - und der Bundesliga.

Sowohl auf dem lokalen Markt als auch in Asien oder den USA wird Coutinho die Trikotverkäufe ankurbeln und die Reputation der Marke FC Bayern nachhaltig stärken. Ein nicht zu unterschätzender Punkt, der im Milliarden-Geschäft Fußball von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt.

Coutinho - FC Barcelona

Coutinho - FC BarcelonaGetty Images

Bestes Beispiel ist der Transfer von Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin im vergangenen Sommer. Die Italiener zahlten rund 117 Millionen Euro Ablöse für "CR7", die bekannteste Marke der Fußballwelt. Hinzu kommen kolportierte 30 Millionen Euro Gehalt für vier Jahre. Ein Gesamtpaket von knapp 240 Millionen Euro.

Faktoren, die (in etwas abgeschwächter Form) auch beim Coutinho-Deal eine gewichtige Rolle spielen.

3. Coutinho: offensive Flexibilität pur

Coutinho ist kein Ersatz für Arjen Robben oder Franck Ribéry - zumindest keiner, der einen der beiden sofort eins zu eins als Premium-Flügellösung ablösen könnte. Dennoch bietet er in der Offensive diverse Möglichkeiten.

Am wohlsten fühlt sich der Brasilianer als offensiver Mittelfeldspieler bzw. hängende Spitze. Bei Liverpool avancierte Coutinho in diesen Räumen zu einem der Besten seines Fachs.

Philippe Coutinho vom FC Barcelona

Philippe Coutinho vom FC BarcelonaGetty Images

In Barcelona kommt er im 4-3-3-System von Trainer Ernesto Valverde meist auf dem linken Flügel zum Einsatz. Eine Position, auf der er mit Griezmann nun einen weiteren Hochkaräter vor die Nase gesetzt bekommen hat. Sein ganzes Potential ruft er auf der Außenstürmerposition zu selten ab.

Kovac favorisiert ebenfalls ein 4-3-3 mit zwei Achtern. Kommt Coutinho, könnte der Kroate davon abweichen und dem 27-Jährigen in einem 4-2-3-1 den Platz als zentrale Figur in der offensiven Mittelfeldreihe zugestehen.

Verletzen sich die reinen Flügelstürmer Kingsley Coman oder Serge Gnabry, wären Coutinho und der von Inter Mailand ausgeliehene Ivan Perisic dennoch zur Stelle, um auszuhelfen.

Video - Jetzt wohl doch! Mandzukic kurz vor Rückkehr zum FC Bayern

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