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4:2 nach Rückstand in Leverkusen: Bayern stürmt unaufhaltsam dem Titel entgegen

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Robert Lewandowski (Mitte) trifft zum 4:1 - Bayer 04 Leverkusen vs. FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonJan Niestegge
06/06/2020 Am 15:24 | Update 06/06/2020 Am 17:19

Der FC Bayern München hat mit einem 4:2 (3:1) bei Bayer Leverkusen am 30. Bundesliga-Spieltag den Titel fest im Blick. Nach dem 1:0 von Lucas Alario (9.) trafen Kingsley Coman (27.), Leon Goretzka (42.), Serge Gnabry (45.) und Robert Lewandowski (66.) für Bayern. Florian Wirtz (89.) erzielte als jüngster Bundesliga-Spieler jemals das 2:4. Lewandowski und Thomas Müller sahen die fünfte Gelbe Karte.

So lief das Spiel:

Beim Topspiel gegen den FC Bayern München fiel Bayer-Star Kai Havertz kurzfristig aufgrund von muskulären Problemen aus. Für ihn schickte Werkself-Coach Peter Bosz den argentinischen Stürmer Lucas Alario ins Spiel. Auf der Gegenseite veränderte FCB-Trainer Hansi Flick seine Mannschaft auf einer Position, Lucas Hernández saß auf der Bank, Jérôme Boateng verteidigte wieder wie gewohnt neben David Alaba.

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VOR 19 STUNDEN

Bayer, das stark begann und die Münchner immer wieder mit aggressiven Pressingphasen stresste, belohnte sich in der 10. Minute mit der frühen Führung. Nach einem Einwurf in der Offensive steckte Julian Baumgartlinger den Pass durch auf den startenden Alario, der auf Manuel Neuer zuging und frech mit dem Außenrist ins kurze Eck verwandelte. Der VAR checkte die Situation aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung, doch gab letztlich den Treffer.

Die Münchner hatten einen schweren Stand und brauchten einige Zeit, um sich gegenseitig aufzuwecken und zum schnellen Kombinationsfußball zu finden. In der 27. Minute fiel schließlich der Ausgleich. Der überragende Leon Goretzka gewann den Ball in der eigenen Hälfte und schickte Kingsley Coman auf die Reise. Der Franzose zirkelte den Ball an Lukas Hrádecký vorbei ins rechte Eck.

Es war die Initialzündung für den deutschen Rekordmeister, der in der Folge immer mehr Druck aufbaute und sich kurz vor der Pause eine komfortable Führung erspielte. In der 42. Minute kombinierten sich Coman, Thomas Müller und Goretzka vor das gegnerische Tor, Letzterer zog aus 17 Metern ab und schoss den Ball ins rechte Eck.

Kurz vor dem Pausenpfiff spielte Joshua Kimmich einen hohen Ball hinter die Abwehr in den Lauf von Serge Gnabry, der auf das Bayer-Tor zuging. Hrádecký kam aus seinem Kasten und wurde vom deutschen Nationalspieler zum 1:3 überlupft (45.). Bayer verteidigte vor allem die letzten beiden Tore nur unzureichend, zeigte kein gutes Positionsspiel.

Bosz wechselte zu Beginn des zweiten Durchgangs gleich dreimal aus, brachte Wendell, Kerem Demirbay und den 17-jährigen Florian Wirtz in der Hoffnung, das Spiel doch noch zu drehen. Die Münchner ließen allerdings nichts anbrennen und legten in der 66. Minute gar noch nach. Müller flankte von der rechten Seite auf den Kopf von Robert Lewandowski, der einnickte – sein 30. Saisontor.

In der Schlussphase gelang der Werkself noch ein besonderer Treffer. Der eingewechselte 17-jährige Wirtz kam in der rechten Strafraumhälfte an den Ball, zog in die Mitte und verwandelte stark ins linke Eck zum 2:4 (89.). Damit löst Wirtz Nuri Sahin als jüngsten Torschützen in der Bundesliga-Geschichte ab (17 Jahre, ein Monat, drei Tage).

Der Treffer änderte nichts mehr am Ausgang des Spiels. Die Münchner gewannen klar und deutlich und marschieren weiter in Richtung Meistertitel. Im kommenden Spiel gegen Borussia Mönchengladbach ist Flick jedoch gezwungen auf Lewandowski und Müller zu verzichten, die beide gelbgesperrt fehlen werden.

Die Stimmen:

Manuel Neuer (FC Bayern München): "Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu kommen, aber dann eiskalt zugeschlagen. Wir bekommen nach neun Minuten das Gegentor, spielen natürlich gegen eine gute Mannschaft. Aber Wolfsburg hat hier auch gewonnen (4:1, Anm. d. Red.), deswegen können wir das allemal. Das haben wir heute gezeigt und waren, denke ich auch, die bessere Mannschaft."

Leon Goretzka (FC Bayern München): "Es war ein gutes Spiel. Wir haben nicht gut reingefunden, aber es zeichnet uns aktuell aus, dass wir dann trotzdem über den Kampf und die Zweikämpfe zurück ins Spiel finden. Gegen eine solche starke Mannschaft musst du das Spiel erstmal drehen. Das haben wir gut gemacht. Wir schaffen es zurzeit gut, uns in den Matchday-Modus zu bringen. So müssen wir weitermachen."

Peter Bosz (Trainer Bayer 04 Leverkusen): “Der FC Bayern ist eine Top-Mannschaft, das haben wir heute gesehen. Auch die ersten 30 Minuten, als wir noch mitgespielt haben, habe ich schon gespürt, dass wir nicht in normaler Verfassung sind. Das lag sicher an Bayern, aber auch an uns. Wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Das kann man sich gegen Bayern nicht leisten. Es darf einer Mannschaft wie uns auch nicht passieren, dass man in den letzten drei Minuten vor der Pause zwei Gegentore bekommst. Bayern hat heute zu Recht gewonnen."

Hans-Dieter Flick (Trainer FC Bayern München): "Leverkusen ist eine sehr spielstarke Mannschaft. Für uns war es deshalb wichtig, dass wir möglichst wenig Fehler machen. Wir hatten davon heute trotzdem den einen oder anderen zu viel. Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Der Rückstand war dann ein kleiner Weckruf. Es zeigt die Einstellung und Mentalität der Mannschaft, wie sie dann zurückgekommen ist."

Das fiel auf: Entwicklungs-Boost

Viel wurde in den vergangenen Wochen über die Fitness von Goretzka gesprochen. Der Mittelfeldspieler hat sichtlich an Muskelmasse zugenommen, ist nun wuchtiger und agiert körperlich stabilisierter. Diesen Entwicklungs-Boost nimmt der Ex-Schalker auch mit in sein Spiel. Sein Zweikampfverhalten ist extrem verbessert.

Gegen Bayer war Goretzka der Faktor im Mittelfeld und gewann viele Bälle – unter anderem vor dem 1:1-Ausgleich durch Coman. Als Zweikampfmaschine und Torjäger in Personalunion führt am deutschen Nationalspieler in der Startelf der Münchner aktuell kein Weg vorbei – auch nicht nach der Genesung von Mittelfeld-Ass Thiago.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 20

Müller zeigt sich aktuell in einer starken Verfassung. Die Vorlage auf Lewandowski war der 20. Assist des Offensivspielers in dieser Saison. Damit egalisierte er den klubinternen Rekord von Franck Ribéry. Bis an die Spitze der Bundesliga-Vorlagengeber fehlen dem Münchner nur noch drei Assists. Aktueller Rekordhalter ist Emil Forsberg mit 22 Vorlagen.

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