FC Bayern München | Uli Hoeneß tritt offiziell als Präsident ab

Uli Hoeneß hat nach insgesamt 50 Jahren beim FC Bayern München sein Amt als Präsident niedergelegt und das Zepter an Herbert Hainer übergeben. Die Jahreshauptversammlung am Freitagabend vor rund 6000 Mitgliedern wurde wie erwartet zum Triumphmarsch für den 67-Jährigen. Seine Abschiedsrede war erstaunlich gut.

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Aus der Olympiahalle berichten Daniel Rathjen und Tom Müller
Uli Hoeneß hatte die Jahreshauptversammlung des FC Bayern München noch nicht einmal eröffnet, da schossen dem scheidenden Präsidenten bereits die Tränen in die Augen.
"Uliiii Hoeneß - du bist der beste Mann“, schallte es ihm auf der Bühne in der mit 6091 Mitgliedern gut gefüllten Olympiahalle entgegen. Stehende Ovationen, Beifall, minutenlang. Hoeneß stand dort oben und genoss seinen letzten Tag als Bayern-Boss sichtlich.
Sein Fazit:

Hoeneß schwelgt in Erinnerungen

Über seine Verdienste für den Verein, der erst unter seiner Führung als Manager profitabel wurde und im Laufe der Jahrzehnte zur echten Weltmarke avanciert ist, war bereits im Vorfeld der Veranstaltung ausreichend geschrieben worden.
Mit gesteigerter Spannung wurden also die "letzten" Worte von Hoeneß selbst erwartet. Und er enttäuschte seine Fans nicht, als er zu seiner Abschiedsrede ansetzte. Sie bot alles und war dabei stilvoll: Hoeneß schwelgte in Erinnerungen an alte Zeiten, verteilte schöne Spitzen gegen den Erzrivalen 1860 und Borussia Dortmund, er richtete einen Appell an die künftige Führung und wurde sogar politisch.

Die markigsten Sätze:

"Das große Glück zu meiner Anfangszeit war, dass wir Karl-Heinz Rummenigge hatten - den konnten wir nach Mailand verkaufen."
"Wir haben nie verrückte Dinge gemacht und sehr oft erfolgreich Fußball gespielt.“
"Unsere Fans hatten immer den Traum eines eigenen Stadions. Diesen Traum konnten wir realisieren. Die Allianz Arena ist das schönste Stadion der Welt.“
"Wenn wir so spielen wie gegen Dortmund, gibt es wenige Mannschaften auf der Welt, die uns schlagen können!“
Glaubhaft erklärte Hoeneß auch, warum er sich nicht ein erneut zur Wahl stellte. Die Zeit sei reif, an die Zukunft zu denken.

Auftrag an seine Nachfolger

Seinen Nachfolgern um den neuen Präsidenten Herbert Hainer und den künftigen Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn rief er zu:
Auch politisch wurde Hoeneß. "Der Tanker FC Bayern muss geradeaus fahren - nicht nach links schauen und schon gar nicht nach rechts!", betonte er, und: "Der Verein muss sozial sein, selbstbewusst - nicht arrogant. Er muss auch an die Kleineren denken.“

Hoeneß wirbt für Hainer

Sein Erbe hatte Hoeneß im Vorfeld geregelt. Tagesordnungspunkt 6 sah die Wahl des langjährigen adidas-Chefs Hainer zu seinem Nachfolger vor.
"Dass wir eine Persönlichkeit wie Herbert Hainer gewonnen haben, ist für diesen Verein eine wunderbare Sache", sagte Hoeneß. Auch den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden soll Hainer von seinem Freund übernehmen, Hoeneß bleibt dem Gremium aber als einfaches Mitglied erhalten.
Wie es sonst weitergeht?
Relativ trocken leitete er nach vierminütigen Ovationen für ihn über zum nächsten Tagesordnungspunkt: "Nach der tollen Emotion kommt das normale Leben.“ In diesem wolle er sich vor allem "sozial“ engagieren. Doch eines wird ihm immer bleiben, wie es auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in seiner Rede punktgenau formulierte:
"Wir waren und werden es immer sein, deine Familie. Mia san Uli."
Und auch bei diesen Worten schossen Hoeneß wieder die Tränen in die Augen.
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