FC Bayern München verlängert mit Hansi Flick: Der ultimative Vertrauensbeweis

Lange haben sich die Verantwortlichen Zeit gelassen, nun ist es offiziell: Hans-Dieter Flick bleibt langfristig Trainer des FC Bayern München. Der 55-Jährige unterschrieb an der Säbener Straße bis 2023. Flick überzeugte mit sportlichen Argumenten und hat zudem als Ex-Profi der Münchener eine "Bayern-DNA". Zusammen mit Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn soll er eine Ära beim Rekordmeister prägen.

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Der FC Bayern München hat den am Saisonende auslaufenden Vertrag mit Cheftrainer Hans-Dieter "Hansi" Flick bis 2023 verlängert. Dass der Rekordmeister diesen Schritt in turbulenten und höchst unsicheren Zeiten der Sars-CoV-2-Pandemie ging, ist als großer Vertrauensbeweis zu werten. Dass zu mindestens gleichen Teilen auch sportliche Gründe ausschlaggebend für die Verlängerung waren, zeigt ein Blick auf Flicks bisherige Statistik von 18 Siegen in 21 Pflichtspielen.
Der deutsche Rekordmeister hat sich endlich für einen Trainer entschieden, mit dem man in die gemeinsame Zukunft gehen will und damit eine Baustelle geschlossen, die nicht erst seit der Entlassung von Niko Kovac existierte.

FC Bayern setzt mit Flick-Verlängerung deutliches Zeichen

Leicht gemacht, das lässt die lange Anlaufzeit vermuten, hat sich der FCB die Entscheidung nicht - und dennoch war sie absehbar.
Wohl überlegt wirkt sie letztlich: "Wir hatten ja von Tag eins an, als Hansi die Mannschaft übernahm, einen Plan, wie wir mit der Situation umgehen. Zunächst hat Hansi für zwei Spiele übernommen, dann bis Weihnachten, dann gab es die Vereinbarung, dass er bis Ende der Saison unser Trainer ist", erläuterte Sportdirektor Hasan Salihamidzic in der Pressemitteilung des Vereins vom Freitagabend die kontinuierliche Ausweitung der Vereinbarung, die nun im ultimativen Vertrauensbeweis gipfelte.
Flick, da ist man sich in der Führungsetage einig, ist der Trainer, auf den man in der komplizierten Situation rund um die Coronakrise und der aus ihr resultierenden ungewissen Zukunft bauen will. Aus Gründen.

Flicks "Softskills" gefragter denn je

"Der Fußball steht vor großen Herausforderungen. Wir glauben, dass Hansi auch der richtige Cheftrainer für diese Zeit ist", wird Salihamidzic weiter zitiert.
Flicks "Softskills" haben dieser Tage im harten Fußballgeschäft an Gewicht gewonnen. Niemand weiß, ob, und wenn ja, wie sich der Fußball durch die aktuelle weltweite Gesundheits- und Wirtschaftskrise verändern wird.
Menschenführung und Empathie schweißen in ungewissen Zeiten zusammen, halten Stimmung und Motivation im Zweifel eher auf hohem Niveau als die eine oder andere spieltaktische Variante mehr (ohne Flick diese absprechen zu wollen).
Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge lobte neben der "sehr guten Entwicklung", die die Mannschaft unter Flick in sportlicher Hinsicht genommen habe, ausdrücklich die Charakterzüge des 55-Jährigen:

Der FC Bayern 2020: Back to the roots

Der FC Bayern besinnt sich zurück auf seine Grundtugenden. Mit Oliver Kahn sitzt seit Januar eine absolute Vereinslegende im Vorstand und wird ab Sommer 2022 den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Rummenigge übernehmen. Auf der Position des Sportvorstands befindet sich mit Salihamidzic seit August 2017 ebenfalls ein langjähriger Spieler des Rekordmeisters. Auch Flick hat Bayern-Vergangenheit und kennt die besondere DNA des Klubs.
"Für den FC Bayern München ist es wichtig, dass ein Trainer auch die Philosophie des Vereins versteht", erklärte Kahn und führte aus:

Hansi Flick: Jede Menge sportliche Argumente

Eine Kostprobe dieser Spielkultur lieferte der Tabellenführer in elf ungeschlagenen Ligaspielen in Folge, bevor die Fußballwelt bis auf Weiteres zum Stillstand kam. Flick hievte den FC Bayern zuletzt zurück an die Tabellenspitze der Bundesliga, ins DFB-Pokal-Halbfinale und nach dem 3:0-Auswärtssieg an der Stamford Bridge beim FC Chelsea schließlich mit einem Bein ins Champions-League-Viertelfinale.
Flick bewarb sich also auch auf traditionellem Weg für den wohl begehrtesten, aber auch schwierigsten Trainerposten Deutschlands. Er freue sich darauf, "zusammen mit meinem Trainer-Team und der Mannschaft die kommenden Aufgaben anzugehen". Zusammen habe man "die Ausrichtung für die kommenden Jahre festgelegt. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam viel erreichen können".
Ein Gefühl, das Führungsetage und Trainer beim FC Bayern gemein haben.
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