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Europa-Expertise: Diese Klubs wären was für Müller

Europa-Expertise: Diese Klubs wären was für Müller

11/10/2019 um 07:36Aktualisiert 11/10/2019 um 08:36

Thomas Müller ist unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten beim FC Bayern und macht sich Gedanken über einen Abschied aus München. Doch welche Vereine kämen überhaupt als neuer Arbeitgeber infrage? ManUnited, Paris Saint-Germain, die Serie A oder wird Müller gar der dritte 2014er-Weltmeister in Russland? Eurosport.de hat seine Experten um Einschätzung gebeten.

495 Pflichtspiele, 186 Tore, 171 Vorlagen im Trikot des FC Bayern München. Seit Juli 2000 im Verein, seit 2009 elementarer Bestandteil des Profi-Kaders.

Ob Thomas Müller jedoch die 20 Jahre Vereinszugehörigkeit voll macht, steht derzeit mangels Spielzeit auf wackeligen Beinen.

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"Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen", sagte der 30-Jährige dem "Kicker".

Nachvollziehbar, denn in den vergangenen fünf Pflichtspielen schaffte es der extrem ehrgeizige Müller nicht mehr in die Startelf. Bereits im Winter, spekuliert die "Sport Bild", könne sich der 100-fache deutsche Nationalspieler daher nach einem neuen Verein umsehen.

Thomas Müller vom FC Bayern

Thomas Müller vom FC BayernGetty Images

Doch welcher Klub passt zum bayrischen "Raumdeuter", wie Müller aufgrund seines unkonventionellen Spielstils genannt wird?

Eurosport.de hat seine Experten in Europas Top-Ligen dazu befragt.

Serie A: Milan hätte Bedarf, aber ...

Erst kürzlich zog es Franck Ribéry vom FC Bayern ins schöne Florenz. Der Franzose erlebt dort gerade mit 36 seinen dritten Frühling und überzeugt mit starken Leistungen. Müller ist noch ein paar Jahre jünger, dementsprechend sind die Ansprüche noch etwas höher anzusiedeln. Doch zu Serienmeister Juventus Turin wird es den Deutschen angesichts der Konkurrenz im Sturm wohl nicht ziehen. Bliebe also Kategorie zwei.

Das sagt der Eurosport-Italien Experte Simone Eterno: "Es gab bereits im Sommer Gerüchte um ein Interesse von Inter Mailand. Allerdings käme ein Wechsel aktuell eher überraschend, denn Trainer Antonio Conte sucht eher physisch starke Spieler für sein System.

"Auf der anderen Seite könnte Müller gut zum großen Rivalen AC Mailand passen. Die Rossoneri tun sich schwer, erfahrene Spieler mit großer Qualität an Land zu ziehen. Müller würde genau das mitbringen. Es gibt nur ein Problem: Der Preis."
Thomas Müller (FC Bayern München)

Thomas Müller (FC Bayern München)Getty Images

Sowohl die Ablösesumme, als auch das Gehalt wären eine große Hürde. Milan kann sich Müllers Salär von aktuell rund 15 Millionen Euro im Jahr schlichtweg nicht leisten. Der Spieler müsste schon gewillt sein, große Abstriche machen. Dann könnte es klappen."

Premier League: Alles schreit nach ManUnited

Kumpel Bastian Schweinsteiger machte es im Jahr 2016 vor. Das Bayern-Urgestein wechselte aus der bayrischen Landeshauptstadt zu Manchester United. Auch bei Müller wäre dieser Weg denkbar. Die Red Devils suchen seit Jahren nach Konstanz und der verlorengegangenen Identität als Weltklub. Doch auch zwei Londoner Größen könnten unter Umständen ins Wettbieten um den Weltmeister von 2014 einsteigen.

Das sagt der Experte Marcus Foley: "Manchester United. 100 Prozent! Der Klub braucht einen Torjäger und noch viel mehr einen Leader. Ich bin mir aber trotzdem nicht sicher, ob Müller zu den Red Devils passen würde.

Aber: Mit 30 Jahren könnte er bereits zu alt sein für einen Verein, der sich im Umbruch befindet. Ein aufstrebender Verein, wie zum Beispiel Inter Mailand, wäre wohl die bessere Wahl.

"Es gibt keine Garantie, dass United in der kommenden Saison überhaupt international spielt. Und trotzdem: Wenn Müller auf dem Markt ist, wird ManUnited nicht davor zurückschrecken, so viel Geld für ihn bezahlen, wie notwendig ist."
Matthäus sieht für Müller noch eine gute Perspektive

Matthäus sieht für Müller noch eine gute PerspektiveSID

Auch Teams wie Arsenal und Tottenham könnten, angezogen von seiner Gewinner-Mentalität und Erfahrung, ins Bieten mit einsteigen. Das wiegt für die Londoner Klubs schwerer, als seine Expertise als Torjäger."

La Liga: Im obersten Regal kein Platz

Müller will den FC Bayern aufgrund mangelnder Einsatzminuten verlassen. Dass sich genau diese bei Vereinen wie dem FC Barcelona oder Real Madrid signifikant erhöhen, muss bezweifelt werden. Das weiß der Spieler, das weiß sein Beraterstab. Im obersten Regal scheint weder Platz noch Bedarf zu sein. Auch in Spanien muss man deshalb eine Schublade weiter unten schauen. Dann gibt es allerdings schon vorstellbare Szenarien.

Das sagt der Experte Ivan Castello: "Es gibt keinen Markt für Thomas Müller in Spanien. Sein hohes Gehalt bei Bayern macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Vor allem, weil auch noch eine üppige Ablösesumme hinzukäme (Vertrag bis 2021).

Es gibt im Moment keine Spekulationen in Spanien, auch wenn er erst 30 Jahre alt ist und definitiv ein Superstar des europäischen Fußballs ist.

"Aber das Wintertransferfenster rückt in großen Schritten näher. Vielleicht wagen Klubs wie der FC Valencia, FC Sevilla oder Villarreal einen Schritt."

In erster Linie kommt es aber wohl auf den Spieler und seine eigenen Agenten an."

Ligue 1: Alles außer PSG macht keinen Sinn

Müller ist ein Spieler, der noch immer zur Kategorie Weltklasse zählt. in diese Kategorie fällt in Frankreich wohl nur ein einziger Klub und der ist, vor allem in der Offensive, schon mächtig breit aufgestellt. Sollte Thomas Tuchel beim Gedanken an den Bayern nicht völlig verrückt werden und vor den Verantwortlichen auf die Knie fallen, dürfte nichts gehen.

Das sagt der Experte Maxime Dupuis: Der einzige französische Klub, der sich Müller leisten könnte, wäre PSG. Aber die Pariser sind nicht interessiert. Müller ist nicht der Spielertyp, den man sich in Paris wünscht. Spieler und Verein passen einfach nicht zueinander.

Premier Liga: Müller und Tedesco in Moskau: Warum nicht?

André Schürrle. Benedikt Höwedes. Thomas Müller? Mit Domenico Tedesco wird in Kürze ein deutscher Trainer bei Spartak Moskau übernehmen. Ein interessantes Projekt, dass aber für Müller einige Abstriche bedeuten würde. Den Champions-League-Titel wird der 30-Jährige mit keinem russischen Team ernsthaft angreifen können und auch der Weg in die geliebte bayrische Heimat wäre weit. Aber wer weiß!?

Das sagt Eurosport-Experte Mikhail Biryukov: "Spartak Moskau könnte interessant sein. In erster Linie wegen des neuen Cheftrainers. Wir erwarten, dass Domenico Tedesco Anfang der kommenden Woche vorgestellt wird.

Mit André Schürrle spielt bereits ein Weltmeister bei Spartak, auch Benedikt Höwedes spielt in der russischen Hauptstadt (Lokomotive Moskau). Warum also nicht auch Müller?

Auch Spartak-Manager Tomas Zorn ist zur Hälfte Deutscher und hat beste Verbindungen zu Agenten und Offiziellen in der Bundesliga. Das könnte ihm in Verhandlungen mit Müllers Entourage zugutekommen.

Spartak braucht nach dem missglückten Ligastart einen Top-Stürmer.

"Lässt sich Müller auf dieses Abenteuer ein, würde Spartak alles tun, das Geld für den Münchner aufzubringen."

Video - Kovac relativiert brisante Müller-Aussage

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