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Nachdenklicher Müller: Was ein Verkauf für Bayern bedeuten würde

Nachdenklicher Müller: Was ein Verkauf für Bayern bedeuten würde

10/10/2019 um 10:38Aktualisiert 10/10/2019 um 15:34

Thomas Müller spielt beim FC Bayern München aktuell nur noch eine Nebenrolle. Nach den Transfers von Philippe Coutinho und Ivan Perisic sind die Aussichten auf Spielzeit für den 30-Jährigen rapide gesunken. Zudem lassen die jüngsten Aussagen von Trainer Niko Kovac die Zukunftsaussichten für Müller in München alles andere als rosig erscheinen. Diese Optionen bleiben.

30 Jahre war Bastian Schweinsteiger alt, als er nach insgesamt 17 Jahren als absolute Identifikationsfigur dem FC Bayern den Rücken kehrte. Ebenso alt ist Thomas Müller - und auch er könnte seinen 31. Geburtstag im Trikot eines anderen Klubs feiern.

Doch wäre eine Flucht aus München aus Spielersicht überhaupt sinnvoll? Welche Klubs kämen für den 30-Jährigen infrage? Und was würde ein Verkauf des letzten verbliebenen Verfechters der "Mia-san-Mia-Philosophie" für die eigenen Fans und die Marke FC Bayern bedeuten?

Ein Wechsel macht aus Müllers Sicht Sinn

Müller befindet sich im fortgeschrittenen Fußballeralter. Mit 30 Jahren bieten sich einem Profi auf Weltklasse-Niveau nicht mehr allzu viele Chancen, bei einem europäischen Top-Klub zu unterschreiben. Gepaart mit der eher hageren Aussicht auf eine ähnlich wichtige Rolle wie in den vergangenen, fetten Jahren unter Louis van Gaal oder Pep Guardiola würde ein Tapetenwechsel daher Sinn machen.

Thomas Müller saß zuletzt fünfmal in Folge auf der Bank

Thomas Müller saß zuletzt fünfmal in Folge auf der BankSID

Einen Abnehmer zu finden dürfte allerdings nicht ganz so leicht sein, wie man meinen könnte. Müllers Spielstil ist speziell. Zu speziell für die meist banalen Anforderungsprofile suchender Vereine? Er ist kein klassischer Flügelspieler, kein klassischer Zehner, kein klassischer Stürmer. In München bekam er aufgrund seiner unkonventionellen Spielart den Spitznamen "Raumdeuter" - nicht gerade das, wonach alle Welt sucht.

Allerdings besitzt er als WM-Torschützenkönig, Weltmeister, Champions-League-Sieger und jahrelanger Führungsspieler beim FC Bayern im Ausland einen exzellenten Ruf. Müllers Unberechenbarkeit könnte daher auch als Faustpfand bei der Suche nach einem neuen Klub dienen.

Müller-Verkauf der Super-Gau für die Marke FC Bayern?

Für den FC Bayern wäre ein Verlust Müllers wohl vor allem aus Marketing-Sicht spürbar. Bei den Fans ist er der Liebling, gilt als Ur-Bayer als absolute Identifikationsfigur, der vielleicht wie kein zweiter Spieler für die Marke FC Bayern steht.

Doch wie schon beim Wechsel Schweinsteigers vor gut vier Jahren, wäre der Aufschrei wohl auch bei Müller nur von kurzer Dauer. Zu schnelllebig ist das Fußballgeschäft. Es geht um Geld, um Strahlkraft - auch international. Das hat sich mittlerweile auch in den Köpfen der größten Fußballromantiker verankert.

Welche Vereine kämen infrage?

Bleibt eigentlich nur noch die konkrete Frage nach dem abnehmenden Verein. In jüngerer Vergangenheit wurde Müller bereits mit dem FC Arsenal und Inter Mailand in Verbindung gebracht. Sicherlich Vereine mit großem Namen, aber ob sich der ehrgeizige Müller wirklich in die Europa League downgraden ließe, darf bezweifelt werden.

Ebenso erscheint es derzeit unwahrscheinlich, dass sich Müller einer der ganz großen Nummern (FC Barcelona, Real Madrid, PSG, Manchester City und FC Liverpool) anschließt. Der Trend geht dort eher zu unverbrauchten Weltstars im besten Fußballeralter. Dieses befindet sich, anders als Mitte der 90er Jahre eben nicht mehr um die 30, sondern eher in Richtung 24.

Dann wäre da noch Manchester United. Ein Klub mit Geld, Prestige und verrückten Ideen. Frag nach bei Kumpel Schweinsteiger.

Für Müller steht jedenfalls fest, dass er sich an den Spekulationen nicht beteiligen will:

"Jetzt geht es darum, den Fokus wieder voll auf das Sportliche zu legen, um die nächsten Wochen mit dem FC Bayern erfolgreich zu gestalten. Was den Konkurrenzkampf betrifft, werde ich nicht lockerlassen und im Training und bei den Spielen weiterhin alles geben. Mehr gibt's von meiner Seite dazu nicht zu sagen."

Und mehr gibt es auch eigentlich nicht zu tun.

Video - Kovac relativiert brisante Müller-Aussage

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