FC Bayern: Wie Thiago Alcantara und Philippe Coutinho voneinander profitieren

Thiago und Philippe Coutinho sind die Edeltechniker beim FC Bayern München, riefen ihr Potenzial in der Hinrunde aber noch zu selten ab. Im Trainingslager in Doha wurde deutlich, wie gut sich die beiden ehemaligen Barça-Spieler verstehen. Zum Rückrundenauftakt bei Hertha BSC zeigte dann vor allem Thiago ansteigende Form. Die Aufgabe des Spaniers jetzt: Kumpel Coutinho weiter integrieren.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Thiago Alcantara und Philippe Coutinho haben gleich mehrere Dinge gemeinsam. Beide sind allgemeinhin eher als Ballstreichler denn als Arbeitstiere bekannt, beide haben eine Vergangenheit beim FC Barcelona, beide waren zuletzt nicht in Topform.
Zum Rückrundenauftakt bei Hertha BSC (4:0) durften beide, auch wegen der prekären Personalsituation beim Rekordmeister, von Beginn an ran. Vor allem Thiago wusste zu überzeugen.
Was darüber hinaus auffiel: Coutinho und Thiago profitieren nicht nur vom der Verletztenmisere der Münchner, sie machen sich auch gegenseitig besser.

Integrationshilfe Thiago

Thiago spielt bereits seine siebte Saison in München, kennt den Verein in- und auswendig, ist gut im Team integriert. Perfekt, um Neuankömmlinge wie Coutinho an die Hand zu nehmen und beim Anschluss finden zu helfen.
Im Trainingslager in Doha war genau das zu sehen. Die beiden Techniker absolvierten jede Übung zusammen, liefen bei Laufeinheiten nebeneinander, tauschten sich aus. Zwischen den Übungen wurde der Ball jongliert.
Es wurde deutlich, dass Thiago Coutinhos Haupt-Connection zur Mannschaft ist - der Spanier muss ihn mitnehmen, als Integrationshilfe fungieren. Funktioniert das, könnte davon die komplette Mannschaft profitieren. Stichwort Teamchemie.

Wo es bei Coutinho noch hakt

"Wie Thiago die Bälle verlagert, ist Weltklasse", stellte Hertha-Stürmer Davie Selke nach der herben Heimpleite gegen den Rekordmeister ehrfürchtig fest. Der 28-Jährige zeigte in der Hauptstadt seine beste Saisonleistung. Ausreißer wie diese gab es freilich auch bei Coutinho.
Besonders präsent dürfte den Anhängern des FC Bayern der 6:1-Heimsieg gegen Werder Bremen sein, als Coutinho an fünf der sechs Treffer direkt beteiligt war (3 Tore, 2 Assists).
Das Problem: Zu oft taucht der Weltstar ab, reiht sich, wie auch Thiago, ins Kollektiv ein ohne die von ihm erwarteten Kunststücke zu liefern. Damit ist nicht gemeint, dass der Brasilianer in jedem zweiten Spiel fünf Scorerpunkte oder ein Hackentor auflegt, sondern vielmehr, dass er den eigenen Fans und Verantwortlichen das Gefühl gibt, einen Leader, einen Unterschiedsspieler in den eigenen Reihen zu wissen.

Südamerikaner müssen sich wohlfühlen

Um sein volles Potential abzurufen, muss sich fast jeder Spieler in erster Linie wohlfühlen. Zuweilen hat man das Gefühl, dass dies vor allem bei Südamerikanern leistungssteigernd wirkt. Egal ob aktuell Neymar Jr. bei PSG, Ronaldinho zu seiner Zeit beim FC Barcelona oder Marcio Amoroso Anfang der 200er beim BVB: Immer wieder betonen die Spieler, wie wichtig es ist, von den Fans geliebt und den Kollegen geschätzt zu werden.
Coutinho gilt als schüchtern und eher zurückhaltend. Was er am Ball kann, das wissen seine Kollegen. "Es macht sehr viel Spaß, wenn man Philippe auf dem Platz sieht. Was er mit dem Ball macht, ist wirklich atemberaubend", sagte beispielsweise Teamkollege David Alaba vor einigen Wochen gegenüber der "AZ":
Natürlich sind sie das, die Müllers, die Lewandowskis. Gute Fußballer verstehen sich - so wie Thiago und Coutinho. Zwei Zauberfüße, die der FC Bayern vor allem in der wichtigen K.o.-Phase der Champions League braucht.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung