Im Interview mit "11Freunde" sagte Kornelia Toporzysek weiter: "Ich kaufe ihm ab, dass er nur das Beste für den Verein will. Das Beste wäre aber eben aktuell, wenn er sich zurückziehen würde, um den Verein aus der Schusslinie zu nehmen."
Toporzysek war aus dem Schalker Ehrenrat aus Protest zurückgetreten, nachdem Tönnies wegen rassistischer Äußerungen im vergangenen Jahr nur drei Monate sein Amt niederlegte. Schalke habe sich damals "den Interessen seines Aufsichtsratsvorsitzenden" gebeugt, sagte sie. "Er wollte um jeden Preis verhindern, als Rassist gebranntmarkt zu werden." Die Suspendierung für drei Monate habe er selbst vorgeschlagen. Sie habe sich im Ehrenrat, in den sie erst kurz zuvor gewählt worden war, "isoliert" gefühlt.
Nach dem massiven Corona-Ausbruch in seinem Schlachtbetrieb und der Kritik an den prekären Arbeits- und Lebensbedingungen zahlreicher Mitarbeiter aus Osteuropa sei Tönnies jetzt erst recht nicht mehr tragbar für Schalke. Er sei "ein knallharter Unternehmer, der sowohl in seiner Firma, als auch im Verein massiv seine Interessen durchsetzt".
Bundesliga
Protest statt Bundesliga: Schalke-Fans gegen "Ausbeuter" Tönnies
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Toporzysek: "Wir brauchen eine andere Führungskultur"

Tönnies sei in der gegenwärtigen Krise aber nicht das alleinige Problem. "Es ist nicht damit getan, den 'Schalke-Boss' vom Hof zu jagen. Es haben sich Strukturen gebildet, ein komplett aus der Zeit gefallenes patriarchales System", sagte Toporzysek: "Wir brauchen eine andere Führungskultur, die nicht auf eine Person ausgerichtet ist und darauf, es ihr recht zu machen."
Schalke ist sportlich mit 15 Spielen in Folge ohne Sieg abgestürzt, steht wirtschaftlich mit knapp 200 Millionen Euro Schulden enorm unter Druck und brachte die Fans mit einem Härtefallantrag für Ticketerstattungen in der Coronakrise und der Kündigung langjähriger Fahrer der Nachwuchsabteilung "Knappenschmiede" gegen sich auf. Am Samstag (15:30 Uhr) ist als Protest gegen die Klubführung um Tönnies eine Menschenkette um die Arena geplant.
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