Eurosport
Frankfurt - Leipzig | RB lässt gegen Frankfurt Punkte liegen
Von
Publiziert 25/01/2020 um 17:23 GMT+1 Uhr
Eintracht Frankfurt hat sich am 19. Spieltag überraschenderweise drei Punkte gegen RB Leipzig gesichert. Die Hessen gewannen mit 2:0 (0:0). Dabei war der Spitzenreiter Leipzig über weite Zeit die drückende Mannschaft gewesen, scheiterte aber oft am glänzend aufgelegten Kevin Trapp. Almamy Touré brachte die SGE in Führung (48.), Filip Kostic erhöhte kurz vor Schluss (90.+4).
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Im Gastspiel bei Eintracht Frankfurt ging es für RB Leipzig um den nächsten Sieg im engen Kampf um die Meisterschaft. Eintracht Frankfurt hingegen visierte mindestens einen Punktgewinn an, um die internationalen Plätze nicht weiter aus den Augen zu verlieren. Für beide Mannschaften war es dementsprechend eine sehr wichtige Partie.
RB-Coach Julian Nagelsmann stellte seine Mannschaft gewohnt offensiv ein, setzte zu Beginn mit Timo Werner, Marcel Sabitzer und Patrick Schick auf drei nominelle Stürmer, zudem auf eine Dreierkette in der Defensive. Frankfurt hielt mit einer Viererkette dagegen.
Die Roten Bullen übernahmen von Beginn an die Initiative, drängten Frankfurt tief in die eigene Hälfte, kombinierten schnörkellos und agierten variabel in der Offensive. Leipzig erspielte sich gute Torchancen, scheiterte allerdings immer wieder am starken Kevin Trapp.
Werner mit einem Schuss aus neun Metern (9.) und Christopher Nkunku mit einem angeschnittenen Schuss von der Strafraumgrenze (18.) sorgten im ersten Durchgang für die gefährlichsten Aktionen. Zudem verpassten die Leipziger nach einem Traumsolo von Nkunku, den Ball aus fünf Metern ins Tor zu schieben.
Mit zunehmender Spieldauer fanden auch die Frankfurter ins Spiel, begegneten Leipzig mit aktivem Pressing und hoher Zweikampfintensität. So hemmten sie das Spiel der Gäste und kamen selbst zu gefährlichen Möglichkeiten. Die Leipziger verloren ihre Leichtigkeit, ihnen unterliefen leichte Fehler.
In der 48. Minute bestrafte die Eintracht das Auslassen der RB-Chancen und ging mit einem fulminanten Schuss in Führung. Martin Hinteregger setzte sich stark auf der linken Seite durch, brachte den Ball anschließend mit viel Übersicht zurück an die Strafraumgrenze auf den aufgerückten Almamy Touré, der volles Risiko ging und die Kugel wunderschön und unhaltbar in den linken Torwinkel schoss – die 1:0 Führung für Frankfurt.
Leipzig versuchte in der Folge, zurück ins Spiel zu kommen – hatte jedoch große Probleme gegen starke Frankfurter, die immer wieder gefährliche Konter setzten. Nagelsmann reagierte personell und brachte mit Yussuf Poulsen und Ademola Lookmann zwei weitere Angreifer. Insgesamt attackierte Leipzig so in der Schlussphase mit fünf Stürmern – schaffte es allerdings nicht, das Frankfurter Bollwerk zu durchbrechen.
In der letzten Minute der Nachspielzeit sorgten die Frankfurter für die Entscheidung. Der eingewechselte Gonzalo Paciência war Nutznießer nach einem Fehlpass der Leipziger in der eigenen Hälfte. Der Stürmer zog in den Strafraum ein und bediente Filip Kostic, der aus kurzer Distanz zum 2:0 einschoss.
Die Stimmen zum Spiel:
Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) bei "Sky": "Dass wir viel gelaufen sind, viel gearbeitet haben - das mussten wir auch. Wir haben viel gelitten, viel gegen den Ball gearbeitet und zum richtigen Zeitpunkt ein Tor geschossen, das hat uns nochmal Auftrieb gegeben.Wir haben alles gegeben."
Djibril Sow (Eintracht Frankfurt) bei "Sky": "Die Kompaktheit ist das Wichtigste. In der Hinrunde haben wir das oft vermissen lassen. Es war oft ein Ping Pong-Spiel zwischen Offensive und Defensive und in den letzten beiden Spielen haben wir es defensiv sehr gut gemacht."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) bei "Sky": "Wir waren in der ersten Halbzeit klar besser als der Gegner - der hat nicht einmal auf das Tor geschossen - haben guten Zugriff gehabt, gutes Gegenpressing. Im letzten Drittel waren wir zu schlampig, deswegen haben wir nicht die nötigen Torchancen gehabt. Aber es war alles in Ordnung. In der zweiten Halbzeit war alles sehr wild von uns. Frankfurt stand tief, hat gekontert. Wir sind sehr kurz vor dem Gipfel. Die Frage ist halt, die wir uns stellen müssen: Wollen wir ans Gipfelkreuz oder wollen wir parken, ein bisschen etwas essen und trinken und dann wieder heruntergehen? Dann ist es vielleicht auch schön, wir sind dann unter den ersten Vier oder wollen wir mehr erreichen?"
Das fiel auf: Gipfelstürmer
RB Leipzig schlich sich in der Hinrunde vor bis auf den ersten Platz und holte schließlich die Herbstmeisterschaft. Ohne viel Gerede um Meisterschaftsambitionen, sind die Leipziger nun in der Pole Position und für viele Experten der klare Favorit auf die Schale. Die Roten Bullen nehmen diese Aufmerksamkeit nicht nur wahr, sondern versuchen zugleich, die eigenen Chancen noch zu verbessern.
So gelang Leipzig mit Dani Olmo der Transfercoup dieses Winters. Der Spanier ist ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zum möglichen Titel. Leipzig handelt wie ein Meisterschaftsfavorit – auf und neben dem Platz. Die 0:2-Niederlage ist zwar ein herber Rückschlag für die Roten Bullen, doch bringt zudem weitere wichtige Erkenntnisse in der Entwicklung dieses jungen Teams.
Der Tweet zum Spiel:
Die Statistik: 1
Mit 51 Toren stellt RB Leipzig eine der besten Angriffsreihen der Bundesliga. Doch zum allerersten Mal in dieser Saison schafften es die Leipziger nun nicht, gegen den Gegner einen Treffer zu erzielen.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung