Eurosport
Hertha BSC Berlin mit Trainer Jürgen Klinsmann bezwingt Bayer Leverkusen
Von
Publiziert 18/12/2019 um 20:23 GMT+1 Uhr
Hertha BSC ist der erhoffte Befreiungsschlag in der Bundesliga geglückt. Die Mannschaft von Jürgen Klinsmann setzte sich knapp mit 1:0 (0:0) bei Bayer Leverkusen durch und springt in der Tabelle auf den 13. Platz. Die Alte Dame feierte damit nach dem 1:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg den zweiten Sieg in Serie. Das Tor des Tages erzielte Karim Rekik in der 64. Minute.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Nach der bitteren 0:2-Auswärtspleite gegen den 1. FC Köln war Bayer Leverkusen darum bemüht, gegen Hertha BSC wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden und zur Spitzengruppe der Bundesliga aufzuschließen. Auf der Gegenseite peilten Jürgen Klinsmann und sein Team nach dem Dreier gegen den SC Freiburg den zweiten Sieg in Folge an.
Gegen die "Werkself" nahmen die Berliner spielerisch zwar nur die Nebenrolle ein - Bayer dominierte mit über 70 Prozent Ballbesitz - zeigten sich in der Offensive jedoch sehr gefährlich. Während Bayer viel Dampf nach vorne machte, im letzten Drittel jedoch die nötige Zielstrebigkeit vermissen ließ, ging Hertha BSC direkt in die Gefahrenzone.
So verzeichneten die Gäste die gefährlichsten Chancen des ersten Durchgangs. In der 20. Minute scheiterte der auffällige Javairo Dilrosun mit einem Schuss aus elf Metern. Nur eine Minute später rettete Lukáš Hrádecký aus neun Metern mit einem starken Reflex gegen Davie Selke.
Bayer Leverkusen näherte sich zumeist über den starken Moussa Diaby an, war - wenn es dann mal in die Gefahrenzone ging - aber nicht genau genug im Abschluss. Viele Schüsse wurden geblockt oder gingen deutlich am Tor vorbei.
Auch im zweiten Durchgang blieb Leverkusen das aktivere Team, konnte jedoch die eigenen Schwächen nicht abstellen. Hertha BSC verteidigte kompakt im 4-4-2-System, machte die Räume eng und hatte nur wenig Mühe mit den anlaufenden Hausherren.
In der 64. Minute schlugen die Berliner schließlich selbst offensiv zu. Dilrosun setzte den aufgerückten Karim Rekik in der linken Strafraumhälfte in Szene. Der Innenverteidiger zog aus 15 Metern ab. Hrádecký wehrte nach vorne ab und so konnte Rekik den Nachschuss höchstselbst im Tor unterbringen.
Leverkusen wollte in der Folge den Ausgleichstreffer erzwingen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, denn Hertha BSC eröffneten sich Konterräume. In der 74. Minute hatte der eingewechselte Pascal Köpke die große Chance auf das 2:0, scheiterte allein vor Bayer-Schlussmann Hrádecký jedoch mit einem Lupfer.
Auf der Gegenseite ging abgesehen von einem Abseitstor von Paulinho (78.), das Referee Bastian Dankert korrekterweise zurückpfiff, nicht mehr viel. So holte Hertha BSC einen extrem wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Bayer steckt kurz vor Weihnachten in einer Mini-Krise.
Die Stimmen:
Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen): "Uns war die Bedeutung bewusst, umso enttäuschender ist die Niederlage. Die Situation ist nicht förderlich für den Kopf - heute waren wir in vielen Teilen ideenlos. Wir müssen aus dieser schwierigen Phase gemeinsam wieder herauskommen."
Peter Bosz (Trainer Bayer 04 Leverkusen): "Ich bin sehr enttäuscht. Vom Ergebnis, aber auch wie wir gespielt haben. Anfangs haben wir es gegen einen tiefstehenden Gegner gut gemacht - das wurde mit zunehmender Dauer immer schwieriger. Man hatte das Gefühl, dass wir gegen uns selber spielen."
Marvin Plattenhardt (Hertha BSC): "Am Ende sind wir natürlich überglücklich mit den drei Punkten. Wir haben auf die Konter gesetzt und hatten trotzdem einige gute Chancen. Das eine Tor reicht am Ende."
Das fiel auf: Fehlender Wow-Effekt
Beim knappen 2:1-Sieg gegen den FC Bayern München passte bei Bayer Leverkusen alles zusammen. Vor allem die Chancenverwertung. Denn hier hapert es bei der "Werkself" in dieser Saison besonders. Nach den Münchnern ist Leverkusen die Mannschaft mit dem meisten Ballbesitz in der Bundesliga, schafft es allerdings zu selten, aus dieser Überlegenheit Kapital zu schlagen.
Hinzu kommt die erhebliche Abschlussschwäche. Leverkusen versucht es oftmals aus allen Lagen, trifft jedoch zu selten das Tor. Das liegt daran, dass der "Werkself" im letzten Drittel oftmals der Wow-Effekt - also der letzte, zumeist kreative Gedanke - fehlt, um aus den hundertprozentigen Torchancen Kapital zu schlagen.
Der Tweet zum Spiel:
Die Statistik: 2
Bayer Leverkusen zeigt sich in dieser Saison extrem heimstark. Insgesamt verlor die "Werkself" vor der Partie gegen Hertha BSC nur ein Spiel auf eigenen Platz (1:2 gegen Borussia Mönchengladbach). Durch die knappe 0:1-Niederlage gegen die Berliner wackelt die Heimbilanz allerdings.
Das könnte Dich auch interessieren: Jérôme Boateng beim FC Bayern: Absturz eines Weltmeisters
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung