So lief das Spiel:

Die Mannschaft von Jürgen Klinsmann machte es den ambitionierten Gladbachern vor 50.208 Zuschauern im Berliner Olympiastadion in der Anfangsphase schwer. Die Berliner standen ganz eng an ihren Gegenspielern, verdichteten das Zentrum und ließen kaum Torraumszenen der Gäste zu. Stattdessen versuchte es Hertha BSC selbst immer mal wieder mit schnellen Gegenstößen. So kam Dodi Lukébakio nach Flanke von Javairô Dilrosun zum Kopfball (19.).

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Wirbel um Gladbach-Star: Embolo angeblich doch Gast bei verbotener Party
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Wenig später konterten die Hausherren im Anschluss an eine Gladbacher Ecke durchaus gefällig, Ramy Bensebaini konnte sich nur noch mit einem Foul an Davie Selke helfen. Den anschließenden Freistoß zirkelte Eduard Löwen sehenswert an den Querbalken – die größte Chance der Partie (22.).

Gladbach fand in der Offensive so gut wie gar nicht statt, die Stürmer Alassane Pléa, Breel Embolo und Marcus Thuram konnten gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Hertha kaum eine Lücke auftun.

Die besseren Chancen erarbeiteten sich stattdessen die Gastgeber. Lukébakio zog bei einem Angriff über die rechte Außenbahn an Nico Elvedi vorbei und schloss aus 17 Metern gefährlich ab – der Ball ging nur knapp links vorbei (29.). Offensive Highlights blieben danach Mangelware, erst kurz vor dem Halbzeitpfiff erarbeiteten sich die Gäste den ersten Torschuss: Thuram prüfte Rune Jarstein im Tor der Berliner mit einem wuchtigen Abschluss aus zwölf Metern halbrechter Position (39.).

In der zweiten Halbzeit bot sich ein ähnliches Bild: Hertha stand hinten sicher, Gladbach suchte nach der Lücke. Eine erste Torannäherung durch Denis Zakarias Schuss aus 18 Metern war kein Problem für Jarstein (55.). Die Gäste wurden nun aber gefährlicher. Zunächst prüfte Pléa Jarstein nach feinem Zuspiel von Florian Neuhaus (59.), ehe Berlins Torhüter auch gegen Thurams Schlenzer aus spitzem Winkel die Oberhand behielt (60.).

Herthas Offensivbemühungen wurden immer seltener, Jürgen Klinsmann reagierte mit einem Doppelwechsel und brachte Pascal Köpke und Marius Wolf für Selke und Lukébakio (69., 70.). Kurz darauf wurde es gleich mal wieder gefährlich bei den Berlinern, Dedryck Boyata setzte einen Kopfball nach einer Ecke nur knapp rechts daneben (73.).

Auf der anderen Seite bot sich Matthias Ginter nach einem Neuhaus-Freistoß eine gute Kopfballmöglichkeit, der Ball rauschte aber knapp links vorbei (77.). In der Schlussphase konnten sich beide Mannschaften keine Torchancen mehr erarbeiten, so blieb es am Ende beim leistungsgerechten Unentschieden.

LEIPZIG IST HERBSTMEISTER - ABER WER WIRD MEISTER?

Die Stimmen zum Spiel:

Jürgen Klinsmann (Trainer Hertha BSC): "Ich glaube, im Großen und Ganzen geht das Unentschieden in Ordnung. Für uns zählt jeder Punkt, um da unten rauszukommen. Es waren ein paar gute Aktionen dabei, aber die letzte Konsequenz und das Zutrauen haben gefehlt."

Marvin Plattenhardt (Hertha BSC): "Wir nehmen den Punkt mit und jetzt heißt es erst einmal ein bisschen ausruhen. Er (Trainer Jürgen Klinsmann, Anm. d. Red.) macht uns natürlich heiß. Das ganze Trainerteam ist neu, das ist natürlich auch eine Umstellung für uns Spieler. Aber er hat uns gesagt, dass es jetzt erst einmal auf die defensive Stabilität ankommt. Die letzten drei Spiele sind wir ohne Gegentore geblieben, das gab es ja auch noch nicht so oft bei der Hertha. Jeder zieht an einem Strang, jeder ist voll dabei und voll motiviert."

Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Die erste Halbzeit waren wir nicht so gut im Spiel. Hertha hat sehr gut und fleißig verteidigt. Das war sehr unangenehm. Da haben wir keine so guten Lösungen gefunden. In der Pause haben wir über ein paar Dinge geredet und haben es besser umgesetzt. Wir haben eine sehr gute Hinrunde gespielt, hatten dabei auch schwere Phasen. Glückwunsch nach Leipzig zur Herbstmeisterschaft."

Breel Embolo (Borussia Mönchengladbach): "Als Mannschaft haben wir eine sehr, sehr gute Hinrunde gespielt, auch wenn wir in den letzten zwei Spielen etwas unglücklich agiert haben. Wir wissen aber, dass es noch nicht vorbei ist und dass wir noch viel Luft nach oben haben. Man muss auch ehrlich sagen, dass die Hertha es defensiv sehr, sehr gut gemacht hat."

Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach): "Die erste Halbzeit geht an die Hertha, weil sie da aus dem Konter heraus mehr Chancen hatten. In der zweiten Hälfte waren wir dann aktiver, ohne dass es zu Riesenchancen gereicht hätte. Wir haben es Hertha nach der Pause schwerer gemacht und hatten hohe Ballgewinne. Aber die letzte Konsequenz hat dann doch gefehlt."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Herthas Defensive hält dicht

Seitdem Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC im Amt ist, liegt der Fokus der Berliner auf der defensiven Stabilität. So gelangen zuletzt zwei knappe 1:0-Siege gegen Freiburg und in Leverkusen. Auch gegen Borussia Mönchengladbach war die Defensive der Berliner Trumpf. Die Viererkette hat sich in den letzten Spielen gefunden, vor allem Innenverteidiger Dedryck Boyata zeigte eine starke Leistung und gewann fast jedes seiner Kopfballduelle. Zudem funktioniert die Absicherung durch den lauf- und kampfstarken Per Ciljan Skjelbred sehr gut, durch das Zentrum war den Herthanern gegen Gladbach kaum beizukommen.

Die Statistik: 63

Es war das 63. Aufeinandertreffen in der Bundesliga zwischen den beiden Mannschaften und die Bilanz bleibt weiterhin exakt ausgeglichen: Beide Teams konnten jeweils 24 Spiele gewinnen, zudem gab es 15 Unentschieden bei jeweils exakt 100 Toren.

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