Wie schon in den vergangenen Jahren, scheint der BVB in Sachen Neuzugänge für die kommende Spielzeit früh Nägel mit Köpfen machen zu wollen. "RMC Sport" und "Sport1" berichten übereinstimmend, dass Rechtsverteidiger Thomas Meunier die Dortmunder ab der kommenden Spielzeit verstärken soll. Laut des französischen Radiosenders sei der Vertrag sogar bereits unterschrieben.
Danach klingen die aktuellen Zitate von BVB-Sportdirektor Michael Zorc im "kicker" jedoch nicht. Die Ausnahmesituation in allen gesellschaftlichen Bereichen aufgrund der Corona-Pandemie haben große Auswirkungen auf die Kaderplanung der Vereine. Man müsse "erst einmal diese Krisensituation managen", ehe am Kader geschraubt werden könne, erklärte der 57-Jährige am Montag.
Unter normalen Umständen laufen die Arbeitspapiere traditionell am 30. Juni eines Jahres aus, neue Verträge starten am 1. Juli. Was aber passiert, wenn die aktuell ausgesetzten Spielzeiten erst nach diesem Stichtag zu Ende gespielt werden?
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Ungewisse Zeiten – in jeglicher Hinsicht.

Meunier: Eher neuer Piszczek als Hakimi

In Meunier, dessen Vertrag bei PSG ausläuft, bekäme der BVB jedenfalls einen erfahrenen Spieler zum Nulltarif. Das Transferpaket soll laut Informationen der "Westfalenpost" dennoch um die 50 Millionen Euro schwer sein und ein Gehalt von rund zehn Millionen Euro für die kommenden vier Jahre, sowie eine Handgeldzahlung in unbekannter Höhe beinhalten. Sportlich ist der 28-Jährige als neue Konstante auf der Rechtsverteidigerposition geplant.
Dort regierte jahrelang Lukasz Piszczek (354 Pflichtspiele) - nur neun Spieler in der Historie der Westfalen liefen häufiger für Schwarz-Gelb auf. Inzwischen ist der Pole seine angestammte Position auf der rechten Außenverteidigerposition jedoch an Achraf Hakimi verloren und wird fast ausschließlich als rechter Innenverteidiger in der Dreierkette eingesetzt.
Piszczeks Vertrag läuft im Sommer aus. Ob, und wenn ja, wie lange dieser verlängert wird, dazu gibt es noch keinerlei Informationen. Spekuliert wird über einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag ("Ruhrnachrichten"). Mit 34 Jahren gehört der Pole bereits zum älteren Eisen, es fehlt an Tempo gegen naturgemäß flinke Außenstürmer.

Hakimi-Verbleib unrealistisch

Tempo, das Hakimi besitzt. Allerdings liegen die Stärken des Marokkaners eher in der Vorwärtsbewegung denn in der Defensivarbeit. Ein Verbleib über die aktuelle Saison hinaus ist zudem höchst unrealistisch. Sowohl Hakimi als auch sein angestammter Verein Real Madrid haben bereits mehrfach verlauten lassen, dass man sich im Sommer wieder vereinen werde. Für seinen Abgang bereitete sich Schwarz-Gelb bereits im vergangenen Juni mit Mateu Morey vom FC Barcelona vor.
Meunier könnte auf lange Sicht einen etwaigen Erfahrungsverlust durch ein Karriereende von Piszczek kompensieren und dem BVB endlich wieder einen hauptberuflichen Rechtsverteidiger bescheren.
Bei PSG gehört der belgische Nationalspieler zum Stammpersonal - obwohl in französischen Medien oft von einer schwierigen Beziehung zwischen Meunier und seinem Trainer die Rede ist. Thomas Tuchel lässt sich das zumindest öffentlich nicht anmerken. Anfang Februar sagte er angesprochen auf den auslaufenden Vertrag des Belgiers:
Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er spielt sehr gut. Man kann sich auf ihn verlassen, er ist ein Schlüsselspieler für uns. Wir müssen einfach abwarten.

Meunier-Transfer: Auswirkungen der Corona-Krise

Bisher blieben die Gespräche zwischen Spieler und Verein jedoch ergebnislos - ein Abschied zum Vertrags- oder Saisonende, wann immer dies sein wird - rückt den gesetzmäßigkeiten des Fußballbusiness' also näher. Doch da ist ja auch noch diese "große Unsicherheit", die laut Zorc aktuell bei "allen Klubs" herrsche. Es ist schwer vorstellbar, dass in der aktuellen Ungewissheit hinein große Investitionen getätigt werden. "Wir wissen schließlich nicht, wann wieder gespielt werden kann", so Zorc weiter.
Es könnte am Ende also alles ganz anders kommen. Jegliche Vertragsgespräche liegen aktuell auf Eis, eine Wiederaufnahme ist kurzfristig nicht in Sicht. Eine belastende Situation - sowohl für Spieler, als auch Klubs. Jeder muss dieser Tage, so floskelbeladen es auch ist, von Tag zu Tag denken. Und fällt Zorcs Prognose für die nächsten Monate in seinem Job nicht unbedingt positiv aus: "Dieser Sommer wird unlustig."

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