Nachdem die Werkself drei Punkte gegen Borussia Dortmund einfuhr, war auch gegen den VfL Wolfsburg ein Sieg die klare Marschroute. Bayer-Coach Peter Bosz vertraute fast der identischen Elf wie gegen die Borussia, einzig Daley Sinkgraven begann für Wendell auf der linken Abwehrseite, Patrick Schick fiel gegen die Wölfe angeschlagen aus.
Die Gäste gingen mit einer 4-5-1-Taktik in die Partie - mit schnellen Akteuren auf beiden Seiten - um dem Tempospiel der Leverkusener gegen zu wirken. Unter anderem rückte Kevin Mbabu in die Startelf auf der rechten Abwehrseite, Ridle Baku rückte eine Position vor.
In den ersten Minuten ging die Taktik der Wölfe allerdings nicht auf, Bayer rannte an, war vor allem über die rechte Seite in Person von Moussa Diaby nicht unter Kontrolle zu bekommen. Binnen drei Minuten scheiterte die Werkself dreimal aus aussichtsreicher Position, unter anderem traf Lucas Alario in der fünften Minute nach einer Diaby-Flanke nur den Pfosten.
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Mit zunehmender Spielzeit fanden auch die Wölfe in die Partie, waren in der Offensive allerdings deutlich passiver als die Hausherren. Dennoch waren es die Gäste, die in der 35. Minute mit der zweiten guten Angriffssituation in Führung gingen. Nach einem missglückten Abwehrversuch von Jonathan Tah flankte Renato Steffen den Ball aus halblinker Position auf den zweiten Pfosten. Baku war zur Stelle und verwandelte völlig ungedeckt per Kopf zum 1:0.
Leverkusen suchte nach einer Antwort, legte sich hierfür auf die rechte Seite von Diaby fest. Der 21-jährige Franzose sorgte für viel Tempo und Gefahr, brachte den Ball immer wieder gefährlich in den Strafraum. Zu oft fehlte in den Aktionen allerdings der letzte Pass, Wolfsburg stellte sich immer besser auf das Bayer-Spiel ein.
In der Schlussviertelstunde stellte Bosz seine Mannschaft um, brachte unter anderem Karim Bellarabi für Jonathan Tah und veränderte die Defensive zu einer Dreierkette. Doch auch nach dieser Umstellung blieben Abschlüsse die Ausnahme. Die beste Gelegenheit hatte Sinkgraven mit einem Schuss aus 16 Metern, den Koen Casteels stark abwehrte (81.).
Insgesamt agierte Wolfsburg cleverer, machte die Räume defensiv gut zu und zeigte sich in der Offensive effektiv. Leverkusen fehlten der Ideenreichtum, die Präzision und der Wille zum Abschluss. So stürmten die Wölfe vor auf den vierten Platz und sind nun punktgleich mit der Werkself.

Die Stimmen zum Spiel:

Lukas Hradecky (Bayer 04 Leverkusen): "Uns haben die Idee und Effizienz gefehlt. Die Wolfsburger haben natürlich gut verteidigt, wir konnten nur Flanken schlagen - es kam nichts über das Aufbau- und Kombinationsspiel."

Xaver Schlager (VfL Wolfsburg): "Viel Ballbesitz hatten wir nicht. Ich glaube, es war der wenigste in dieser Saison. Wir haben richtig viel laufen müssen, aber das hat sich ausgezahlt. Wir haben hinten die Null gehalten, das war entscheidend und der Schlüssel zum Erfolg."

Ridle Baku (VfL Wolfsburg): "Ich fühle mich sehr, sehr wohl beim VfL. Ich wurde sehr gut aufgenommen, konnte auch in den ersten Spielen direkt zeigen, was ich kann und jetzt versuche ich einfach, konstant meine Leistung abzurufen. Und bin einfach froh, dass ich mit meinem Tor der Mannschaft helfen konnte."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayer-Lichtblick

Im Sommer 2019 wechselte Diaby für kolportierte 15 Millionen Euro von Paris Saint-Germain zu Bayer Leverkusen und ist in dieser Saison so richtig angekommen. Der Flügelspieler ist der absolute Dauerbrenner in der Werkself, kam in jedem der 18 Bundesligaspiele zum Einsatz – immer von Beginn an.
Diaby erzielte in 18 Einsätzen drei Tore und bereitete vier Treffer vor, keine überragende Statistik. Doch der Franzose kommt immer mehr in Fahrt, war gegen Dortmund der beste Spieler auf dem Feld und auch gegen Wolfsburg Aktivposten Nummer eins. Mit seinen 21 Jahren besitzt Diaby zudem großes Entwicklungspotenzial.

Die Statistik: 800

Die Partie bei Bayer 04 Leverkusen war das 800. Bundesliga-Spiel für den VfL Wolfsburg. Davon gewannen die Wölfe 304 Partien, holten 209 Unentschieden und kassierten 287 Niederlagen.
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