Der FC Schalke, der unter Trainer Dimitrios Grammozis noch immer auf sein erstes Tor wartete, erwischte einen konzentrierten Start und hätte nach 12 Minuten sogar in Führung gehen können.
Harit verschaffte sich im Mittelfeld durch ein feines Dribbling etwas Platz und steckte im richtigen Moment auf Bundesliga-Debütant Mehmet Aydin durch, der von Wendells Ausrutscher profitierte und reichlich Zeit zum Flanken hatte. Der 19-Jährige fand Klaas-Jan Huntelaar mit seiner Hereingabe am ersten Pfosten, doch der Niederländer konnte die Kugel per Kopf nicht mehr richtig platzieren, sodass der Versuch knapp über den Querbalken flog (12.).
Die Leverkusener hatten auch zu diesem Zeitpunkt bereits Ballbesitzanteile um 75% angehäuft, fanden gegen eine kompakte Schalker Defensive kaum ein Durchkommen – bis zur 26. Spielminute.
Bundesliga
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VOR 11 STUNDEN
Eine feine Einzelaktion von Kerem Demirbay leitete das 1:0 für die Hausherren ein. Der Deutsch-Türke legte das Leder - nach einem Zuspiel von Charles Aranguiz - geschickt an seinem Gegenspieler vorbei und passte scharf von links in die Mitte. Dort stand Torjäger Lucas Alario richtig und brauchte nur noch den Fuß zum 1:0 für Bayer Leverkusen hinhalten (26.).
Im Anschluss war das Schlusslicht aus Gelsenkirchen um eine Antwort bemüht und erarbeitet sich in diesem Zusammenhang einige Ecken, die aber keine Probleme für die Leverkusener Hintermannschaft darstellten. Es bliebt beim 1:0-Pausenstand.
Kurz nach Wiederanpfiff hatte Amine Harit nach einem Ballverlust von Demirbay in der eigenen Hälfte Zeit und Platz für einen Abschluss, doch der Spielmacher setzte seinen Versuch aus 20 Metern etwas zu hoch an (49.). Eine Minute später ermöglichte ein Serdar-Fehler am eigenen Strafraum dem Brasilianer Wendell eine Schusschance, doch der Verteidiger verzog seinen Flachschuss knapp (50.).
Acht Minuten später hatten die Schalker kurz Grund zu jubeln: Nach einem Doppelpass zwischen Harit und Can Bodzogan setzte Letzterer Huntelaar im Zentrum in Szene, der den Ball aus wenigen Metern über die Linie drückte. Das Tor wurde allerdings zurückgenommen, da Harit beim Pass von Bozdogan knapp im Abseits stand (58.).
Nachdem der eingewechselte Florian Wirtz in der 69. Minute einen Volley knapp am Torwinkel vorbeischoss und weitere zwei Minuten später aus einer Abseitsposition den Pfosten traf (71.), war es schließlich der ebenfalls eingewechselte Patrik Schick, der den Deckel draufmachte.
Der tschechische Stürmer wurde von eben jenem Wirtz per Steilpass geschickt und versenkte das Zuspiel präzise und trocken von der Strafraumkante im unteren rechten Eck (72.).
Schalke steckte jedoch nicht auf und kam tatsächlich noch durch Huntelaar zum Anschluss, der eine Bozdogan-Flanke mit der Brust annahm und aus wenigen Metern per linkem Volleyschuss im Tor unterbrachte (81.).
Nach dem 1:2 konnten sich die Knappen aber keine zwingenden Chancen mehr herausspielen, sodass am Ende die 19. Saisonniederlage zu Buche stand.

Die Stimmen zum Spiel:

Sven Bender (Bayer Leverkusen): "Wir können besser spielen, aber was für uns heute zählt, sind die drei Punkte. Das war unser Ziel und das haben wir geschafft. Ich glaube, in der zweiten Halbzeit haben wir uns schwer getan – es war ein Arbeitssieg. Natürlich hat auch der Trainerwechsel eine Rolle gespielt. Das System und die Art, wie wir Fußball spielen hat sich geändert. Zudem waren einige Spieler bei der Nationalmannschaft, die nun die Inhalte der letzten Tage in kurzer Zeit nachholen mussten. Die Strukturen im Spiel zu finden braucht seine Zeit."
Kerem Demirbay (Bayer Leverkusen): "Ich bin mit dem Sieg und der Leistung zufrieden. Es hat gut getan, Mal wieder in der Startelf zu stehen. Ich spüre das Vertrauen des Trainers. In den letzten Monaten habe ich weniger Spiele machen dürfen – warum auch immer. Ich hoffe, ich und die Mannschaft sind jetzt auf dem richtigen Weg."

Der Tweet zum Spiel:

Patrick Schick markierte nur fünf Minuten nach seiner Einwechselung das 2:0 für sein Team und ebnete so den Weg zum Debüt-Sieg für Interimscoach Hannes Wolf.

Das fiel auf: Demirbays Gedankenblitz und Joker Schick reichen Bayer

Es entwickelte sich schnell eine relativ zähe Bundesliga-Partie, was auch an der ähnlichen Grundordnung der beiden Mannschaften lag. Wie erwartet, ließ Leverkusen den Ball und die Schalker laufen, allerdings mangelte es dem Offensivspiel – das mitunter sehr rechtslastig war – an Ideen und Entschlossenheit im letzten Drittel. So war es schließlich eine bezeichnende Einzelaktion von Demirbay, die das 1:0 einleitete.
S04 konnte dennoch eine der besseren Leistungen abrufen und stand vor allem in der Defensive weitestgehend kompakt. In der Vorwärtsbewegung konnte Harit immer wieder mehrere Gegenspieler binden, was den Flügelspielern etwas Platz verschaffte.
Auch nach der Pause präsentierte sich Königsblau relativ stabil, letztendlich reichte den Leverkusenern aber die individuelle Klasse zum verdienten aber glanzlosen Sieg.

Die Statistik: 1

Nach den Partien gegen Mainz (0:0), Wolfsburg (0:5) und Mönchengladbach (0:3) erzielten die Schalker heute gegen Bayer Leverkusen das erste Tor unter Trainer Grammozis. Trotzdem macht ein Blick auf die Statistik des 42-Jährigen nicht wirklich glücklich: Ein Punkt aus vier Spielen bei einer Tordifferenz von 1:8 sprechen eine deutliche Sprache.
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