Die erste halbe Stunde war ziemlich ausgeglichen. Beide Teams befanden sich spielerisch auf Augenhöhe. Augsburg verpasste nach wenigen Sekunden einen erfolgreichen Blitzstart. Ruben Vargas bediente in der ersten Minute Alfred Finnbogason, der aus der rechten Sechzehnerhälfte flach aufs Tor schoss. Schlussmann Yann Sommer verhinderte den Einschlag per Fußabwehr.

Wenig später schoss Florian Neuhaus die Fohlen in Führung. Stefan Lainer flankte nach einem verzögerten Doppelpass mit Patrick Herrmann aus dem rechten Halbfeld mit dem Außenrist in den Strafraum. Dort nahm Breel Embolo den Ball an und wuchtete diesen auf den Kasten. Rafał Gikiewicz wehrte nach vorne ab, wo Lars Stindl mit seinem Schuss ebenfalls am parierenden Keeper scheiterte. Der Abpraller landete bei Neuhaus, der dien Kugel aus 15 Metern zum 1:0 ins rechte obere Eck schlenzte (5.).

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21/11/2020 AM 11:11

Nach knapp 30 Minuten verflachte das Spiel. Beide Mannschaft konnten nicht an das hohe Tempo aus der Anfangsphase anknüpfen. Gladbach und Augsburg neutralisierten sich im Mittelfeld, ehe es mit 1:0 in die Kabinen ging.

Gladbach bestimmte die erste Viertelstunde des zweiten Abschnitts, Augsburg tauchte in dieser Zeit nicht nennenswert in der Offensive auf. In der 60. Minute scheiterte Embolo am Pfosten, im Anschluss litt der Spielfluss zunächst aufgrund vieler Spielerwechsel und Fouls.

In der 66. Minute musste der erst zwölf Minuten zuvor in die Partie gebrachte Raphael Framberger mit Gelb-Rot runter. Den ersten Karton sah er wegen eines nicht sehr harten Fouls an Hannes Wolf (62.), den zweiten aufgrund eines taktischen Foulspiels an Embolo.

In Überzahl verpassten es die Hausherren, den Deckel draufzumachen. Der Ball lief bei den Borussen in der Schlussphase gut, sodass Augsburg kaum einen Zugriff bekam. Doch der Gladbacher Chancenwucher wurde spät bestraft. Ein Lucky Punch sorgte dafür, dass die Augsburger zum 1:1-Endstand ausglichen.

Lainer und Matthias Ginter schafften es im Gladbacher Strafraum nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Dieser landete bei Daniel Caligiuri, der volley draufhielt. Oscar Wendt fälschte ab, sodass das Spielgerät hoch im Tor einschlug (88.).

Die Stimmen zum Spiel:

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): "Wir hatten genügend Chancen und hätten früher den Sack zumachen müssen. Dann sind wir im eigenen Ballbesitz ein bisschen schläfrig beziehungsweise ein bisschen schlampig geworden. Wenn wir das 2:0 gemacht hätten, wäre der Drops aber natürlich gelutscht gewesen. So eine Partie spielt man mit diesem Spielverlauf hundertmal und spielt wahrscheinlich nur einmal unentschieden."

Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Die Jungs haben die Aufgabe grundsätzlich sehr gut angenommen. Nach der ersten Großchance für Augsburg haben sie das Spiel in den Griff bekommen und sind schnell in Führung gegangen. Aber hinten heraus haben wir - und das können wir auch nicht wegdiskutieren - wieder zwei Punkte unnötig weggegeben. Es ist ein schmerzhafter Lernprozess, weil wir in dieser Saison schon viele Punkte auf diese Weise abgegeben haben. Wir müssen mit dem Punkt leben und weiter an den Dingen, die noch nicht so laufen, wie wir uns das vorstellen, arbeiten."

Heiko Herrlich (Trainer FC Augsburg): "Wir sind glücklich, dass wir so spät noch den Ausgleich geschafft haben. Die Mannschaft hat in Unterzahl eine absolute Willensleistung und eine tolle Moral gezeigt. Das Gegentor hätten wir besser verteidigen können. Dann gab es Situationen, in denen Gladbach gut vor unser Tor gekommen ist. Da hatten wir manchmal auch Glück. In der Halbzeit habe ich der Mannschaft gesagt, dass sie trotz des Rückstands weiter an sich glauben soll. Am Ende war Daniel Caligiuri dann da und hat den Ausgleich erzielt."

Der Tweet zum Spiel:

Die wohl beste Nachricht des Tages für Fans von Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria, der wegen einer Knieverletzung lange ausfiel, stand erstmals seit acht Monaten wieder im Spieltagskader. In der 89. Minute wurde er eingewechselt und feierte somit sein Comeback.

Das fiel auf: Herrlich bleibt in Gladbach ungeschlagen

FCA-Coach Heiko Herrlich hat nicht nur als Spieler gute Erinnerungen an Borussia Mönchengladbach. Von 1993 bis 1995 stand er bei den Fohlen unter Vertrag und knipste dabei in 55 Partien insgesamt 28 Mal. In seiner letzten Saison im VfL-Dress gewann er den DFB-Pokal. Auch als Cheftrainer machte der gebürtige Mannheimer positive Erfahrungen mit den Gladbachern - in diesen Fällen allerdings aus der Gegnerperspektive. Viermal coachte Herrlich bisher im deutschen Fußball-Oberhaus gegen seinen Ex-Klub. Dreimal als Übungsleiter bei Bayer 04 Leverkusen, einmal beim VfL Bochum. Verloren hat er dabei nie. Diese Serie konnte er heute als Trainer des FC Augsburg fortsetzen.

Die Statistik: 5

Neuhaus' Führungstreffer in der fünften Minute war das bisher früheste Gladbacher Tor in dieser Saison. Zudem war es für den ehemaligen Münchner Löwen der schnellste Bundesliga-Treffer seiner Karriere.

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