"Ich bin exzellent behandelt worden und fühle mich jetzt bereit für die Reha auf meinem Weg zurück auf den Fußballplatz."
Das sagte Dan-Axel Zagadou erst vor zwei Tagen, nachdem der Franzose im bayrischen Plattling vom Straubinger Ärzteteam um Prof. Dr. med. Michael Strobel am Knie operiert worden war.
Nun also beginnt für den Dortmunder Innenverteidiger die Reha. Schon wieder. Zum dritten Mal in dieser Spielzeit ist der 21-Jährige schlimmer verletzt.
Bundesliga
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31/03/2021 AM 10:50
Wenn Zagadou nach dem neuerlichen Eingriff wieder spielfähig ist, wird die Saison beendet sein. Es wird dann die vierte des 1,95-Meter-Hünen beim BVB gewesen sein, seit er im Sommer 2017 aus Paris kam.
Dass er bislang erst 73 Pflichtspiele für die Schwarz-Gelben absolvierte und in keinem Bundesligajahr mehr als 17 Einsätze zu Stande brachte, zeigt, wie groß seine Verletzungsanfälligkeit wirklich sind - und wie unbefriedigend seine Zeit bei der Borussia bislang für alle Seiten verlaufen ist.

Spiel beim FC Bayern als Tiefpunkt

Denn Zagadou war als großes Versprechen für die Zukunft aus der Jugendakademie des französischen Serienmeisters ins Ruhrgebiet gekommen.
Dort sollte er in Ruhe und mit Augenmaß zum langfristigen Chef der Defensivreihe aufgebaut werden. Die ständigen Pausen erhöhten aber mehr und mehr den Druck auf Zagadou, so dass er bei den wenigen Einsätzen zu Beginn seiner Dortmunder Zeit häufig gestresst und ohne Rhythmus agierte.
Auch nach fast zwei Jahren im Klub war er noch so verunsichert, dass er im April 2019 beim Gastspiel in München (0:5) eines der schwächsten Spiele seiner Karriere ablieferte. Die Auswechslung zur Halbzeit war der Tiefpunkt.
Trotzdem hielten die BVB-Bosse an ihrem Projekt fest. Zagadous pures Talent, das immer wieder - nicht nur im Training - aufblitzte, sorgte sogar dafür, dass im Sommer 2019 Abdou Diallo die Freigabe erteilt wurde. Zagadou blieb. Man baute auf ihn.

Dan-Axel Zagadou von Borussia Dortmund hat einen Muskelfaserriss erlitten

Fotocredit: Getty Images

Entscheidung bei Zagadou steht vor der Tür

Vertrauen, dass sich in einem Punkt auszahlte: Der Innenverteidiger hat seither seine Leistungen stabilisiert. Wenn er spielt, gehört er zum Ligapersonal von gehobener Qualität. Nur spielt er zu selten.
Der BVB muss im kommenden Sommer eine Entscheidung treffen: verlängern oder verkaufen?
Der Vertrag des 21-Jährigen läuft im Sommer des Jahres 2022 aus. Das kommende Transferfenster wäre also die letzte Möglichkeit, mit dem Verteidiger noch ein paar gute Euro zu verdienen.
Und genau das - so berichtet "Sky" - soll der Plan gewesen sein: Zagadou sollte sich in der Endphase der Saison ins Schaufenster stellen, den eigenen Preis mit guten Leistungen nach oben treiben. Die im Training erlittene Knieverletzung hat diesen Plan durchkreuzt.

Kommen ein oder zwei neue für die Zentrale?

Dem "Kicker" zufolge existiert in der Chefetage nun zwar der Wunsch, den Vertrag mit Zagadou über den Sommer 2022 hinaus nochmal zu verlängern. Eine der Planstellen in der so wichtigen Defensivachse aber dauerhaft mit einem derart verletzungsanfälligen Spieler zu belegen, ruft Zweifel hervor.
Neben dem Franzosen stehen in Mats Hummels und Manuel Akanji aktuell nur zwei weitere Innenverteidiger unter Vertrag. Emre Can, Thomas Delaney und Axel Witsel helfen in der Regel nur aus. Sie alle haben ihren angestammten Platz weiter vorn.
Mindestens einen neuen Verteidiger muss der BVB im Sommer also holen. Angesichts der jüngsten Erfahrungen eher zwei, gerade weil in Soumaila Coulibaly der erste vielversprechende Neuzugang zum Saisonstart gar nicht fit sein dürfte. Der 17-Jährige von PSG kuriert derzeit einen Kreuzbandriss aus.
Die Entscheidung über Zagadous Zukunft wird somit zur Kostenfrage und zum Drahtseilakt.

Für Dan-Axel Zagadou von Borussia Dortmund ist die Saison verletzungsbedingt vorzeitig beendet

Fotocredit: Imago

Coronakrise drückt die Dortmunder Finanzen

43,5 Millionen Euro habe der Verlust in der vergangenen Saison betragen, beschrieb BVB-Finanzgeschäftsführer Thomas Treß die Situation kürzlich in den "Ruhr Nachrichten".
Und weiter: "Das Ergebnis in diesem Jahr wird noch einmal deutlich schlechter ausfallen, weil nicht nur vier Monate von den Auswirkungen von COVID-19 betroffen sind, sondern vermutlich das ganze Jahr."
Viel wird auch deshalb daran hängen, ob es die Borussia im Saisonendspurt doch noch in die Champions League schafft. Platz vier ist das Sehnsuchtsziel.
Dan-Axel Zagadou wird dabei nicht helfen können.
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