Für beide Teams ging es in dieser Partie um etwas. Die Eintracht wollte sich im Kampf um die Königsklasse durch einen Sieg gegen den FCA etwas Luft gegenüber dem BVB und Bayer Leverkusen verschaffen, den Augsburgern hätten Punkte etwas mehr Ruhe beim Blick in Richtung Relegationsplatz verschafft.
Frankfurt wirkte in der Anfangsphase wacher, attackierte früh und gab in Person von André Silva in der fünften Minute den ersten Torschuss ab. Der Kopfball des Portugiesen, nach Flanke von Evan N´Dicka, stellte aber kein Problem für Rafal Gikiewicz dar.
Die Fuggerstädter standen tief, lauerten auf Konter und fanden nach den ersten zehn Minuten immer besser ins Spiel. Trotz weniger Ballbesitz wurden die Gäste öfter gefährlich als die Eintracht. Einen Schuss von Marco Richter aus schwierigem Winkel ließ Kevin Trapp zur Seite klatschen und auch beim artistischen Drehschuss von Laszlo Bénes aus knapp 20 Metern war der Schlussmann gefordert und zur Stelle (11.).
Bundesliga
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In der 24. Minute hatte das Team von Heiko Herrlich die nächste Chance in Führung zu gehen. Trapp klärte Benes' flachen Querpass von links in die Mitte vor dem einschussbereiten Florian Niederlechner. Den Nachschuss von Jan Moravek blockte Filip Kostic ab.
Nach einer guten halben Stunde gab es dann einen lauten Aufschrei in Frankfurt. Martin Hinteregger kam an der Mittellinie viel zu spät gegen Marco Richter und traf den Augsburger völlig übermotiviert mit einer Harakiri-Grätsche am Knie. Der Österreicher kam mit Gelb davon, hätte sich aber auch über Rot nicht beschweren dürfen (34.).
Ausgerechnet der 28-jährige Innenverteidiger war es dann, der die Gastgeber in der 38. Spielminute in Führung brachte. Der robuste und torgefährliche Defensiv-Akteur setzte sich nach einer Flanke von Daichi Kamada im Getümmel gegen Felix Uduokhai und Reece Oxford durch und nickte aus fünf Metern zum 1:0 ein (38.). Nur 60 Sekunden zuvor hatte Gikiewicz noch einen gefährlichen Kopfball von Silva über die Latte gelenkt (37.), dann eine Minute später aber doch hinter sich greifen müssen.
Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild wie zu Beginn der Partie: Frankfurt drückte, Augsburg zog sich zurück – und wurde bestraft. Nach einem öffnenden Pass von Kamada trieb Sebastian Rode das Spielgerät in Richtung Sechzehner, spielte vor dem Strafraum nach links zu Kostic, der mit seiner gefühlvollen Flanke Silva am zweiten Pfosten fand. Der Torjäger ließ sich diese Chance nicht mehr nehmen und markierte per Kopf das 2:0 (58.).
Die Messe schien gelesen, doch Augsburg bekam unerwartet die Chance, noch einmal zurück ins Spiel zu kommen. Frankfurts Tuta hatte den Ball bei einer Ecke leicht mit dem Oberarm touchiert, Schiedsrichter Robert Schröder entschied nach Ansicht der Fernsehbilder auf Strafstoß für den FCA.
Der eingewechselte Alfred Finnbogason trat an und chippte den Ball ohne jegliche Körperspannung über das Tor – kläglich (73.).
Der ebenfalls eingewechselte Rubén Vargas verpasste innerhalb der letzten zehn Minuten ebenfalls zwei Mal den Anschluss. Erst setzte der Linksaußen einen Freistoß aus 22 Metern knapp links neben das Tor (82.), wenig später ließ der Joker aus 16 Metern den Pfosten ertönen (85.).
So blieb es beim 2:0 für die Eintracht, die durch die drei Zähler zumindest vorübergehend auf Rang drei springt.

Die Stimmen:

Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Es war ein hartumkämpfter Sieg. Das war keine leichte Aufgabe heute. Wir waren unter Druck und wollten die Verfolger auf keinen Fall rankommen lassen. Augsburg hat sehr tief und gut verteidigt, das hat es uns schwer gemacht, Räume zu finden. Da haben wir vielleicht noch nicht die Qualität, um gegen so einen Gegner alles aufzubrechen. Am Ende sind wir wirklich froh, dass wir dieses wichtige Spiel gewonnen haben. Jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben gegen Leverkusen machen, das wird sehr schwer. Dennoch haben wir alles in der eigenen Hand."
Rafal Gikiewicz (FC Augsburg): "Wir haben hier in Frankfurt zwei Fehler gemacht, zwei Tore bekommen und im dritten Spiel in Folge nicht getroffen. Kostics linker Fuß ist scharf wie ein Messer, seine Bälle sind sehr gefährlich – da müssen wir besser stehen. Wir haben, wie schon in der Hinrunde, ein gutes Spiel gegen Frankfurt gemacht. Wenn wir den Elfmeter rein machen, bekommen wir vielleicht nochmal die zweite Luft. Leider war der Strafstoß nicht drin. Wir müssen unbedingt an unserer Chancenverwertung arbeiten, dann gewinnen wir auch das wichtige Spiel gegen Köln."

Der Tweet zum Spiel:

Silva entschied mit seinem 24. Saisontor zum 2:0 das Spiel gegen den FCA vorzeitig zu Gunsten seiner Mannschaft. Der torhungrige Portugiese hat inzwischen wohl auch Begehrlichkeiten bei Verfolger Borussia Dortmund geweckt.

Das fiel auf: Hinteregger nah am Platzverweis, dann Torschütze

Augsburg präsentierte sich nach den enttäuschenden Auftritten gegen Schalke 04 (0:1) und Arminia Bielefeld (0:0) stark verbessert, war vor dem Tor jedoch nicht effektiv genug. Dennoch sahen die Angriffe der Bayern im ersten Abschnitt flüssig und zielstrebig aus, wenngleich die Offensivbemühungen sehr linkslastig (Benes, Pedersen) waren. Frankfurt dagegen wirkte lange Zeit gehemmt und ideenlos – ein Armin Younes hätte dem hessischen Offensivspiel vermutlich gut getan. Dennoch ging Frankfurt in Person von Hinteregger durch einen Mann in Führung, der eventuell gar nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen.
In der zweiten Hälfte wurde die individuelle Klasse der Gastgeber deutlich. Während Silva gleich die erste Chance des zweiten Durchgangs nutzte und somit den Weg zum Sieg ebnete, vergaben die Joker Finnbogason und Vargas auf der Gegenseite.

Die Statistik: 17

Durch das 2:0 gegen den FC Augsburg ist Eintracht Frankfurt nach wie vor ohne Heimniederlage in der laufenden Spielzeit. Saisonübergreifend sind die Hessen gar seit 17 Heimspielen unbesiegt – die längste Serie seit 28 Jahren.

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