Die "Hinti-Army" liebt ihn für seinen unbändigen Einsatz, seine brachialen Grätschen - und seine offene, ehrliche Art: Martin Hinteregger genießt bei Eintracht Frankfurt Kultstatus. Der Österreicher ist im glatt gebügelten Fußballgeschäft ein etwas anderer Profi, einer mit Ecken und Kanten. Doch damit stellt sich der Verteidiger auch regelmäßig selbst ins Abseits - nun sorgen seine Aussagen zu möglichen Krawallen von Fußball-Rowdies für Irritationen.
"Die haben sich wahrscheinlich ausgeredet und ein bisschen gekloppt. Wenn es beide gewollt haben, ist es ja okay", sagte Hinteregger dem ZDF nach dem Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen (1:3). So etwas gehöre ja zum Fußball dazu. "Ihr könnt wieder über was berichten, die haben Spaß beim Kämpfen, wir müssen Interviews dazu beantworten. Und jeder hat was davon. Ist ja nix Schlimmes", so der 28-Jährige.
Mögliche Fangewalt "okay" und "nix Schlimmes"? Mit diesen skurrilen und verharmlosenden Aussagen hat sich Hinteregger gewaltig verdribbelt - mal wieder. Denn zuvor hatte er schon mit Fehltritten beim FC Augsburg und der österreichischen Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt. Im Sommer 2019 torkelte Hinteregger noch in Diensten des FC Augsburg betrunken über ein Dorffest in Österreich und wurde dabei gefilmt.
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Überhaupt soll es während seiner Zeit beim FCA mehrere Vorfälle mit Alkohol gegeben haben. Zudem war er dort nach öffentlicher Trainer-Kritik zwischenzeitlich suspendiert, seinen Abgang nach Frankfurt provozierte er. Bei der Nationalmannschaft ignorierte er an seinem Geburtstag gekonnt den Zapfenstreich. Und nun die wirren Aussagen über die sich anbahnenden Fankrawalle.
Nur mit einem massiven Aufgebot hatte die Polizei in Leverkusen Ausschreitungen von rivalisierenden Fangruppen verhindern können. Dies hatte eine Polizeisprecherin dem SID bestätigt. "Wir haben mit Martin Hinteregger das Thema intern besprochen", sagte SGE-Vorstandssprecher Axel Hellmann auf SID-Anfrage: "Eintracht Frankfurt lehnt jedwede Form von Gewalt ab."

Keine Strafe für Hinteregger von Frankfurt

Eine Strafe werde es für Hinteregger dennoch nicht geben. Der Kärntner hat sich seit seinem Wechsel nach Frankfurt im Januar 2019 einen Ruf als besonders authentischer Profi erarbeitet. Er erzähle gerne, was er denkt, "obwohl es sicher cleverer wäre, manchmal wie ein Politiker zu sprechen", sagte er einst.
Die sozialen Netzwerke mied Hinteregger lange, lief dafür bis zuletzt ganz bodenständig mit einem uralten Klapphandy umher. Auf der anderen Seite macht er seinen Pilotenschein, spielt laut eigener Aussage fast täglich Ziehharmonika, seine große Leidenschaft ist das Jagen.
Solange die Leistung stimmt, wird ihm all dies besonders beim Anhang positiv ausgelegt. Seine persönliche Fangemeinde, die "Hinti-Army", widmete ihm gar einen eigenen Song. Doch Hinteregger bewegt sich stets auf einem schmalen Grat, mal wieder steht er nun am Scheideweg: zum Kult- oder zum Skandalprofi.

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