"Wir können alle erahnen, was für ein Thema heute für alle aktuell und wichtig ist", eröffnete der 56-Jährige nach der Begrüßung der anwesenden durch Pressesprecher Dieter Nickles und ging anschließend in ein 1:40 Minuten langes Statement.
Die Intention des Bayern-Trainers war klar: Eventuell auftretende Fragen der Journalisten hält man sich am besten vom Leib, wenn proaktiv schon vor dessen Stellung die Antwort unmissverständlich gegeben wird.
Doch genau da lag das Problem. Unmissverständlich war Flicks Einschätzung der Thematik rund um den Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw und den damit verbundenen Spekulationen um seine Position ganz und gar nicht.
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Im Gegenteil.

Hansi Flick: Deutliche Worte, unklare Wirkung

Zu einem klaren "Nein" wie zuvor Jürgen Klopp konnte sich der Favorit auf die Nachfolge des nach 15 Jahren scheidenden Weltmeistertrainers nämlich nicht durchringen. "Ich möchte mich dazu nicht äußern. Ich habe alles dazu gesagt", betonte Flick auf eine entsprechende Nachfrage.
Der 56-Jährige sagte in der Tat viel zum aktuell wichtigsten Fußball-Thema im Land. Ein Hintertürchen blieb bei seiner wortreichen Einlassung zu einem künftigen DFB-Engagement aber immer offen - auch wenn Flick redlich bemüht war, einen anderen Eindruck zu vermitteln.

Hans-Dieter Flick

Fotocredit: Getty Images

"Ich habe Vertrag bis 2023 und möchte hier bei Bayern München noch sehr erfolgreich arbeiten und mehrere Titel gewinnen", sagte der frühere Löw-Assistent, der von Löw persönlich, einen Tag vor Bekanntwerden der Rücktrittsnachricht, über die Entscheidung des Bundestrainers informiert worden war.
Er habe beim DFB eine "sehr schöne und erfolgreiche Zeit" gehabt, "aber jetzt bei Bayern ist das genauso". Vor allem habe er eine Mannschaft, "die top ist. Es gibt viele Dinge, die mir sehr viel Spaß machen.
Der Rekordmeister erwarte zu Recht von ihm, "dass ich mich zu 100 Prozent auf Bayern München und die Mannschaft konzentriere", hob er hervor. Aber wie lange? Er habe, so Flick, "von Anfang an gesagt, dass mich das Hier und Jetzt interessiert. Darin lebe ich." Und deshalb "verbieten sich Spekulationen darüber, wie meine Zukunft ausschaut.

Löw-Nachfolger beim DFB? Flick lässt Raum für Spekulationen

Flicks Schuss geht nach hinten los

Aber tun sie das wirklich? Der Ausspruch "im Hier und Jetzt leben" impliziert schließlich eine völlig offene Zukunft, mit der man sich aktuell noch nicht beschäftigen wolle. "Im Hier und Jetzt" bedeutet im schnelllebigen Fußballgeschäft viel mehr "alles ist möglich" oder "darüber werde ich zu einem gegebenen Zeitpunkt in Ruhe nachdenken" - wann auch immer dieser Zeitpunkt sein möge.
An dieser Stelle sei an die Posse um den Wechsel von Niko Kovac zum FC Bayern erinnert. Der Kroate betonte vor Bekanntwerden des Deals stets, "Stand jetzt" Trainer von Eintracht Frankfurt zu sein - bis der Stand eben plötzlich ein anderer war. Nichts anderes bedeuten nun Flicks Worte.

Hansi Flick, Niko Kovac - FC Bayern München

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Fakt ist: Spekulationen über einen neuen Bundestrainer Flick gibt es längst, seitdem Löw am Dienstag seinen Rückzug nach der EM publik gemacht hatte. Nach der Absage von Klopp (FC Liverpool) gilt der Bayern-Coach als heißester Kandidat für das Erbe seines früheren Chefs. Nach seinem Auftritt am Freitag im Pressestüberl an der Säbener Straße dürfte sich daran so schnell nichts ändern.
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(Mit SID)

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