Das Motto von Bayern-Trainer Hansi Flick lautete gegen den VfL Wolfsburg: volle Offensive. Mit Robert Lewandowski, Thomas Müller, Serge Gnabry, Leroy Sané und Kingsley Coman begannen die Bayern mit fünf Offensivstars, Corentin Tolisso fungierte dahinter im zentralen Mittelfeld als einzige Absicherung im 4-1-4-1-System.
Der offensive Plan der Bayern ging zunächst jedoch nach hinten los, bereits nach fünf Minuten führten die Gäste aus Wolfsburg mit 1:0. Bayerns Sané klärte eine Flanke im eigenen Strafraum ungenügend, Ridle Baku legte geistesgegenwärtig auf Kevin Mbabu ab, der vom rechten Strafraumrand ins Zentrum flankte. Dort stand Philipp vollkommen frei und traf volley zur Wolfsburger Führung (5.).
Die Bayern antworteten mit zwei guten Chancen durch Lewandowski (17.) und Gnabry (18.), taten sich ansonsten gegen disziplinierte Wölfe allerdings schwer mit dem Herausspielen von Tormöglichkeiten. Wolfsburg versteckte sich keineswegs nur am eigenen Strafraum und verpasste durch Philipps sehenswerte Direktabnahme nach einer Ecke nur hauchdünn den zweiten Treffer (29.).
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Obwohl es dem Münchener Spiel an Esprit und Elan fehlte, kam der deutsche Rekordmeister mit dem Pausenpfiff doch noch zum ersehnten Ausgleich. Eine starke Flanke von Coman nickte Lewandowski freistehend aus kurzer Distanz zum 1:1 ein (45.+1).
Der Pole legte gegen seinen Lieblingsgegner kurz nach dem Seitenwechsel nach und erzielte im 20. Bundesliga-Spiel gegen die Wölfe seinen 23. Treffer. Ein flacher Pass von Jerome Boateng rutschte bis zu Lewandowski durch, der Maxence Lacroix ins Leere rutschen ließ und aus zehn Metern flach in die linke Ecke zur Führung einschoss (50.).
Wolfsburg wurde nach dem Rückstand etwas aktiver und kam durch Philipp (54./64.) und Xaver Schlager (72.) zu Abschlüssen, die jedoch das Tor von Manuel Neuer allesamt nicht ernsthaft in Gefahr brachten.
Die Glasner-Elf stemmte sich mit vollem Einsatz gegen die erste Saisonniederlage, doch am Ende des Tages durften sich die Bayern beim überragenden Neuer für den Sieg bedanken.
Kurz vor Schluss vereitelte der Nationaltorwart erst mit einer Weltklasse-Parade gegen den freistehenden Bartosz Bialek den Ausgleichstreffer (85.) und ließ den Polen auch beim folgenden Eckball aus kurzer Distanz verzweifeln (86.).
Damit beschließen die Bayern das Kalenderjahr 2020 in der Allianz Arena mit weißer Weste und bleiben erstmals seit 1981 ein Jahr lang ohne Heimniederlage.

Die Stimmen:

Robert Lewandowski (FC Bayern): "Es freut mich, dass ich heute zwei Mal treffen konnte und wir die drei Punkte geholt haben. In der ersten Halbzeit haben wir keinen perfekten Fußball gezeigt, in der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Konstanz. Wir müssen gegen Leverkusen Gas geben und zeigen, wie gut unser Spiel ist. Da müssen wir von der ersten Minute wach und bereit sein."
Manuel Neuer (FC Bayern): "Wir haben zuletzt selten zu Null gespielt. Es ist mein Job, meine Aufgabe. Bei uns fehlen momentan ein bisschen die Kleinigkeiten."
Xaver Schlager (VfL Wolfsburg): "Wir hatten heute viele Chancen und haben gut gespielt. Darauf müssen wir aufbauen."
Maximilian Philipp (VfL Wolfsburg): "Sie haben den besten Torhüter und vielleicht den besten Spieler der Welt, aber das ist Bayern München. Natürlich ärgern wir uns über unsere vergebenen Chancen, aber was will man machen."

Der Tweet zum Spiel: 250 Tore für Lewandowski

Der Treffer zum 1:1-Ausgleich war zugleich der 250. Treffer von Robert Lewandowski in der Bundesliga. Da der Pole noch einmal traf, liegt er mittlerweile bei 251 Toren im deutschen Oberhaus. Nur Gerd Müller (365) und Klaus Fischer (268) liegen noch vor dem 32-Jährigen.

Das fiel auf: Kaum Unterstützung auf den Flügeln

Trotz einer nominell sehr offensiv ausgerichteten Mannschaft, offenbarten die Bayern im Herausspielen von Chancen einige Schwächen. Ein Grund hierfür war die fehlende Unterstützung der Außenverteidiger, die in diesem Spiel Lucas Hernández und Niklas Süle hießen.
Besonders Süle schaltete sich so gut wie nie ins Offensivspiel ein, sodass von den bei den Münchnern ansonsten so wichtigen Außenverteidigerpositionen kaum Gefahr ausging. So mussten zumeist Coman, Gnabry oder Sané die Arbeit auf den Flügeln übernehmen und fanden sich aufgrund mangelnder Unterstützung durch Süle und Hernández immer wieder in schwer zu lösenden Eins-gegen-Zwei-Situationen wieder.

Die Statistik: 37

Der VfL Wolfsburg darf als ein Lieblingsgegner der Bayern bezeichnet werden. Die Münchner gewannen 37 von 47 Bundesligaspielen gegen die Wölfe und kassierten dabei nur vier Niederlagen.
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