FC Bayern: Warum die Münchener im Vertragspoker mit David Alaba cool bleiben

Um die Zukunft von David Alaba gibt es seit Monaten Gerüchte, der FC Bayern lässt sich von angeblich Schlange stehenden Interessenten aber nicht aus der Ruhe bringen. Die Münchner wissen: Auch andere Topklubs sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Das werden früher oder später auch Alaba und sein Berater Pini Zahavi merken.

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Der FC Chelsea, Barcelona oder Real Madrid hätten ihn gerne - auch der FC Liverpool könne sich David Alaba gut in seinen Reihen vorstellen. Und was ist eigentlich mit Paris Saint-Germain, Manchester City oder Juventus Turin?
Fast jeder europäische Topklub wurde in den vergangenen Monaten schon mehr oder minder seriös mit Bayerns Abwehrboss in Verbindung gebracht. Dabei wollen die Münchner den Österreicher eigentlich gar nicht abgeben.
Doch weil der 28-Jährige mit dem ihm vorliegenden Vertragsangebot (noch) nicht zufrieden ist und der FC Bayern - in Person von Hasan Salihamidzic - die Tür in der Öffentlichkeit symbolisch zustieß, stehen die Zeichen nun auf Abschied im kommenden Sommer.
Aber ist die Tür denn wirklich komplett geschlossen oder doch noch einen Spalt offen? Steckt hinter der harten Gangart des FC Bayern letztlich doch eine ganz andere Strategie?

David Alaba und der FC Bayern: Der Ist-Zustand

David Alaba steht beim FC Bayern noch bis 30. Juni 2021 unter Vertrag. Die Münchner würden gerne langfristig verlängern, aber nicht um jeden Preis. Alaba kann sich einen Verbleib in München grundsätzlich vorstellen, aber nicht um jeden Preis.
Kurzum: Die Vorstellungen beider Parteien liegen zu weit auseinander, um eine Einigung zu erzielen. "Ich weiß jetzt nicht mehr, wie wir zusammenfinden sollen", sagte Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor der Champions-League-Partie beim FC Salzburg Anfang November und machte klar: "Jetzt müssen wir uns damit beschäftigen, dass uns David verlassen wird."
Alaba soll zuvor ein verbessertes Vertragsangebot des FCB abgelehnt haben, woraufhin der Klub den Spieler und dessen Berater davon in Kenntnis gesetzt habe, "dass wir das Angebot zurückziehen werden", so Salihamidzic weiter.
Alaba zeigte sich anschließend überrascht, sagte, er habe von all dem über die Presse erfahren. Sein Trainer Hans-Dieter Flick betont seit Monaten, dass Alaba ein Top-Spieler und vor allem "ganz toller Mensch" sei.
Das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer belasten die Verhandlungen wenn, dann nur marginal. Rein sportlich ist Alaba für den Coach weiterhin unantastbar. Beim Spiel am Dienstag in Madrid machte Flick den Österreicher zum Kapitän und zeigte ihm damit, dass er weiterhin voll auf ihn baut.

David Alaba und der FC Bayern: Das Angebot

Laut einem Bericht des "kicker" bietet der FC Bayern seinem Abwehrchef ein Grundgehalt von elf Millionen Euro und Prämienzahlungen in Höhe von sechs Millionen Euro bieten. Die Alaba-Seite allerdings denkt in anderen Dimensionen, sieht sich auf einer Stufe mit den Topverdienern Robert Lewandowski und Manuel Neuer. Beide sollen um die 20 Millionen Euro im Jahr verdienen.
"Beim FC Bayern gibt es eine sportliche und finanzielle Obergrenze: Lewandowski und Neuer", sagte Salihamidzic im Zuge der Verhandlungen und erteilte Alaba-Berater Zahavi eine Absage: "Er denkt in anderen Dimensionen, das kann er, aber da werden wir ihm nicht folgen. Verrücktheiten, wie er das vielleicht aus anderen Klubs kennt, werden wir nicht machen."

Die Bayern-Strategie im Alaba-Poker

Klingt, als würde der FC Bayern nicht alles daran setzen, seinen Abwehrchef zu halten. Doch der Schein trügt. Die Bayern-Bosse fahren eine bewusste Strategie, die am Ende durchaus noch zur Vertragsverlängerung führen könnte.
Alaba und sein Berater sollen sich ruhig umhören, welcher Verein die eigenen Forderungen überhaupt erfüllen würde. Im Idealfall stellen sie dabei selber fest, dass sie bei den anderen Klubs auch nicht mehr kriegen als bei Bayern.
Weder aus finanzieller Sicht noch im Sinne sportlicher Zugeständnisse. Zur Erklärung: Ein Gehalt von 20 Millionen Euro im Jahr zahlt auch in England längst nicht jeder Klub - schon gar nicht während der weltweiten Unsicherheit aufgrund der Corona-Pandemie. Zudem ist bekannt, dass es Alaba präferiert, wie in der Nationalmannschaft im Mittelfeld zu spielen. Doch warum sollte er dieses Versprechen bei einem Topklub bekommen, der ihn doch aufgrund seiner Verdienste in den vergangenen Jahren als hauptberuflicher Links- oder Innenverteidiger verpflichten würde?
Das letzte Wort, so ist man sich an der Säbener Straße sicher, ist bei Alaba noch nicht gesprochen, ein Happy End noch möglich.
Frei nach dem Motto: Abwarten, bis sich die Probleme von alleine lösen.
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Quelle: Perform

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