In der ersten Viertelstunde der Partie war das Spiel ausgeglichen. Schalke spielte munter mit und zeigte immer wieder gute Steilpässe in die Spitze. Nach einem Chippass aus dem Mittelfeld nahm Klaas-Jan Huntelaar den Ball aus spitzem Winkel volley und schoss ans Außennetz (6.). Zwei Minuten später wurde Timothy Chandler im Strafraum von Amin Younes angespielt, scheiterte aus halbrechter Position aber an Ralf Fährmann.
In der 13. Minute holte Amine Harit einen Elfmeter heraus. Tuta hatte ihn recht ungeschickt von den Beinen geholt. Huntelaar scheiterte mit seinem Flachschuss zwar zunächst an Kevin Trapp, verwandelte aber den Nachschuss (15.).
Danach war Frankfurt die klar bessere Mannschaft und drängte auf den Ausgleich. In der 31. Minute erreichte eine Hereingabe von der linken Seite von Filip Kostic André Silva im Zentrum, der schaffte es aber nicht, den Ball an Fährmann vorbeizuspitzeln.
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Kurz danach fiel der Ausgleich aber. Younes flankte aus dem linken Halbfeld, Fährmann kam heraus, verschätzte sich jedoch und so konnte Silva ins leere Tor köpfen (29.).
In der 36. Minute köpfte Evan N'Dicka eine Kostic-Freistoßflanke aufs linke untere Eck, hier hielt Fährmann aber stark. Kurz vor der Pause versuchten es noch Silva und Chandler aus der Distanz (41./43.), beide verfehlten aber das Tor. In der 44. Minute setzte Mark Uth eine Flanke von Huntelaar per Kopf neben den Kasten der Gäste.
Die zweite Halbzeit begann ereignisreich. In der 51. Minute köpfte N'Dicka nach einer Ecke von Daichi Kamada den Ball an den Hinterkopf von Salif Sané, von dort senkte sich das Spielgerät ins lange Eck.
Doch fast mit dem direkten Gegenzug kam Schalke zum Ausgleich: Huntelaar leitete einen Pass mit der Hacke stark in den Lauf von Blendi Idrizi weiter. Der blieb vor dem Tor eiskalt und schlenzte das Leder an Trapp vorbei ins lange Eck (52.).
Dieses Tor schien den Knappen Mut gemacht zu haben, sie spielten sich förmlich in einen Rausch. In der 60. Minute brachte Florian Flick Schalke wieder in Führung. Der eingewechselte Hoppe hatte ihn stark mit einem Steckpass im Sechzehner in Szene gesetzt.
In der 64. Minute traf Hoppe dann selbst. Nach einem Konter schlenzte er von der linken Seite ins untere rechte Eck – Frankfurt wirkte komplett von der Rolle.
Nachdem die Eintracht sich etwas berappelt hatte, warfen die Gäste alles nach vorne. Luka Jovic kam im Strafraum zum Abschluss, seinen Schuss hielt Fährmann, Silva drückte aber den Abpraller über die Linie (72.).
Danach konnten die Gäste aber keine nennenswerte Großchance mehr herausspielen, so fuhr Schalke dank einer kämpferisch und phasenweise spielerisch starken Leistung den dritten Saisonsieg ein. Für Frankfurt ist das Erreichen der Champions League damit in weite Ferne gerückt.
Die Hessen haben als Fünfter nun einen Punkt Rückstand auf Borussia Dortmund und drei Zähler Rückstand auf den Dritten Wolfsburg. Beide Vereine spielen aufgrund des DFB-Pokalfinals erst am Sonntag. Pokalsieger Dortmund spielt beim FSV Mainz 05, der VfL Wolfsburg trifft auf Pokalfinalist RB Leipzig.

Die Stimmen:

Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Das ist heute sehr enttäuschend, wie das ganze Spiel gelaufen ist. Schalke hat verdient gewonnen. Wenn eine Mannschaft, die schon abgestiegen ist, mehr den Sieg will als eine Mannschaft, die die Champions League erreichen kann, dann ist das ernüchternd. Da schließe ich mich mit ein. Es ist die ganze Mannschaft, die versagt hat. Wir hatten die Chance, in die Champions League zu kommen, jetzt ist es so gut wie vorbei. Ich glaube, es haben zu viele Faktoren mit reingespielt."
Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt): "Uns ist die Spielfreude und die Souveränität abhandengekommen. Wenn du hier führst, musst du es runterspielen. Wir hatten die Champions League lange in der eigenen Hand, hätten heute gewinnen müssen. Aber es ist jetzt schwer, darüber zu sprechen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Frankfurt verspielt die Champions League

Rechnerisch ist das Erreichen von Platz vier für Frankfurt zwar noch möglich, doch nachdem die 3:4-Auswärtsniederlage gegen Schalke 04 besiegelt war, glaubte bei den Frankfurtern daran niemand mehr so richtig. Dortmund muss in den verbleibenden beiden Spielen gehörig straucheln, damit die Eintracht den lange Zeit für sehr wahrscheinlich gehaltenen vierten Platz doch noch erreichen kann. In den Interviews nach dem Spiel ließ zumindest Sebastian Rode tief blicken und gab zu, dass die Bekanntgabe von Trainer Adi Hütter, den Verein nach der Saison zu verlassen, durchaus eine Rolle gespielt haben könnte. Frankfurt hat von den vergangenen fünf Spielen nur eine Partie gewonnen. Die Defensive ist wackelig, im Angriff fehlt die Struktur – und auch die Einstellung ist nicht mehr so stark wie zu Beginn der Saison.

Die Statistik: 1

Bei Schalke erzielten gegen Frankfurt zwei Spieler ihr erstes Bundesligator. Blendi Idrizi und Florian Flick trafen erstmals im Fußball-Oberhaus und symbolisierten so, wie der Schalker Weg in der kommenden Saison aussehen könnte. Denn aufgrund von zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen war S04 gezwungen, viele Eigengewächse einzusetzen. Und die zeigten eine starke Leistung, warfen sich in alle Zweikämpfe und überzeugten phasenweise durch ein starkes Kurzpassspiel. Mit diesen Spielern und dieser Art Fußball zu spielen, könnte Schalke kommende Saison verloren gegangenen Kredit bei den Fans zurückgewinnen.

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