Pal Dardai riss die Fäuste hoch und fiel Sportdirektor Arne Friedrich freudestrahlend um den Hals. Im sechsten Anlauf hatte der Trainer endlich seinen ersten Sieg nach seinem Comeback bei Hertha BSC gefeiert und die Berliner Negativserie von neun Spielen ohne Erfolg beendet.
"Ich habe in der Halbzeit gesagt: Leute, ihr müsst mehr dafür tun", berichtete Dardai nach dem 2:1 (0:1) gegen den FC Augsburg bei "Sky": "Dann haben wir investiert, investiert, und irgendwann kam dieser magische Moment, und der Fußballgott hat gesagt: Jetzt lass ich ihn rein. Und da war der Dreier, ein ganz wichtiger Dreier."
Für Dardai war es der erste Sieg mit der Hertha seit dem 11. Mai 2019, damals mit 4:3 ebenfalls gegen Augsburg. Dennoch bleibt die sportliche Lage äußerst angespannt. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt nur drei Punkte.
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Krzysztof Piatek (62.) und Dodi Lukebakio (89., Foulelfmeter) drehten nach Dardais Halbzeitansprache noch das Spiel. "Uns ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen", gab Abwehrspieler Niklas Stark zu.

Benes erwischt Hertha eiskalt

Fünf Zähler vor der Hertha liegt der FCA, der den Blick weiter nach unten richten muss. Laszlo Benes (2.) hatte Augsburg in Führung gebracht. "Wir müssen mehr Fußball spielen und weniger mit dem Schiedsrichter und dem Gegner reden", forderte Torhüter Rafal Gikiewicz.
Dardai hatte verletzungsbedingt umstellen müssen. Offensiv-Fixpunkt Matheus Cunha (Oberschenkel) fehlte ebenso wie Rio-Weltmeister Sami Khedira (Wade), auch Winter-Neuzugang Nemanja Radonjic (Adduktoren) fiel aus.
Angreifer Jhon Cordoba gab sein Startelf-Comeback. Augsburg-Coach Heiko Herrlich setzte auf die zuletzt in Mainz erfolgreiche Anfangsformation.

Gikiewicz entnervt Hertha

Das Vertrauen zahlte Herrlichs Team umgehend zurück. Die Berliner waren zwar in den Zweikämpfen präsent, in der Offensive agierte Hertha aber ideenlos. Der neu formierten Doppelspitze aus Cordoba und Piatek fehlte die Abstimmung.
Die erhofften Vorstöße über die Außen Maximilian Mittelstädt und Deyovaisio Zeefuik verpufften. Gikiewicz geriet selten in Bedrängnis, war, wenn gefordert, zunächst aber zur Stelle.
Bei Herthas bester Möglichkeit im ersten Durchgang verhinderte er den Ausgleich durch Santiago Ascacibar (21.) mit einer starken Fußabwehr.

Daniel Caligiuri (links; FC Augsburg) im Zweikampf mit Santiago Ascacibar (Hertha BSC Berlin)

Fotocredit: Getty Images

Dardai-Elf gelingt der Lucky Punch

Augsburg setzte in einem umkämpften Duell auf eine stabile Defensive und Konter. Der Plan ging vor der Pause auf, auch wenn das zweite Tor ausblieb. Florian Niederlechner (38.) köpfte nur an den Außenpfosten.
Hertha kam mit viel Schwung aus der Kabine. Cordoba (46.) zwang Gikiewicz zu einer weiteren Großtat, Piatek (50.) zielte im Fallen zu hoch. Kurz darauf traf der Pole zum Ausgleich.
Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Hertha mühte sich um den zweiten Treffer, auch Augsburg suchte nun deutlich aktiver den Weg nach vorn. Nach einem Foul von Mads Pedersen an Lucas Tousart sorgte Lukebakio für die späte Erlösung.
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(SID)

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